"Sozialer Jetlag" kann Übergewichtige fettleibig machen

12. Mai 2012, 10:11
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Chronobiologe: Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung in westlichen Ländern davon betroffen

München/Wien - Wer eine weite Flugreise in östlicher oder westlicher Richtung macht, leidet im Normalfall an Jetlag. Doch man kann auch in ein und derselben Zeitzone an Jetlag leiden. Der heißt in dem Fall "sozialer Jetlag" und tritt dann auf, wenn Arbeitszeiten, die Schule oder Freizeitaktivitäten ein Zeitkorsett vorgeben, das die innere Uhr des Körpers stört.

Eine Team um den deutschen Chronobiologen Till Roenneberg (Uni München) behauptet nun im Fachblatt "Current Biology", dass bis zu 80 Prozent der Bevölkerung in westlichen Ländern davon betroffen seien. Gut zwei Drittel der Bevölkerung leidet unter mindestens einer Stunde chronischem Jetlag, ein Drittel sogar an zwei Stunden und mehr. Besonders stark betroffen seien Jugendliche, deren innere Uhr ein spätes Aufstehen verlangt, die aber früh in die Schule müssen.

Roenneberg und sein Team haben nach Auswertung von 65.000 Fragebögen in zehn Jahren aber auch noch herausgefunden, dass der Kampf gegen den Wecker auch zu Fettleibigkeit beitragen könne, die wiederum zu Stoffwechselstörungen wie Diabetes führt.

Dieser Zusammenhang ist freilich nur bei Menschen mit zwei Stunden Jetlag oder mehr stark ausgeprägt, die zudem bereits einen Body-Mass-Index (BMI) von über 25 haben, die also bereits übergewichtig sind. Bei normalgewichtigen Menschen existiert die Korrelation nicht. (tasch/DER STANDARD, 12./13.5. 2012)

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