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Hanno Settele berichtet für den ORF aus Washington.
Für jeden, der sich zum Beispiel über den Fortgang der griechischen Koalitionsgespräche auf dem Laufenden halten will, ist der Konsum der "Zeit im Bild" unumgänglich. Der Genießer spröder News darf auf die Einhaltung zwar ungeschriebener, aber unverbrüchlicher Gesetze der Gestaltung hoffen.
Deren erstes lautet: Kaum ist von Athen die Rede, sieht man einen Gardesoldaten, der in der Adjustierung eines peloponnesischen Ziegenhirten dünne, mit Spagat umwickelte Beinchen wirft. Der geübte Zuseher weiß in der Sekunde: Es ist Feuer am Dach des griechischen Parlaments. Die EU-Staatsführer tagen in Permanenz und schnüren bereits das nächste Milliardenpaket. Dabei tut der arme Soldat bloß, was ihm seine Generäle in der Jahren des Wohlstands eingedrillt haben.
Gesetz Nummer zwei: Jede Mitteilung einer Neuigkeit gipfelt unvermeidlich in der Zuschaltung des zuständigen Korrespondenten. Kaum sind ein paar wenige Sätze über Obamas Plädoyer für die Homo-Ehe verklungen, schon ruht die Kamera auf Wolfgang Geiers oder Hanno Setteles Gesicht.
Um jedem Missverständnis vorzubeugen: Es handelt sich um ernste, um ehrenwerte Gesichter. Die Damen und Herren ORF-Korrespondenten äußern sich fast immer kompetent. In ihrem Rücken sieht man meistens zähen Fließverkehr (der Kairo-Effekt von Karim El-Gawhary!), auch lernt man die torfbraunen Bürgersteige von Washington, D. C. kennen und meint fälschlich, in der Welt herumgekommen zu sein.
Manchmal, nur manchmal wäre ein erhöhter Faktenanteil ohne Kommentierung schön. (Ronald Pohl, DER STANDARD, 12./13.5.2012)
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der sollte nicht steine auf hanno settele werfen (der ist eh arm dran, wenn er minutenlang in den hundstrümmerln vor dem weißen haus stehen muss), sondern mal nachzählen, wieviel prozent der eigenen zeitung aus kopierten apa-aussendungen bestehen!
muss der was fuer sein Geld tun. Darum passiert in den USA immer was Wichtiges und gibt es in jeden Morgenjournal einen US-Beitrag. Und sei es, dass ein Kandidat zur US-Vorwahl einen Waschsalon besucht hat oder 15cm Schnee gefallen sind.
Indien ist dafuer noch nicht entdeckt worden. Oder weiss wer, welche Parteien es in Indien gibt und fuer welche politischen Programme die stehen?
Ob irgendeine hübsche Dame vor einem Gendarmerieposten davon berichtet, wo wer vom Traktor gefallen ist und wie's ihm geht, oder das gleich die Sprecherin erledigen würde, wäre absolut wurscht.
... aber solang' der ORF-Zwangsabonnent das Spazierenfahren zahlt, mach' ma's halt, damit das Budget verbraucht wird.
ich schließe mich dem Wunsch nach mehr Fakten statt Korrespondentenmeinung voll an.
der ORF hat manche Korrespondenten eingespart (Polen), manche zusammengelegt (Budapest, Bratislava, Prag). Die verbleibenden Korrespondenten werden gehypt was das Zeug hält.
Geht auf Kosten der Qualität.
"ORF-Korrespondenten äußern sich fast immer kompetent."
Und der Herr Chefkorrespondent hat da eine Leiche im Keller mit der tschechischen Kooperation über GRENZE - das ist schön zu lesen welches Verständnis der Herr da hat!
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