Mehrere Verletzte bei Zusammenstößen

11. Mai 2012, 12:19
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Demonstranten fordern Freilassung politischer Häftlinge

Dubai - In dem Golfstaat Bahrain sind bei neuerlichen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Wie Augenzeugen berichteten, waren in der Nacht auf Freitag in mehreren Ortschaften des Königreichs Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um die Freilassung inhaftierter Oppositioneller und Demokratieaktivisten zu fordern. Demnach gingen die Polizisten mit Tränengas gegen die teils vermummten Demonstranten vor. Nach Angaben der Augenzeugen wurden mehrere verletzte Demonstranten aus Furcht vor einer Festnahme nicht in Krankenhäuser gebracht. Die Proteste richteten sich insbesondere gegen die Festnahme des Menschenrechtsaktivisten Nabil Rajab am Samstag. Ihm wurde vorgeworfen, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Regierung beleidigt zu haben.

Die Schiiten stellen in dem Königreich 70 Prozent der Bevölkerung. Die Proteste gegen das sunnitische Herrscherhaus hatten Mitte Februar 2011 begonnen. Einen Monat später wurden sie mit Hilfe saudiarabischer Truppen blutig niedergeschlagen. Der Inselstaat - ein Archipel im Persischen Golf mit einer großen und 32 kleinen Inseln - ist nur 711 qkm groß. Von 1861 bis 1971 war Bahrain britisches Protektorat. Das sunnitische Herrscherhaus hat dem Iran vorgeworfen, er versuche, die Schiiten gegen die Dynastie aufzuwiegeln. König Hamad Bin Issa al-Khalifa verhängte den Ausnahmezustand und holte sich zur Unterstützung Soldaten und Polizisten aus Saudi-Arabien und anderen konservativen Monarchien des Golf-Kooperationsrates (GCC) ins Land. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hatte die weitere "Intensivierung der Repression" in Bahrain angeprangert. Der Inselstaat gilt als strategisch wichtiger Partner der USA. Manama ist der Hafen der 5. US-Flotte, die vor allem im Persischen Golf und im Indischen Ozean eingesetzt wird. (APA, 11.05.2012)

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