Lümmeln auf Marmor

Ansichtssache | Thomas Edelmann
11. Mai 2012, 17:21
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foto: hersteller

Avantgarde, aufgemöbelt
Der Architekt Ferdinand Kramer (1898-1985) gehörte zum Team des Neuen Frankfurt der 1920er-Jahre unter Ernst May, das eine neue, soziale Stadt schuf mit vielen, bis heute beliebten Siedlungsbauten. Später, in der US-Emigration beschäftigte sich Kramer mit zerlegbaren "Knock down"-Möbeln, einem qualitativ hochwertigen Vorläufer des Ikea-Prinzips. Sein Hauptwerk als Architekt ist der Neuaufbau der Frankfurter Universität, den er ab 1952 als Universitätsbaumeister leitete. Ohne dies zu planen, schuf er damit der Frankfurter Studentenrevolte die architektonische Bühne. "Funktionell, billig und von einer fast zarten Form" urteilte einst Alexander Kluge über Kramers Architektur, und eben nicht, wie heute gewünscht, repräsentativ und klotzig.

Nun legt e15 gleich eine ganze Reihe von Kramer-Möbeln aus verschiedenen Schaffensphasen auf, von der Liege und dem Stuhl mit Ledergeflecht oder Gurtbespannung von 1925 über Beistelltische bis zu Garderobenhaken und Universitätstischen der 1950er-Jahre. Und siehe da: Sie wirken, wenn auch farblich ein wenig verändert, noch immer zeitgemäß.

www.e15.com
www.ferdinand-kramer.org

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