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vergrößern 750x500Eine schirmgestützte Wiener Festwochen-Eröffnung am 11.5. im Zeichen der "Eurovision Young Musician Competition": Im Bild die Generalprobe des Radio-Symphonieorchesters (RSO) unter der Leitung von Dirigent Cornelius Meister.
vergrößern 750x500Reist mit Botho Strauß im Gepäck aus Sydney an: Hollywoodstar Cate Blanchett in "Groß und klein".
Die Nachrichten aus dem Planungsbüro der Wiener Festwochen sind solche, die einen mit Blick auf die Weltlage unbehaglich stimmen müssen. Das diesjährige Festwochen-Programm umfasst 31 Premieren und macht sich "Into the city" auf. Es erschöpft sich weder in Staraufgeboten, noch huldigt es einem besonders kulinarischen Theaterbegriff. Es beschäftigt sich laut Schauspielchefin Stefanie Carp mit der "Anatomie der Krise".
Die Weltgesellschaft wird vom Zirkulieren der Geldwerte, vom Verschieben der Menschen und Waren in helle Aufregung versetzt. Choreografen aus aller Herren Ländern sind die Übersetzer der neuen Strömungslehren: Nichts und niemand kann die Bewohner der globalen Gesellschaft an der "freien" Bewegung hindern. Tanz- und Bewegungstheater bildet daher nicht ganz zufällig einen Schwerpunkt des diesjährigen Programms.
Zugleich werden Zäune rund um die Wohlstandsbezirke errichtet. "Einwanderungsländer" zerfallen in parallelgesellschaftliche Entitäten. Die Teilhabe an Mitbestimmung, die Ermöglichung von Konsum wird den Neuankömmlingen in den neuen Heimatländern eifersüchtig verwehrt. Die Festwochen sind 2012 vor allem eines: eine Themenreihe zum Phänomen der Segregation. Das Bedürfnis nach Abgrenzung wird überall von quälenden Abstiegs- und Verlustängsten genährt.
Die großen Theaterstoffe aber sind in einer solchen Situation der Unübersichtlichkeit willkommene Flaschenpostsendungen. Botho Strauß' "Groß und klein" ist in Sydney gestrandet. Weltstar Cate Blanchett gibt ab Samstag im Wiener Museumsquartier die Rolle der Lotte-Kotte, einer unruhigen Wanderin durch die Wohlstandszone, deren reines Herz an der Stumpfheit der Mitmenschen zerbricht.
Eine Uraufführung wie diejenige von Peter Handkes "Die schönen Tage von Aranjuez" unter der Regie von Luc Bondy (ab kommendem Dienstag) nimmt sich dagegen wie die Erinnerung an eine Zeit aus, als das Sinnieren noch geholfen hat. Ariane Mnouchkine bereist in "Les Naufragés du Fol Espoir" die längst versunkenen Kontinente der Stummfilm-Kinematografie.
Simon McBurney stürzt mit seinem Londoner Complicite-Theater hinab in das Moskau der Stalin-Ära. Die Romanadaption "The Master and Margarita" ist jedoch kein bloßer Fingerzeig auf den Totalitarismus eines vergangenen Zeitalters. McBurney, der inszenierende Hollywoodstar, predigt auf spielerische Weise und unter Zuhilfenahme des leibhaftigen Teufels das Evangelium des Erbarmens: Auch wir haben uns unserer Mitmenschen anzunehmen. (Ronald Pohl, DER STANDARD, 12./13.5.2012)
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also ich fand das ziemlich schlecht
am schlimmsten war die moderation von hr. grubinger - unsicheres auftreten - unzusammenhängende sätze - vergisst das wichtigste (hat z.b. die semifinalisten nicht mit namen angesagt) - als ob wir keine besseren moderatoren hätten -
wir haben auch viel bessere musiker in wien und österreich als ihn - dann hätte man sich dieses schlagzeuggewitter vor der preisverleihung erspart - und hätte etwas gesehen und gehört was die festwochen und österreich besser präsentiert - keine gute visitenkarte von wien und österreich
schade dass der orf da mitmacht und das auch noch unterstützt
Als Mitglied der unter 30-er Generation kann ich nur sagen: Das war die großartigste Festwochen-Eröffnung seit langem. Herr Grubinger mag nicht perfekt moderiert haben, aber er hat Ausstrahlung und ist, was ich bei einer solchen Veranstaltung als sehr wichtig empfinde, auch selbst Musiker (und ein guter noch dazu). Frischer Wind, viel unterschiedliche Musik und die Beiträge der Finalisten waren auf höchstem musikalischen Niveau. Der norwegische Contestant ist mit dem Bartok Stück ein Risiko eingegangen das belohnt wurde, für mich waren sie aber alle Gewinner! Vielen Dank für diesen herrlichen Abend!
Passt doch viel besser unter Wirtschaft od. Tourismus und Wien hat zum Glück etwas mehr wie
kommerz. Klassik, Umtata und schlechte Moderatoren zu bieten. Leider gingen die wenigen
Diamanten in der heurigen Mittelmäßigkeit unter.
ein breites programm mit weissem fernsehlicht und zur deko ein orchester.
grubinger ist ein ungelernter moderator der wie ein skilehrer spricht "und jetzt meine damen und herren kommt der herr XXX" während die blasmusikkapelle im strizzi-look bierzeltstimmung vertreibt.
die trommeleinlagen war ja nett. die exotischen instrumente der finalisten auch.
dass schließlich 3 jungen gewinnen ist auch wieder ein zeichen von ungelebtem equal-gender verständnis.
wieso hier nicht mehr das schauspiel, tanz etc gelebt werden, ist mir unverständlich. dafür muss dann österreich im chor singen (letztes jahr) oder diesmal ein solisten wettbewerb a la castingshow herhalten. unkritische platte medienformate sind der eröffnung immer am liebsten.
s.g. mikeyman, ...."Blasmusikkapelle-Strizzilook-Bierzeltstimmung" -
WAS, um Gottes Willen, ist denn bei Ihnen fehl gelaufen?
Ich wünsche von Herzen GUTE BESSERUNG.
mfG, SR
PS Und, JA- Geschmäcker SOLLEN und MÜSSEN verschieden sein. Aber auch wenn mir etwas nicht gefällt, muss ich anerkennen, wenn es eben VERDAMMT GUT gemacht ist. Stimmt oder was?
leider nur im fs miterlebt, aber dennoch, das sind so momente, in denen man froh und dankbar ist, in diesem land zu leben; ein äußerst sympathischer martin grubinger als moderator, sensationelle junge musiker und von c. meister gleich gar nicht zu reden, der mühelos seine begeisterung auf die zuhörer zu übertragen versteht; sternstunde für die musik und für wien! p.s.: ein sehr deutlicher beweis wiederum, dass man öffentl. geld kaum besser anlegen kann, als in kultur!
an sich ja. ich war (wie fast jedes jahr) live am rathausplatz.
ich ärgere mich nur jedes mal dann über die jury-entscheidung bei diesem bewerb. nicht kreativität, sondern bloß professionalität zählt. ich hätt den ersten preis entweder der weißrussin oder dem armenier gegeben, niemals dem norweger. mut zum risiko, zum kreativen und zum originellen bleibt so leider unbelohnt.
na, die Jury MUSS ja auch darauf schauen, inwiefern der jeweilige junge Künstler mit SEINEM Instrument auch quasi "Einsatz-kompatibel" sein könnte.
Befinde zwar genau diese Vorgehensweise für etwas zweifelhaft, aber dennoch GUT & WERTVOLL. Schön, dass es DERLEI ÜBERHAUPT in dieser sehr satt präsentierten Variante GIBT. Oder nicht?
ich hätte die weißrussin auf platz 1 gewählt; krankheitsbedingt konnte ich heuer nicht live dabei sein, dennoch habe ich mich über dieses spektakel und vor allem über die freude aller (zum. kam es bei vie bildschirm so rüber) sehr gefreut; ich erwarte mir von so einem spektakel kein hochanspruchsvolles programm (zugegeben teilw. war es wirklich ein wenig zu seicht); aber es ist nun mal open air und das bemühen um massentauglichkeit halte ich für legitim; dass mir ein "ungelernter" grubinger tausendmal sympathischer als eine frau rett mit feuerstein ist, ist meine persönl. wahrnehmung.
diese unsaegliche, sich der eurovision anbiedernde und jedweden kulturbegriff verachtende eroeffnung ist keiner kritischen betrachtung wuerdig?
zwischen neujahrskonzert und neujahrs-skispringen existiert wenigstens noch die distanz von ein paar stunden. die laenderspiel-atmosphaere am rathausplatz anlaesslich dieses deplatzierten "jugend musiziert"-wettbewerbs hat jedoch endgueltig die - typisch oesterreichische - melange von kunst und sport etabliert. den aspekt einer "foerderungswuerdigkeit" hat die oertliche kulturpolitik jedenfalls bis auf weiteres nachhaltig ausgelagert.
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