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Washington - Ausgerechnet ein Häftling hat US-Präsident Barack Obama bei der jüngsten Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat West Virginia Konkurrenz gemacht. Nach Medienberichten vom Donnerstag kam Keith Judd, der in einem texanischen Gefängnis eine siebzehneinhalbjährige Freiheitsstrafe wegen Erpressung absitzt, auf 41 Prozent der Stimmen und schlug seinen prominenten Mitbewerber sogar in neun der 55 Bezirke des Staates. Insgesamt heimste der 53 Jahre alte Judd den Berichten zufolge etwa 72.000 Stimmen ein, Obama 106.000.
Demokraten verwiesen darauf, dass Obama seit jeher in West Virginia unpopulär gewesen sei. So hatte er tatsächlich 2008 auch das demokratische Rennen um die Präsidentschaftskandidatur klar gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton verloren.
Ungeliebter Umweltschutz
Danach habe er viele Menschen in dem Staat der Kohlezechen mit Umweltschutzauflagen verprellt, die Förder-Genehmigungen für die Industrie verzögert hätten, merkte die "Washington Post" an. Sowohl Gouverneur Earl Tomblin als auch Senator Joe Manchin, beide Demokraten, lägen mit Obama deswegen im Clinch und hätten sich bisher nicht auf eine Unterstützung für ihn im Wahlkampf festgelegt. Entsprechend wenig lasse sich Obama auch in dem Staat blicken.
Nach Angaben der Zeitung äußerten in einer jüngsten Gallup-Umfrage in West Virginia nur 32,7 Prozent Zustimmung zu Obama. Nach einer anderen Erhebung würde Obamas designierter republikanischer Herausforderer Mitt Romney den Demokraten mit einem Vorsprung von 17 Prozentpunkten schlagen, wenn jetzt die Präsidentenwahlen abgehalten würden.
Die "Washington Times" wertete das gute Abschneiden des Gefangenen Judd insgesamt als Zeichen dafür, dass sich Obama auf einem absteigenden Ast befinde. Das konservative Blatt zitierte Joe Pounder, Mitglied des republikanischen Parteivorstands, mit den Worten: "Wie unpopulär muss jemand sein, damit so etwas passiert?"
Es ist praktisch das erste Mal, dass von den demokratischen Vorwahlen überhaupt Notiz genommen wird. Während Obama insgesamt praktisch unangefochten ist, musste sich Romney auf der republikanischen Seite seine Spitzenkandidatur erkämpfen. (APA, 10.5.2012)
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... die eigentliche Frage lautet ja - in Anlehnung an das kuriose Profilfoto von Mr. Judd, aber auch wie dazumal bei jenen abgelichteten anarchistischen Dilettanten, die eine Brücke im Nationalpark sprengen wollten (derstandard / APA berichtete): Wie stellen diese Polizeifotografen das eigentlich an ihre "Aktmodelle" stets von ihrer verkehrten, obskuren Schokoladenseite zu fotografieren?! Das ist wahrlich eine Kunst :)
Judd ist ein Gerichtsquerulant, der offiziell wegen Erpressung verurteilt wurde, nachdem er massenhaft offensichtlich unbegründete Prozesse gestartet hatte. Er kandidiert seit Jahren aus dem Gefängnis für alle möglichen Ämter, ist dabei aber nicht sehr bekannt geworden. Die meisten Leute werden ihn gewählt haben, weil er nicht Obama ist, evt. ohne zu wissen, dass er in Haft ist.
Der Beigeschmack: In West Virginia kann sich jeder außer Mitgliedern einer gegnerischen Partei bei einer der Parteien registrieren lassen und dann bei den Vorwahlen mit abstimmen. Nach aktuellem Stand haben 133.591 bei den Demokraten gestimmt und nur 84.263 bei den Republikanern, wo es wirklich mehrere ernsthafte Kandidaten gab.
Zur Klarstellung, falls es nicht jeder verstanden hat: Bei den Vorwahlen war es möglich, sich aus strategischen Gründen bei den Demokraten registrieren zu lassen und dort gegen Obama zu stimmen, auch wenn man bei den eigentlichen Wahlen republikanisch wählen wird.
Bei uns kann ja Strache aufgrund seiner exzellent geschulten Rhetorik auch wesentlich besser potenzielle Wähler mobilisieren als die anderen.
Das klassische demokratische Dilemma. Es steht den Leuten frei, ob sie wählen oder nicht - und wer nicht wählt unterstützt mit seiner Stimme den Stimmenstärksten. Auch die Wahl eines solchen Kandidaten ist ein demokratisches Recht.
zeigt auch, warum diese Meldung in allen Medien ist, bzw. warum sich gerade so konservative Gop Blätter wie die Washington post sich darauf stürzen ...
Ansonsten ist Obama viel weniger umstritten als Romney bei den Reps, also ist weder Panik angebracht noch sollte man sich von diesem medialen Ablenkungsmanöver beeindrucken lassen.
wer die bevölkerung eines landes, das 1/4 der weltressourcen verbraucht (gedächtnis laß nach), vorsätzlich in unwissenheit belässt, darf sich über die auswirkungen nicht wundern, wenn der brave wähler nicht versteht, wozu umweltauflagen gut sind, und warum benzin auf einmal mehr kostet.
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