Die Homosexuellen-Ehe in den USA

10. Mai 2012, 17:46
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Seit Jahren tobt erbitterter politischer Streit um Gleichstellung von Schwulen und Lesben vor dem Standesamt

Berlin - Seit Jahren tobt in den USA ein erbitterter politischer Streit um die Gleichstellung von Schwulen und Lesben vor dem Standesamt. Konservative Gruppen und fundamentalistische Kirchen laufen Sturm dagegen. Auf der liberalen Gegenseite stehen Hollywoodstars wie Brad Pitt, George Clooney, Martin Sheen, Kevin Bacon und Steven Spielberg.

Die Homosexuellen und ihre UnterstützerInnen warteten unter Präsident Barack Obama vergeblich darauf, dass der Kongress ein Gesetz aufhebt, das die Ehe als ausschließliche Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Obama war bisher kein Befürworter gleichgeschlechtlicher Ehen, forderte aber zur Akzeptanz eingetragener Lebenspartnerschaften auf. Die Entscheidung über Ehen für Homosexuelle wollte der Präsident den einzelnen Bundesstaaten überlassen.

Besonders umkämpft war die Eheschließung für Homosexuelle in Kalifornien, wo mehr als 100.000 "Same Sex"-Paare leben. Bereits 2004 gab der Bürgermeister von San Francisco Schwulen und Lesben grünes Licht. Mehr als 4.000 Paare gaben sich das Ja-Wort, bevor ein Richter wenig später einen sofortigen Stopp verhängte. Im Mai 2008 stimmten die obersten Richter der Ehe für Lesben und Schwule zu, Kalifornien war damals der zweite US-Staat nach Massachusetts.

Referendum "Proposition 8"

Bis November 2008 wurden rund 18.000 Ehen geschlossen, dann sprachen die kalifornischen WählerInnen ein Machtwort. 52 Prozent sprachen sich für das Referendum "Proposition 8" aus, das nur die Ehe zwischen Mann und Frau zulässt. Das damit verbundene staatliche Verbot wurde später von einem Richter für verfassungswidrig erklärt, da es die Rechte von Schwulen und Lesben einschränke. Im Februar 2012 erklärte schließlich ein Berufungsgericht in San Francisco das bestehende Verbot der Ehe für Homosexuelle in dem Westküstenstaat für verfassungswidrig.

Im Juni 2011 beschloss auch der von den Republikanern dominierte Senat des Bundesstaates New York mit knapper Mehrheit die Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen. BefürworterInnen gab es vor allem unter den Demokraten. Bisher sind Ehen für Homosexuelle außerdem in den Neuengland-Staaten Connecticut, New Hampshire und Vermont möglich, außerdem in der Hauptstadt Washington sowie in Iowa im konservativen Herzland der USA. Weitere Staaten erlaubt nicht die Heirat, aber die Eintragung einer Beziehung mit den gleichen Rechten wie eine Ehe. Einige Staaten dagegen - darunter Texas, Florida und andere Süd- und Mittelwest-Staaten - haben die Ehe für Schwule und Lesben in ihrer Verfassung sogar ausdrücklich verboten. (APA, 10.5.2011)

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