"Grünes Denken muss sich rechnen"

  • Gerald Hanisch: nachhaltig erfolgreich.
    foto: hanisch

    Gerald Hanisch: nachhaltig erfolgreich.

Gerald Hanisch, Gründer von Rubble Master, über die Entwicklung einer Idee und den den erfolgten Aufstieg zum Weltmarktführer für mobiles Recycling von Bauschutt

"Es waren zwei wesentliche Innovationen notwendig: zum einen eine gute Maschine zu entwickeln und zum anderen den Markt dafür zu schaffen", erzählt Gerald Hanisch über die Anfänge seines Unternehmens. Begonnen hat er als Einmannbetrieb mit einer simplen Idee: nachhaltige Bauschuttbeseitigung. Baurestmassen wie Asphalt- oder Betonabbruch, Naturstein oder Reste aus der Ziegelproduktion werden mit seinen Maschinen ohne Transportwege vor Ort in wertvolle Recyclingbaustoffe umgewandelt. Der Einfall kam Hanisch während seiner Projekttätigkeit, die er neben seinem BWL-Studium betrieben hat. Damals sei der Gedanke gereift, sagt der Linzer Unternehmer, dass es einen großen Markt für mobiles Recycling geben müsse. "Ich habe unser Produkt immer international gedacht", fügt er an.

Im Vorjahr feierte er das 20-Jahr-Firmenjubiläum. Das mittlerweile 100 Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen setzte im vergangenen Jahr 28 Millionen Euro um, heuer wird man auf etwa 35 Millionen erhöhen können und liege damit über den Erwartungen, wie Hanisch anmerkt. Die Exportquote lag 2011 bei 85 Prozent.

Roter Faden

Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich als roter Faden durch die Unternehmensstruktur. "Zum einen muss es einen Umweltbezug beim Produkt geben, und zum anderen ist Nachhaltigkeit in der sozialen Kompetenz wichtig, die Unterstützung und Förderung der Mitarbeiter und natürlich die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Das grüne Denken muss sich rechnen", sagt Hanisch. Der konsequent verfolgte Umweltgedanke findet auch im modernen Bürokomplex in Passivhausbauweise sowie in der Montagehalle (Niedrigenergie) seinen Ausdruck.

Das Betriebsgebäude sieht der Unternehmer als wichtige Investition und als sichtbares Zeichen - nach außen wie nach innen. Rubble Master ist ein staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb. Neben Preisen und Nominierungen, die Freude bereiten, komme die eigentliche Bestätigung aber vom zufriedenen Kunden und den Mitarbeitern erzählt Hanisch.

Das Jahr 2009 markierte laut Hanisch einen starken Einbruch. Diese Zeit habe man aktiv für Optimierungen wie zum Beispiel die Benutzerfreundlichkeit der Maschinen genutzt und neue Märkte erschlossen. "Wir haben gute Randbedingungen geschaffen, die uns jetzt nützlich sind. Wir sind mit riesigen Konzernen mit unglaublicher Marktmacht konfrontiert, demgemäß müssen wir uns anders positionieren. Die Kultur der Nische fortsetzen." Heute sei ein gutes Produkt, Innovation und Positionierung am Markt allein nicht mehr ausreichend, man müsse ständig auf die sich verändernden Situationen reagieren.

Die gelben Anlagen von Rubble Master werden auf allen Kontinenten in 66 Ländern vertrieben. Für den Markterfolg in Nordamerika war der Einsatz der RM-Maschinen am Ground Zero zentral, wie er selbst sagt. In Südamerika soll die Position ausgebaut werden. (Carola Leitner, DER STANDARD, 12./13.5.2012)

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