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vergrößern 900x714Die Einrichtung der "Klimtvilla" in Unter-St.-Veit ist lediglich auf zwei Fotografien von Moritz Nähr dokumentiert: Oben das Empfangszimmer mit Möbeln von Josef Hoffmann, unten das Atelier.
vergrößern 900x687Wien - Das Klimtjahr wird vorübergehen, die vielen Ausstellungen finden irgendwann ihr Ende. Auch das Gerüst im KHM und die begehbare Skulptur von Gerwald Rockenschaub in der Secession - sie ermöglichen derzeit eine Betrachtung der Deckengemälde beziehungsweise des Beethovenfrieses aus allernächster Nähe - werden demontiert.
Das einzig Bleibende wird die "Klimtvilla" sein, die am 30. September eröffnet wird. Doch was dort in der Feldmühlgasse 11 entsteht, erfüllt Denkmalschützer wie Museologen mit großer Sorge.
Den Gartenpavillon des Hauses Josefstädter Straße 21, den Klimt von 1892 bis 1911 als Atelier nutzte, gibt es längst nicht mehr: Auf dem ehemaligen Grundstück wohnt heute u. a. Bundespräsident Heinz Fischer. Die einzige zumindest teilweise erhaltene Wirkungsstätte des Jugendstilmalers befindet sich in einem Garten in Unter-St.-Veit. Gustav Klimt dürfte hier, in einem ehemals eingeschoßigen Landhaus mit hohen Fenstern, ab 1912 etwa zwölf Bilder, darunter Litzlberg am Attersee und die Goldene Adele, gemalt haben.
Nach Klimts Tod 1918 begann die Familie Hermann, der die Liegenschaft gehörte, das Gebäude zur Villa auszubauen. Wohl aufgrund von Geldschwierigkeiten verkaufte sie 1922 den Rohbau an Ernestine Werner, die den Weingroßhändler Klein heiratete. Sie ließ die Villa im sogenannten "Rosenkavalier-Stil" als neobarocken Bau mit Freitreppe fertigstellen.
Die jüdische Familie musste in der NS-Zeit nach London fliehen, die Immobilie wurde ihr entzogen. 1948 erfolgte die Restitution, 1954 verkauften die Kleins die Liegenschaft um einen damals äußerst geringen Betrag (500.000 Schilling) an die Republik.
Rettende Bürgerinitiative
Ein knappes halbes Jahrhundert später vereitelte eine Bürgerinitiative den gewinnbringenden Verkauf der Liegenschaft - und rettete damit das Atelier. Nach Intervention von Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) übertrug das Wirtschaftsministerium den Fruchtgenuss an das Kuratorium für künstlerische und heilende Pädagogik, das für die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen Platz brauchte. Die Auflage war, das Atelier als Gedenkstätte öffentlich zugänglich zu machen, und die Waldorf-Heilpädagogen waren gerne dazu bereit. Doch sie sind keine Fachleute - und waren daher Einflüsterern ausgeliefert.
Die im Frühjahr 2011 begonnenen Sanierungsarbeiten sind bereits weit gediehen. Das Wirtschaftsministerium, das die 2 Millionen Euro teure "Revitalisierung" finanzierte, lud daher am Freitag zusammen mit der Burghauptmannschaft (als Bauherr) zu einem Pressegespräch. Ab Herbst wird das Gebäude als "Symbiose aus Gedenk- und Behindertentagesstätte" dienen, wurde erläutert. Eine touristische Nutzung wird nur begrenzt möglich sein, ein Museum ist nicht geplant.
Angedacht ist eine "Rekonstruktion" des Ateliers. Denn von der einstigen Substanz des Landhauses ist, abgesehen von ein paar Grundmauern, nichts erhalten geblieben. Zeugnis davon, wie die von Klimt genutzten Räume ausgesehen haben, geben lediglich zwei Fotografien von Moritz Nähr: Auf der einen ist das nach Norden ausgerichtete Atelier mit der Fensterfront abgebildet, auf der anderen das Empfangszimmer.
Es gibt zwar noch ein paar Einrichtungsgegenstände, diese befinden sich aber im Besitz des Rechtsanwalts, Kunstsammlers und Im-Kinsky-Miteigentümers Ernst Ploil: der Schrank und das Malkästchen von Josef Hoffmann, die Lampe und ein Fauteuil.
Auch wenn Ploil die Möbel als Leihgabe zur Verfügung stellen würde, könnten sie nicht ausgestellt werden, da es keine entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen gibt. Sprich: Es ist unmöglich, in den Räumen Originale zu präsentieren. Man will sich daher mit Pseudo-Gegenständen behelfen.
Die Idee, die Möbel nach den Fotos nachzubauen, findet Ernst Ploil falsch, denn man könne auf den Abbildungen nicht die feinen Details von Hoffmann, darunter die Intarsien, erkennen: "Das wird - verlaube - ein Schas."
Der international gefragte Museumsfachmann Dieter Bogner, der sich mit der Situation am Ort auseinandergesetzt hat, hält "Rekonstruktionen dieser Art für grundsätzlich falsch". Man müsse mit der verbliebenen Originalsubstanz sorgsam umgehen - und auch die ehemalige Eingangssituation beachten. Dies geschehe aber nicht. In der Darstellung müsse man, so Bogner, "innovativ und experimentell vorgehen".
Ähnlich äußert sich auch Eva-Maria Höhle, die kürzlich in Pension gegangene Generalkonservatorin des Denkmalamtes: "Ich stehe dieser Rekonstruktionsidee sehr distanziert gegenüber, weil sich das Gebäude nachträglich stark verändert hat." Es sei heute eben nur mehr ein historischer Ort.
Eigentlich hätte, vor der Schüssel-Intervention, das Belvedere die "Klimtvilla" betreuen sollen. Schließlich verfügt es über die größte Klimt-Sammlung. Das Konzept von Direktorin Agnes Husslein und Alfred Weidinger sah vor, das Atelier als "kulturhistorischen Ort" zu betreiben: Man wollte dort das Klimt-Archiv unterbringen und zugänglich machen. Auch wenn die Idee, die Architektur auf den Originalzustand zurückzuführen, nicht umgesetzt wurde: Husslein wäre nach wie vor bereit, die "Klimtvilla" zu betreiben. (Thomas Trenkler, DER STANDARD, 11.5.2012, red.)
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ob der Kauf mit einem Langzeitkredit finanziert wurde oder sofort bar in Cash übergeben wurde. Nach 1955 begann die Zeit des Wirtschaftswunders, der Leitzins war dementsprechend hoch, damit es zu keiner Geldschwemme und Inflation kommt, die Sparzinsen animierten die Leute zum Sparen und die Kreditzinsen waren aber auch dementsprechend hoch. Daher kann es sein, dass durch einen Langlaufzeitkredit in einer Zeit des Wirtschaftswachstums eine größere Menge Geld am Ende als Kaufpreis zustande kam, als wenn das Geld sofort in Cash gezahlt worden wäre.
sowohl Harta als auch Klimt haben dort gemalt, das steht wohl fest. Und es müssen ja in Hietzing nicht alle Bäume umgeschnitten werden, um neuen gesichtlosen Betonwohnsilos Platz zu machen. Der Garten gibt "Gott sei Dank" noch einen Eindruck wieder, warum es die Maler dorthin gezogen hat.
gut ist auch, dass das Areal jetzt genützt wird, und als Fremdenverkehrsattraktion ist die "location" jedenfalls interessant. man hat ja gesehen, wie viele Leute heute (30.September) dort angestellt waren.
Dass man keine Originalmöbel dort ausstellt, wenn es keine Überwachung gibt, ist verständlich!
Wer denkt sie denn eigentlich an, diese Rekonstruktion? Mit Verlaub, dieser Zugang ist doch äusserst phantasielos (wenn auch in Wien sehr beliebt...). Wenn ich Klimt im Original sehen will, gibt es wirklich genug Möglichkeiten in Wien. Da brauche ich doch keinen nachgebauten Sessel der vielleicht ungefähr so aussieht wie einer in dem er vielleicht einmal gesessen haben könnte.
wurde die Klimtvilla als Lehrbüro der Handelsakademien der Wiener Kaufmannschaften geführt. Damals gab es noch genügend originale Einrichtungen - zumindest Türen mit den dazügehörigen Gläsern. Ob natürlich die Vitrinen (waren sehr interessant) auch noch Klimt'sche Originaleinrichtungen waren weiß ich nicht.
Fotos sollten also im Archiv der Wr. Kaufmannschaft und im Wien Museum noch zu finden sein. Oder man könnte zumindest die für dieses Lehrbüro Verantwortlichen befragen, denn noch nicht alle sind tot
erst sich um nix kümmern und die Arbeit lokalen Engagierten bis hin zum Prof. für Bildnerische des benachbarten Gymnasiums überlassen
dann wenn Geld in Aussicht steht, jene "Einflüsterer" nennen und sich selbst in den Vordergrund drängen
so kommt das rüber. Die bisher engagierten etwas weniger schäbig zu benennen wär nicht falsch gewesen.
es ist immer problematisch, wenn "engagierte" eben *nicht* den kontakt zu profis suchen. "professor für be" zu sein qualifiziert noch längst nicht für die abwicklung solcher projekte. hätte man sich beizeiten mit leuten zusammengetan, die sich mit so etwas auskennen (denkmalamt, musseen, ...), es hätte was wirklich gutes dabei rauskommen können. aber so? das fragwürdige der ganzen geschichte steht ja schon im namen des projektes: die villa hat mit klimt genau gar nix zu tun, ausser dass sie halt dort steht, wo einmal das atelier war. ja und?
ist, dass der Eigentümer der Originalmöbel, jenen, die die Kopien herstellen wollen (HTL_Mödling), es nicht erlaubt, Details zu studieren und abzunehmen. Dies zum Wahrheitsgehalt obigen Zitates. Angeblich läßt der Eigentümer besagter Möbel selbst Kopien herstellen, fragt sich nur wofür ...
Die Villa wurde auf das Atelier draufgebaut (Stockwerk drauf)
Frau Husslein wollte die Villa darüber wieder wegreißen, dagegen hat sich das Denkmalamt quergelegt
Denn der Umbau "passierte in dem Kunst-Milieu, aus dem auch Klimt stammte“, meint Mario Schwarz vom Institut für Kunstgeschichte der Uni Wien
(4 Häuserblocks nebenan wohnte, von Klimt gefördert, Schiele)
Nun gibt es eine sanfte(re) Rückführung durch den Verein
auch soll "der Garten wieder so aussehen, wie er auf unzähligen Klimt-Bildern gezeigt wird"
Somit wird nach langem hin-her offenbar das Optimum gemacht
zum "Professor für BE":
akademischer Maler, Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich, Werke in der Albertina & Co. ... der scheint schon recht qualifiziert zu sein
Wenn man über Google einem bestimmten (nicht alltäglichen) Begriff auf die Spur kommen möchte, dann findet man die Antwort nicht selten in einem Forum. Was war zuerst da, das Huhn oder...?
Das hier ist auch ein Forum - in einem Forum sollte man sich austauschen und für Fragen nach etwas Unbekannten nicht 'schämen' müssen.
Vielleicht sollte ich aber auch den Begriff 'Internetforum' googlen, weil ich da was falsch verstanden habe... :)
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