Der "Holzweg", der zu einem Erlebnis wird

11. Mai 2012, 16:51

Die Erlebniswelt im niederösterreichischen Mendlingtal bringt ihren Besuchern in wildromantischer Umgebung eine frühere Arbeitswelt näher

Bis zum Bau der ersten Eisenbahnlinien in den 1840er-Jahren und später prägten riesige Holztriftanlagen die Flusstäler beiderseits der Donau. Holz war praktisch die einzige Energiequelle für die aufstrebende Industrie, aber auch für Ballungszentren. Transportmöglichkeiten für größere Mengen gab es nur zu Wasser, und da flussabwärts. Auf den größeren Gewässern wurde geflößt, auf kleineren getriftet. Fast überall sind die Relikte der Anlagen - wie Klausen, Staubecken etc. - zu sehen, trotzdem macht sich kaum jemand eine Vorstellung von den Strapazen und der Gefährlichkeit der Arbeit, welche die Holzknechte zu bestehen hatten. Das gewonnene Holz wurde dann in Kohlenmeilern zu Holzkohle verkohlt.

Im Mendlingtal bei Göstling an der Ybbs entstand nun vor wenigen Jahren eine Erlebniswelt, in der beispielsweise eine Klause mit Stausee, Mühlen und Hammerwerken nachgebildet wurde und ein echtes Bild von den damaligen Arbeitsverhältnissen zeichnet. Videodokumentationen ergänzen die naturgetreuen Exponate und machen die wenig anstrengende Wanderung tatsächlich zu einem Erlebnis.

Zweimal im Monat wird eine Schautrift veranstaltet, allerdings auf einem nicht gerade wilden Abschnitt des Mendlingbaches, was den Eindruck aber nicht schmälert. Zu einem weiteren Vorzug gehört der Umstand, dass man sich in einer wildromantischen Umgebung bewegt, in der es viel zu beobachten gibt: etwa die Gebirgsstelze oder die Wasseramsel - der einzige Vogel, der schwimmen, fliegen und unter Wasser laufen kann und obendrein nur in glasklaren Gewässern vorkommt. An den Fischteichen kann man Alpenlachse beobachten. Auch die Pflanzenwelt ist es wert, dass man ihr Beachtung schenkt.

Der "Holzweg" eignet sich natürlich auch für Kinder. Bei Regen kann es glitschig werden, bei Hochwasser ist die Route natürlich unpassierbar. Für Konditionsschwache besteht die Möglichkeit, beim Hammerherrenhaus ein Taxi für die Rückfahrt zu bestellen.

Die Route: Von Lassing steigt man auf gutem Fußweg in das Tal des Mendlingbaches ab und wandert über zahlreiche Holzstege und Holzbrücken durch das Tal. Nach der Kassa beginnt beim Schmiedegesellenhaus die Erlebniswelt. Vorbei am Hammerwerk und der Venezianischen Säge geht es durch ein Stück romantischer Au und durch die kleine Klamm zur Klause mit dem Stausee. Die Großegger-Quelle mit der Mühle und die Fischteiche sind die nächsten Stationen, ehe man den "Umkehrpunkt" bei der Jausenstation Hammerherrenhaus erreicht. Die Gehzeit beträgt etwa zwei Stunden, die gleiche Zeit braucht man für den Rückweg auf derselben Route. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 12.5.2012)

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20 Postings

Eine wunderschöne Gegend, empfehle auch die Wasserlochklamm bei Palfau.

Alpenlachse...

Tolle Werbeeinschaltung für ein Produkt mit dem man seit einigen Jahren nun schon Konsumenten für Dumm verkauft. Der tolle und achso "nachhaltige" Alpenlachs, ist ein arktischer Saibling „Arctic char“ der hier bei uns gezüchtet wird und dem gemeinen Volk als „Alpenlachs“ verkauft wird.
Ein Flusssaibling ist erstens in den Alpen autochton nie heimisch gewesen und hat mit Lachs (Salmo salar bzw. Oncorhynchus tshawytscha) soviel zu tun wie die gute alte Bachforelle (Salmo trutta). Beide gehören zur Familie der Lachsfische. Darum hat aber zur Forelle noch niemand Alpenlachs gesagt. Heimische Arten werden so nach und nach verdrängt und Konsumenten das Geld aus der Tasche gezogen. Bald gibts Angus-Rinder als Alpensteaks?! Das ist nachhaltig!

Besagter Saibling...

...ist sehr wohl in den Alpen heimisch. Umsonst ist sein wissenschaftlicher Name auch nicht Salvelinus alpinus.

Dass es kein Lachs ist, ist klar, aber das ist der "Seelachs" noch viel weniger, und den gibt's auch schon ewig unter dem Namen.

Seesaiblinge -

Salvelinus alpinus - sind eben keine Flusssaiblinge. Das ist sowohl ein genetischer als auch Lebensraum spezifischer unterschied. Seesaiblinge sind hier bei uns heimisch. Etwas Gegenteiliges hat niemand behauptet.

"Nach der Kassa beginnt beim Schmiedegesellenhaus die Erlebniswelt"

Nona.

Johannesbachklamm

Ich empfehle Helms Klamm - sehr beeindruckende Schlucht im weißen Gebirge. Fahrzeit praktisch null.

hab mir grad gedacht:
- fahrzeit praktisch null: von wo?
- wo ist diese klamm, hab ich noch nie gehört

bin voll drauf reingefallen, dafür gibts grün ;)

schaut nach

Viktor Schauberger
aus.

für eine Holzschwemmanlage wohl doch etwas klein würde ich sagen

Bärenschützklamm

schaut nett aus - ich war vor 2 Wochen in der Bärenschützklamm, die ist noch mal schöner (und größer, beeindruckender etc) - 30mins von Graz!

Gute Idee!

Moecht ich auch machen in naechster Zeit.

Gab es viel Wasser als Sie dort waren??

allzu viel wasser war nicht - ich hab jedenfalls mehr erwartet, die Schneeschmelze dürfte schon vorüber sein :)

ist aber zum gehen eh besser, sind die leitern nicht so nass ==> rutschig!

3 Liter Wasser hab ich mir im Rucksack mitgenommen

dasselbe als Sommerrodelbahn und ich komm^^

Ybbstalbahn leider eingestellt!

Wäre schön, wenn man auch noch mit der Ybbstalbahn hinfahren könnte! Jetzt gibt es nur mehr eine vom übrigen Bahnsystem abgeschnittene Museumsbahn!

Es wird eine Eintrittsgebühr eingehoben.

aha.
und nächsten samstag erfahren wir, wieviel?

danke

aber ich wollte eigentlich darauf hinweisen, daß man so etwas in einem artikel eigentlich gleich dazuschreiben kann.

dann sollte am VW Plakat auch stehen.
Kosten des hier abgebildeten Fahrzeuges..

und der Gorge C. müsste beim Heferl auch gleich sagen was kostet... andererseits auch irgendwie Fad wenn die Victora S. Engerl ein Preisschild hätten

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