Tiroler soll Vater mit Faustschlägen tödlich verletzt haben

11. Mai 2012, 16:35
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Betagter starb an den Folgen von Verletzungen - Urteil nicht rechtskräftig

Innsbruck - Ein 52-jähriger Tiroler ist am Freitag am Landesgericht Innsbruck zu vier Jahren Freiheitsstrafe - davon ein Jahr unbedingt - verurteilt worden, nachdem er seinen Vater geschlagen und dieser an den Folgen der Verletzungen gestorben war. Im vergangenen Oktober war es zwischen dem Mann und seinen Eltern zu einem Streit gekommen. Er wurde ihnen gegenüber handgreiflich und trat seinen am Boden liegenden Vater. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte bekannte sich zum Vorwurf der schweren Körperverletzung mit Todesfolge nicht schuldig. Er habe seine Eltern lediglich mit der flachen Hand geschlagen, hatte der Innsbrucker bereits bei seiner Einvernahme gegenüber der Polizei angegeben. Vor Richter Günther Böhler und den Schöffen zeigte sich der 52-Jährige reuig und betonte, dass es ihm leidtue und dass er seinen Eltern nie etwas antun wollte.

Schwere Prellungen und Blutergüsse

Bei beiden Opfern seien schwere Prellungen und Blutergüsse festgestellt worden, erklärte der gerichtsmedizinische Sachverständige, Walter Rabl. "Die Mutter erlitt außerdem einen Bruch der Speiche und der Vater vier Rippenbrüche", fügte er hinzu. Nach einigen Tagen hätten sich die Schmerzen und Symptome beim späteren Todesopfer verschlimmert, weshalb er neuerlich einer Untersuchung unterzogen wurde. "Dabei konnten Blutungen im Gehirn festgestellt werden", schilderte der Gerichtsmediziner. Diese seien aufgrund der massiven Schläge entstanden. Der Vater des Beschuldigten sei zwei Wochen später durch diese Verletzungen im Krankenhaus verstorben.

Der 52-jährige immer noch bei seinen Eltern wohnhafte Mann war in der Früh des 1. Oktober 2011 nach einem Besuch in einem Nachtlokal schwer alkoholisiert nach Hause gekommen. Es kam zu einer Auseinandersetzung. Der Angeklagte begann im Zuge dessen seine Mutter und seinen Vater mit den Fäusten und einer Engelsstatue zu schlagen. Als die alarmierte Polizei am Tatort eintraf, widersetzte er sich den Beamten.

Neben der schweren Körperverletzung mit Todesfolge wurde der Mann der schweren Körperverletzung schuldig gesprochen. Außerdem wurde er wegen des Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilt. Der Verurteilte erbat sich Bedenkzeit. (APA, 11.5.2012)

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