Sorgenkind Spanien führt "Bad Banks" ein

11. Mai 2012, 15:01
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Banken sollen größere Reserven zur Absicherung unsicherer Kredite zurücklegen

Madrid - Die angeschlagenen spanischen Banken müssen ihre Risikovorsorge nach den Plänen der Regierung in Madrid deutlich erhöhen. Das Kabinett verabschiedete am Freitag eine weitere Reform der Branche. Danach müssen die Institute ihre faulen Kredite auslagern und ihr Kapitalpolster um insgesamt 30 Milliarden Euro erhöhen.

Generalabstufung und Staatliche Kontrolle

Die Banken in Spanien sind nach dem Platzen einer Immobilienblase in einer schwierigen Situation. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte kürzlich insgesamt neun Banken herabgestuft, darunter Europas wertvollstes Kreditinstitut Santander. Bei der viertgrößten Bank des Landes, Bankia, hatte der Staat am Donnerstag die Kontrolle übernommen, indem sein Hilfskredit aus dem Jahr 2010 in Aktien umgewandelt und der Staat somit zum größten Aktionär der Bank wurde.

Faule Papiere auslagern

Laut Regierungsbeschluss vom Freitag sollen die Banken ihre faulen Papiere in Bad Banks auslagern. Diese sollen dann versuchen, einen Preis für die Wertpapiere zu finden und sie möglichst auch verkaufen. "Das wird Pflicht für alle Institute", sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die Banken hatten während des Immobilienbooms massenhaft Kredite vergeben, die viele Kreditnehmer - Privatleute, aber auch Investoren von großen Projekten - nun nicht mehr bezahlen können. (APA, 11.5.2012)

  • Dunkle Wolken hängen schon seit geraumer Zeit über Spaniens Bankensektor. Die "Bad Bank" soll für Aufklärung sorgen.
    foto: epa/etxezarreta

    Dunkle Wolken hängen schon seit geraumer Zeit über Spaniens Bankensektor. Die "Bad Bank" soll für Aufklärung sorgen.

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