Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

Drei- bis siebenfach erhöhtes Risiko, dass Kinder psychisch kranker Eltern selbst eine psychische Erkrankung bekommen

Salzburg - Kinder von Erwachsenen, die unter psychischen Erkrankungen leiden, sind selbst stark gefährdet, ein derartiges Leiden zu bekommen. Es gebe ein drei- bis siebenfach erhöhtes Risiko, eine psychische Erkrankung zu bekommen, berichtete die Salzburger Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt am Donnerstag bei der Vorstellung einer neuen Broschüre, die betroffenen Kindern und Jugendlichen Hilfe anbietet.

Die Broschüre "Mama geht's heut' nicht so gut" will das heikle Thema enttabuisieren, Hilfe anbieten und entlasten, sagte Holz-Dahrenstaedt. Sie berichtete von einer Studie an der Salzburger Christian-Doppler-Klinik, bei der über sechs Monate die Kinder der stationär aufgenommenen Patienten untersucht wurden. Rund 40 Prozent der Kinder hätten eine psychische Auffälligkeit gezeigt. Gründe dafür gibt es viele: Die Kinder und Jugendlichen sind mit der Situation überfordert, empfinden eine übergroße Verantwortung, Angst, Scham und Schuldgefühle. Das führt laut Holz-Dahrenstaedt zu Isolation, Aggression oder Selbstaggression. Österreichweit geht man von rund 50.000 betroffenen Kindern und Jugendlichen aus.

Auch die Eltern leiden unter Ängsten und Schuldgefühlen. Viele betroffene Eltern hätten Angst, dass ihnen die Kinder weggenommen würden, sagte die Psychotherapeutin Sabine Röckel. In Niederösterreich versucht beispielsweise die Initiative KIPKE (Beratung von Kindern mit psychisch kranken Eltern) die Familien durch Gespräche und konkrete Hilfestellungen zu entlasten. "Man muss entängstigen, ein Netzwerk aufbauen und Krisenpläne erarbeiten", sagte Röckel.

In Salzburg kümmert sich der Verein JoJo seit einigen Jahren um die betroffenen Kinder und Jugendlichen. Seit dem vergangenen Jahr bietet der Verein auch ein Projekt, das schon bei Babys und Kleinkindern ansetzt, berichtete Heidemarie Eher von JoJo. Es gehe bei "Willkommen im Leben" um möglichst frühe Hilfe und Prävention. Die psychisch erkrankten jungen Mütter werden von einem Team aus einer Psychologin, einer Hebamme, einer Kinderärztin und einer Sozialarbeiterin unterstützt, damit der Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind und die Bindungsentwicklung gelingt. Derzeit werden sechs Familien in der Stadt Salzburg im Rahmen dieses österreichweit einzigartigen Projekts begleitet.

Um Jugendliche besser zu erreichen, plant der Verein "Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter" (HPE) eine gemeinsame Online-Plattform, die Informationen und Anlaufstellen sowie ein Forum zum Austausch der Betroffenen bieten soll. (APA, 11.5.2012)

 

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Eine Adresse oder Weblink wo man diese Broschüren bekommen kann wäre fein!

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Es wird niemanden helfen,

niemandes mangelhaftes Wissen stützen, wenn der Standard sämtliche psychische Erkrankungen in einen Topf haut, ob chronisch oder akut, bildungsfern oder bildungsnah, ob Depression oder halluzinierender Verfolgungswahn.

Und was, bitte, ist eine narzißtische Persönlichkeitsstörung - gehören die Persönlichkeitsstörungen, Neurosen und dergleichen nun zu den psychischen Erkrankungen oder nicht?
Net?

Da der Standard-Bericht keine Psychiatrie-Schulung leistet, erwarte ich keine genaue Definition von psychischen Störungen. Darum geht es auch gar nicht. Persönlichkeitsstörungen gehören ja nicht dazu, trotzdem sind Eltern mit Pst ein großes Problem für ihre Kinder, die
1. darunter leiden, dass die Eltern aufgrund der Probleme mit sich selbst kaum Erziehungsfähigkeiten aufweisen.
2. die Vorbildfunktion deren Verhaltens übernehmen
3. die Opfer im Zusammenleben sind, da Menschen mit Pst kaum Krankheitseinsicht haben, keinen Leidensdruck. Den hat allerdings meist die Umgebung.

Eben; also grün für Teil 2 Ihres Postings - rötlich für Teil 1.

Denn ich habe nie irgendetwas in den Qualitätsmedien über Menschen mit Persönlichkeitsstörungen (oder schweren Neurosen) und deren Kindern gelesen. Und genau das ist ein Beispiel für schwere Diskriminierung psychisch kranker Menschen.

Aber hier kritisiere ich v.a. den Standard bzw. andere Medien, die nur die "psychischen Erkrankungen" thematisieren - die anderen Störungen des Seelenlebens bzw. der "Persönlichkeit" aber ausklammern.

Ein anderes Beispiel dieser Diskriminierung waren zwei Seiten über ProMente vor 1-2 Monaten in etwa, in denen betreute Wohngemeinschaften dieses Dachverbands beschrieben wurden.

Die Leute bekommen durch solche Artikel ein falsches Bild von

no na - psychisch Erkrankten.

Es sind nämlich nicht die überwiegende Mehrheit von Menschen mit mentalen oder psychologischen oder moralischen Problemen (oder Anpassungsschwierigkeiten)
1) (eben) akut psychotisch (gewesen),
2) bildungsfern,
3) arbeitslos,
4) komplett unfähig und rund-um-die-Uhr-betreuungsbedürftig.

Laut einer in einer ORF-Sendung verlautbarten Statistik sind 35-40% der registrierten Schizophrenen berufstätig. Auch Borderliner sind in ihrer großen Mehrheit berufstätig (nehme ich an).

Und ob Sie's glauben oder nicht, selbst Manisch-Depressive sind (noch häufiger!) berufstätig (und oft in kreativen Berufen). Auch der Standard berichtete.

Aber auch der Standard bezeichnet dann diese Menschen nicht als "psychisch krank".

Ich habe überdies versucht, auf die mediale Gewichtung aufmerksam zu machen:

und Persönlichkeitsstörungen und Neurosen kommen schlichtweg in der Standardberichterstattung und in der medialen im allgemeinen NICHT VOR.

So I hope you'll excuse the temper tantrum.

junge Männer werden von Gemeindeärzten eingewiesen, weil Sie ihre Mütter attakierten.

Die Mütter kann man da durchaus als die andere Seite des Spiegels ansehen; wie gesagt: Gemeindearzt, Mütter - also der Sohn muss rein.

Dort bekommt der Mann einmal Psychofarmaka und ist wochenlang dort; vom Arbeiten Gehen, was die Mutter aufregte, weiterhin keine Spur

der Mann wird zu einem psychiatrischen Patienten gemacht und von den Psychiatern werden Papierln beschriebnen und gefüllt, dass das ein Kranker ist und auch entsprechende Zuwendungen erhalten soll.

So kommt es zum Unterschied: "psychisch gesund" und "psychisch krank"; nach den Spitalsaufenthalten auch handfeste Unterschiede ..

Ich attakierte meine Mutter nicht.
Mir nahm diese Frau mein ganzes Geld weg, das Ich vorbereitete hatte um weg zu fahren.
Ich hatte auch exmatrikuliert; als Ich so weit war das Haus zu verlassen nahm Sie es Mir weg.
Zwei Tage war Ich noch bei Verwandten; dann war Ich bereit MIch freiwillig stationär behandeln zu lassen.
Ohne dass Ich mein Geld weggenomen bekommen hätte wäre Ich weg gefahren; die Idee Psychiatrie hatte meine Mutter auch nur von dem Therapeuten, den Ich schon aufgegeben hatte.

Kinder, die Ich heute habe, werden es besser haben; Ich nehme Ihnen ihr Geld nie weg; das habe Ich gelernt.

Außerdem habe Ich die Bürde: psychiatrische Behandlung nicht mehr

Mit Gruß
Georg

Erfolge bei den Psychiatern sehe Ich eigentlich nur bei Problemen im Zusammenhang mit Drogen.

Sonst wird in der Psychiatrie ruiniert. Die Patienten mit Drogenproblemen sind zuerst beeidruckt, was die Psychiater können; das legt Sich bei denen aber auch.

Bei den anderen entsteht mit der Behandlung erst etwas, was dann als Drogenproblematik eingeschätzt wird.

Und wie die zuschütten die Psychiater; überhaupt nicht interessiert Wünsche von Patienten nach wenig Medikation oder keiner irgendwie zu stützen ..

grad auch in Niederösterreich waren da ganz besonders Blöde unterwegs ..

Das Problem ist meines Erachtens eigentlich nicht, dass die Psychiater und Pfleger/Schwestern die Bösen sind (und wir die Guten); sondern dass wir alle miteinander im gleichen System gefangen sind: wie mit psychisch Erkrankten (aber auch körperlich Erkrankten) verfahren wird: so, wie es zwar nicht am Effizientesten ist, aber so begriffen wird: also am wenigsten kostet.

Es wird schlicht zuwenig Geld in die Hand genommen. Die Methode Spital/Spitalseinweisung überfordert so gut wie alle Beteiligten. Es gibt sowieso zu wenig Personal, dann wird dort weiter gekürzt! Wir haben Nachtdienste, die den Ärzten Jahre vom Leben nehmen, nicht nur 12-Std.-Schichten; sondern 48-Std.-Schichten und dergleichen (übers ganze Wochenende).

Schreibewiederbald.

40 mg Haldol haben die Mir am Tag gegeben; dann setzte Ich ab, kam in ein Wiener Krankenhaus und dort bekam Ich dann 10; - wird doch die gleiche Kranheit gewesen sein

in Wien ging es Mir wesentlich besser; dort setzte Ich danach auch ab und blieb wesentlich stabiler

in Niederösterreich waren die einfach nicht normal ..

Schon ungeheuer viel, 40 mg.

eine andere Patientin erzählte, als Sie nach der Psychiatrie nach Hause kam, war Sie so fertig, dass Sie fast nur im Bett liegen konnte; Sie hätte Sich aber um ihr Kind kümmern müssen, um den Haushalt und den Lebensgefährten

so fertig kann man nicht reklamieren; man gilt halt einfach als krank; hohe Psychofarmakadosen machen das ihre

man muss einmal die Eltern vor den Psychiatern, dem UBG und den Behandlungen schützen. Das ist das erste.

wenn für manche Familien mit Eltern mit psychischen Problemen es möglicjh ist, 6 Wochen lang jeden Tag das Geld auf die Hand zu bekommen, das die gleiche Zeit ein stationärer psychiatrischer Aufenhalt kostet - 500 Euro pro Tag - kann da und dort ein kleines Wunder passieren.

Mit Gruß
Georg

Salzburg?

Dort gilt es MitstreiterInen für Inititativen zu gewinnen, die sich den "abgefahrenen" Umgang in sensiblen Bereichen der Gesellschaft nicht mehr gefallen lassen wollen und bereit sind auch "auf die Barrikaden" die steigen, wenn alles andere versagt hat.
So wird morgen eine Schlüsselfigur in der "Testamentsaffaire" vor Gericht stehen, und wir sind in Salzburg anwesend, um uns dort mit Transparenten wie "Der Herr hats gegeben, die Justiz hats genommenen" oder "§§§-Braten gerochen, letzter Wille gebrochen"...auf die menschenrechtswidrigen Zustände im Sachwalterbereich aufmerksam zu machen.

Interessant.

ganz ganz wichtige sache

endlich

Ein Thema, dass viel zu wenig die Öffentlichkeit erreicht. Schön, dass es in manchen Gebieten schon Hilfe gibt. Und ich hoffe, dies wird auch ausgedehnt. Wahrscheinlich handelt es sich in Wirklichkeit um eine wesentlich größere Anzahl, da die viele Eltern mit psychischen Störungen oder Persönlichkeitsstörungen nicht als solche erkannt werden und keine Hilfe aufsuchen. Dabei handelt es sich dabei auch um ein Marktwirtschaftliches Problem. Diese Kinder lernen oft die normalsten, lebenspraktischen Dinge nicht und können später kein selbständiges Leben führen. Manche sind unsere zukünftigen Pensionisten oder Straftäter, einfach, weil sie vieles nie gelernt haben..

Haben unsere bildungsfernen Schichten (insofern nicht außerdem noch psychisch bzw. völlig gestört) nicht auch sehr SEHR vieles nicht gelernt?

Es ist noch immer ein Unterschied. Manche psychisch Erkrankte sind schlichtweg sogar überqualifiziert.

Übrigens wäre zu wünschen, dass man denjenigen zuerst fragt, was er denn seiner Meinung nach bräuchte, bevor man beginnt, ihm Dinge, die ihm sowieso selbstverständlich sind, beibringen zu wollen. Sonst könnte es dem so vorkommen, er würde im Kindergarten festgehalten.

Ich z.B. bräuchte derzeit Hilfe mit dem PC/Internet und der Kamera. Wer meldet sich freiwillig (und ehrenamtlich ;))?

Unter "wichtige Sachen nicht erlernen" verstehe ich in diesen Fällen:
mangelnde soziale Kompetenz, Körperhygiene, Kochen können, Einfühlungsvermögen, andere verstehen usw.
ganz banale Fertigkeiten, die ein Leben in unserem Breitengraden erst möglich machen.
Da Eltern mit psychischen Erkrankungen dies meist nicht können, können sie es auch ihren Kindern nicht beibringen.

Mit dem ersten Satz begeben Sie sich ganz schön in die Bredouille. Generell kein Einfühlungsvermögen, so ein Nonsens. Plötzlich, so scheint es, reden Sie von einer bestimmten Gruppe der diversen Störungen. Wieso, geht es plötzlich um Menschen mit Asperger oder Psycho- bzw. Soziopathen??

Hoffentlich machen SIE keine Einführung in Störungen des Seelenlebens (oder der "normalen" Funktion) für Laien.

Für die (diesbezüglichen) Laien, die SIE alle sind.

Das ist es eben gerade. Haben die meisten FPÖ- (und ÖVP-Wähler) hohe soziale Kompetenz, Empathie, Einfühlungsvermögen

(Mit nur kurzer Küchenzeile, 2 Elektroherdplatten, ohne WW und Geschirrspüler gestalten sich übrigens solche Dinge wie Kochen und Körperhygiene meist etwas schwierig.)

Kann ein männlicher Berufstätiger (gesund oder nicht) NICHT KOCHEN, kräht kein Hahn danach, dass er das doch bitte per unfreiwilligem Coaching erlernen möge. Nicht ganz zufällig konstituieren Fertiggerichte, TK-Waren und Fast Food einen erheblichen Anteil des (Supermarkt)Angebots.
(Aber dass man für seine Kinder einigermaßen, etwas kochen können muß, stimmt natürlich. Die sollten auch andere Dinge essen als Pizzas und Burgers und Frittes - aber, größer geworden, von Mamas Kochkünsten (denn SIE ist es meistens, die kocht) nicht viel halten.)

Fortsetzung später.

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