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Leisten Aufbauarbeit: Marilyn Schlossbach und Scott Szegeski in Asbury Park.
Steine kann er mauern, Dächer flicken, Ernten einfahren und einen Motor reparieren. Ein richtiger Tausendsassa ist er, der "Jack of All Trades". Alles macht er, auch wenn er nichts richtig gelernt hat. Irgendwie wird er sich durchschlagen; der Hurrikan, der den schweren Regen brachte, wird sich verziehen, ein blauer Himmel wird durch die Wolken brechen, " darling, we'll be alright".
Da zieht andächtige Stille ein im Times Union Center von Albany. Es ist der Höhepunkt des Bruce-Springsteen-Konzerts, ein leiser, melancholischer Moment. Männer mit verwitterten Gesichtern ziehen sich die Baseballkappen vom Kopf und halten sie hoch, als wären es Kerzen. Der Boss singt über die Krise, über die kleinen Leute, wahre Überlebenskünstler, die nichts so schnell umwerfen kann, die sich über Wasser halten, mit zwei Jobs am Tag und der Hoffnung auf morgen - "I can see the light". Wieder einmal hat Bruce Springsteen die Gefühlslage des Normalverbrauchers so genau getroffen, als stünde er selbst noch hinterm Presslufthammer.
Tod der Heimatstadt
Sein schwarzes Hemd ist durchgeschwitzt, nass wie ein Waschlappen, als er sich gegen Ende in die Menge fallen lässt. Vom "Wrecking Ball" hat er gesungen, der Abrissbirne, zu hören in den Sümpfen New Jerseys, wo die Fabriken verrosten. Von harten Zeiten, die kommen und gehen. Vom Tod für seine Heimatstadt, herbeigeführt durch maßlose Gier. Zornig hat er das Bild eines Amerika gezeichnet, in dem Finanzjongleure im Bankenkasino die Kugel rollen lassen und hinterher andere die Zeche zahlen - " gambling man rolls the dice, working man pays the bills".
Sechs Wochen tourte Springsteen mit seinen neuen Songs durch die USA, ehe er sich auf nach Europa machte. "Ich versuche immer, die Distanz zwischen amerikanischer Wirklichkeit und amerikanischem Traum zu messen" , sagte er dem Musikmagazin Rolling Stone, bevor er aufbrach zu seinem Konzertmarathon. Interessant auch, wie er mitten im Wahljahr die politische Realität beschreibt: Der Graben zwischen Demokraten und Republikanern sei so tief geworden, dass man ständig in Schubladen sortiert werde, entweder in die des Hurrapatrioten oder die eines Apologeten, der alles verteidige, was die Regierung Barack Obamas tue.
Vom Tellerwäscher zum Restaurantchef
Der Jack of All Trades, in der Liedfigur erkennt Scott Szegeski sich mühelos wieder, überhaupt ist er ein Typ, wie er dem Boss Modell gestanden haben könnte. Zupackende Hände, Dreitagebart, die Baseballkappe verkehrt herum auf dem Kopf. Angefangen hat er als Tellerwäscher, dann hat er sich langsam hochgearbeitet, erst zum Koch, dann zum Restaurantchef. Springsteen hat mal Tapas gegessen in Szegeskis Langosta Lounge, an der Uferpromenade einer Stadt, die der Rocker einst als "My City of Ruins" besang.
Asbury Park, eine Autostunde südlich von New York, ist so etwas wie das inoffizielle Hauptquartier des Bruce Springsteen Country. In Asbury Park begann Springsteens Karriere, dort spielte er in kleinen Clubs, dem " Stone Pony", dem "Upstage", lange bevor ihn Born in The U.S.A. zu Weltruhm katapultierte. Dem Surfergeheimtipp mit seinem eher morbiden Charme widmete er 1973 sein erstes Album, Greetings from Asbury Park, New Jersey. 1970 waren Rassenkrawalle ausgebrochen, die weiße Mittelschicht floh in die Vororte. Am Ozean verfiel die Promenade. Kasino, Theater, historische Kongresshalle: nur noch leere Hüllen, Wahrzeichen einer Geisterstadt.
Wiedergeburt von Asbury Park
Marilyn Schlossbach mochte die Ruinen. Schlossbach ist heute ein Name, mit dem sich die Hoffnung auf ein Comeback der vergessenen Stadt verbindet. 2006 schmiedete Marilyn mit Scott Szegeski, ihrem Lebensgefährten, erste Pläne für ein paar kleine Gaststätten am Beach. Es war die Goldgräberzeit, als alle von der glänzenden Wiedergeburt von Asbury Park sprachen. Euphorische Immobilienunternehmer ließen ein Hochhaus ans Atlantikufer klotzen und suchten Käufer für teure Eigentumswohnungen. Dann platzte die Preisblase, und die Firma, die den maroden Ort umkrempeln wollte, musste Bankrott anmelden.
Schlossbach wäre keine Amerikanerin, könnte sie der Krise nicht auch ihr Gutes abgewinnen. Hochhäuser am Strand wollte sie nie, "ein Glück, dass es anders kam". In einem Armenviertel hinter den Bahngleisen, die Asbury Park teilen wie eine Mauer, hat die 47-Jährige ein Lokal zum Üben gegründet, für Köche und Kellner aus einkommensschwachen Familien. Sie sollen sich in der Arbeitswelt zurechtfinden, sobald es wieder aufwärtsgeht.
Warten auf den blauen Himmel
Das aber wird dauern. Bruce Springsteen zählt zu den großzügigsten Geldgebern der Food Bank, der Zentrale der Nahrungshilfe im Ocean County. Seit der Finanzkrise ist die Zahl derer, die Lebensmittelmarken brauchen, um 84 Prozent gestiegen, ohne dass eine Trendwende in Sicht wäre. Das lange Warten auf den Aufschwung, auf Springsteens blauen Himmel nach dem Sturm - Marilyn Schlossbach kommentiert es stoisch. " Inzwischen haben wir so viel geschluckt, dass uns wirklich nichts mehr umhauen kann."(Frank Herrmann, DER STANDARD Printausgabe, 12.5.2012)
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ist das echo einer vergangen era in der dinge bewegt werden wollten oder konnten. einer zeit in der es nicht genügte weinerliche, austauschbare 3 akkord liedchen ohne poetische kraft zu fabrizieren und in der das wort "bitch" noch im eigentlichen sinn verwendet wurde und nicht als ein billiger geschmacksverstärker für notgeile wortmüllhalden freunde.
Bruce Springsteen geht?
Ambros hatte vor vielen Jahren (1969 "der Hofa wars", "der Watzmann"
"Schifaoan") seine Zeit, war der erste österr. Popmusiker, (zusammen mit Joesi Prokopetz) hat Superhits, schöne und besinnliche Lieder gehabt, ist über Jahrzehnte beliebt gewesen bei seinem Publikum.
Warum ihn hier desavouieren?
20 Jahren, ("Jersey Girl") er wird nicht umsonst The Boss genannt. Und wenn sich einer sozial angagiert, er kann das am besten mit seiner Musik, dann Hut ab.
Wenn einer der Etablierten den Mund aufmacht gegen die Gier an den "Finanzmärkten" umso besser.
Und richtig - Obama braucht solche Leute als Unterstützung. Es lebe der Boss!
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