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Die Bühne bleibt über weite Teile dunkel gehalten. Nur die auf einer Seite weiß gestrichenen großen Buchstaben erhellen sie spärlich, wenn die Schauspieler aus ihnen Wörter bauen oder wenn die 15-jährige Miriam und ihre Schulkollegin Laura unter der Discokugel tanzen. Musik ist wichtig im Stück.
Girl from Mars singt die Band Ash, "Perché no?" ein italienischer Barde, als Miriam und Laura sich erstmals zaghaft küssen. Warum nicht? Warum ist es nicht egal, wen man küsst, fragt sich Miriam (Sabrina Rupp). Sie wächst in einem Dorf auf, fühlt sich irgendwie dazwischen - zwischen guten und schlechten Noten, zwischen der Sehnsucht danach, aus dem Dorf wegzukommen, und dem Wissen, dass es der Disco-Wochenendbesuch in der Stadt wohl auch nicht gewesen sein kann.
Als Laura (Katharina Halus) neu in die Klasse kommt, fühlt sich Miriam zu ihr hingezogen, weil sie anders als die anderen ist, weil sie stark ist - ein "Marsmädchen" eben. Und da ist noch mehr an Gefühl, das Miriam verwirrt. Ein Gefühlssalat, ein Durcheinander. Miriam und Laura verschweigen ihre erste gemeinsame Nacht, während die Freundinnen (Markus Pendzialek und Wenzel Brücher als großartiges Tussen-Duo) mit ihren ersten intimen Erfahrungen mit Jungs prahlen.
Dass es so nicht wenigen Mädchen in Miriams Alter geht, wird wenig diskutiert. Genau hier setzt Marsmädchen an: Für manche ist es ein unterhaltsames Stück mit guter Musik, für andere aber Realität in einem Lebensabschnitt, in dem sie mit sexueller Orientierung konfrontiert sind. Im u/hof Linz läuft es als österreichische Erstaufführung. (wkh, DER STANDARD, 11.5.2012)
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