ProSiebenSat.1 wächst im Internet rasant

10. Mai 2012, 15:40
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Starkes 1. Quartal - Fernseh-Konzern sieht sich trotz Fußball-EM im Aufwind

ProSiebenSat.1 ist nach einem starken ersten Quartal auf Rekordkurs. Weil die Wirtschaft wieder deutlich mehr in Fernsehwerbung investiert und das Geschäft mit Online-Videos und Online-Spielen boomt, steigerte der Münchner Medienkonzern Umsatz und Gewinn kräftig. "Unsere Wachstumsstrategie ist auch im neuen Jahr aufgegangen", sagte Vorstandschef Thomas Ebeling am Donnerstag und bekräftigte die Jahresprognose. Vor allem das Digitalgeschäft "entwickelt sich immer stärker zu einem unserer Wachstumstreiber", erklärte er.

Umsatzsteigerung um 6,5 Prozent

Von Jänner bis März stieg der Umsatz um 6,5 Prozent auf 635 Mio. Euro, das operative Ergebnis um 9 Prozent auf 142 Mio. Euro und der Gewinn sogar um 50 Prozent auf 51 Mio. Euro. Den Gewinnsprung verdankt der Konzern auch dem Verkauf der niederländischen und belgischen Sender: Weil er jetzt nur noch 1,9 Mrd. Euro Schulden hat, fiel die Zinslast stark.

Fernsehgeschäft läuft gut

Gut lief es im deutschen Fernsehgeschäft mit Sat.1, ProSieben, Kabel1 und Sixx: Die Kunden gaben mehr Geld für Werbespots aus. Im Gegensatz zum großen Konkurrenten RTL konnten die Münchner ihren Zuschaueranteil verbessern. Umsatz und Gewinn in dem Segment, das zwei Drittel des Konzerngeschäfts ausmacht, stiegen. Die Fußball-Europameisterschaft im Juni , die von ARD und ZDF übertragen wird, "wird kaum Einfluss auf unseren Werbeumsatz haben", sagte Ebeling, denn die öffentlich-rechtliche Konkurrenz habe beschränkte Werbezeiten.

Internet trägt 11 Prozent zum Umsatz bei

Den größten Rückenwind bekam der Konzern aus dem Internet. Die noch junge Digital-Sparte trägt bereits 11 Prozent zum Umsatz bei, hat beim Betriebsgewinn das ausländische Fernsehgeschäft eingeholt und wächst rasant. Dazu gehören die führende Online-Videothek Maxdome, werbefinanzierte Portale wie MyVideo oder Wetter.com sowie Online-Spiele, die immer mehr zum Massenmarkt werden.

Das skandinavische Fernsehgeschäft legte beim Umsatz weiterhin stark zu, machte aber wegen hoher Investitionen in neue Sender weniger Gewinn. Das Südosteuropa-Geschäft litt stark unter der Wirtschaftskrise.

Zuwachs erwartet

Für das Gesamtjahr erwartet Ebeling einen Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich, ein Betriebsergebnis von über 850 Mio. Euro und einen Rekordgewinn. (APA, 10.05.2012)

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