Geplante Anschläge auf Sotschi aufgedeckt

10. Mai 2012, 15:48
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Rebellenführer Umarow und georgischer Geheimdienst sollen hinter Anschlagsplänen stecken - Experten äußern Zweifel

Moskau - Der russische Geheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben Pläne für Anschläge auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi im Jahr 2014 aufgedeckt. Der radikalislamische Rebellenführer Doku Umarow habe mehrere Anschläge vor und während des internationalen Sportereignis begehen wollen, berichtete die Nachrichtenagenturen ITAR-TASS, Interfax und RIA Novosti am Donnerstag unter Berufung auf das russische Antiterror-Komitee. Das Komitee warf Georgien vor, Umarow bei der Planung der Anschläge mit Material unterstützt zu haben.

Nach Angaben des Komitees wurde am Freitag und Samstag eine Terrorzelle in der abtrünnigen georgischen Region Abchasien zerschlagen. Den Angaben zufolge wurden bei der Razzia am 4. und 5. Mai drei Mitglieder von Umarows islamistischer Bewegung Emirat des Kaukasus gefasst und große Waffenbestände sichergestellt. In den Waffenlagern hätten sich Boden-Luft-Raketen, selbst gebaute Sprengsätze, Sprengstoff, Panzerminen und andere Waffen befunden. Russische Geheimdienst-Experten äußerten Zweifel an der Darstellung.

Georgischer Geheimdienst involviert

Nach Angaben des russischen Geheimdiensts FSB wollten Terroristen die Waffen in den nächsten zwei Jahren nach Sotschi verlegen, das nur rund 30 Kilometer von der abchasischen Grenze entfernt liegt. Den Angaben zufolge unterstützte der georgische Geheimdienst die Gruppe.

Bereits im August 2011 sei unweit von Sotschi ein "von Banditen angelegtes" Waffenlager vernichtet worden. Im Februar sei in Abchasien ein Mann festgenommen worden, der heimlich 300 Zünder nach Russland bringen wollte.

Abchasien grenzt an die Region um Sotschi. Die Schwarzmeerstadt liegt am Fuß des Kaukasus, wo die Winterspiele 2014 stattfinden sollen.

Russland ist Schutzmacht Abchasiens und der ebenfalls abtrünnigen Region Südossetien. Moskau hatte nach dem Waffengang gegen Georgien im August 2008 die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien als unabhängige Staaten anerkannt. Die Europäische Union und die USA sehen die Region weiter als Teil Georgiens. (APA/Reuters), 10.05.2012)

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