"Ein Milieu schaffen"

Einserkastl10. Mai 2012, 19:24
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Pöchhacker nannte Meischberger, Hochegger und Plech. Drei Grasser-Freunde mit FPÖ-Nähe

Und es sprach der langjährige Chef des Baukonzerns Porr, Horst Pöchhacker: "Im Jahr 2000 hat mit der ÖVP-FPÖ-Regierung ein Klimawechsel in jeder Richtung stattgefunden. Neu war, dass zahlreiche Vermittler mit Ministerwissen und -kontakten aufgetreten sind, die das Gefühl gegeben haben: Wir sind ausgestattet mit dem Segen unserer Minister." Es sei vermittelt worden: "Das beste Angebot nützt nichts, um einen Auftrag zu bekommen, man muss auch ein Milieu schaffen."

Im Zusammenhang mit dieser Methode, die man auch subtile, aber dennoch mafiöse Schutzgelderpressung nennen könnte, nannte Pöchhacker die Herren Meischberger, Hochegger und Plech. Drei Grasser-Freunde und FPÖ-nahe. Und wie es lief, hörte man jetzt von Hochegger im U-Ausschuss: Demnach wurde Hochegger ein oder zwei Tage vor Angebotsende in der Buwog von Walter Meischberger verständigt, dass die Immofinanz jedenfalls mehr als 960 Millionen Euro bieten muss. Darüber war kurz zuvor in einer Sitzung im Finanzministerium referiert worden.

Die Frage ist nur, ob doch einmal eine der Firmen, die um Aufträge boten, bei Grasser oder vielleicht sogar bei Schüssel nachfragte, ob die neu aufgetauchten Herrschaften wirklich mit deren Rückhalt handelten. Hat dann irgendwann einmal Grasser zu irgendwem gesagt: "Die handeln nicht in meinem Auftrag, schmeißt sie hinaus?" Scheint nicht der Fall gewesen zu sein. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 11.5.2012)

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