Hamas-Spezialeinheit soll Raketenabschüsse verhindern

10. Mai 2012, 13:49
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300-Mann-Truppe beschlagnahmt Raketen und Granaten - Keine Einsätze nach israelischen Luftangriffen

Die im Gazastreifen regierende Hamas bemüht sich offenbar um eine Verbesserung ihres Verhältnisses zu Israel. Laut einem Bericht der Tel Aviver Tageszeitung "Haaretz" ist seit mehreren Monaten eine Spezialeinheit im Einsatz, die Raketenabschüsse radikaler Palästinenser verhindern soll.

Die in schwarze Uniformen gekleideten Sicherheitskräfte sind mit Motorrädern und Geländefahrzeugen ausgerüstet und patrouillieren laut "Haaretz" vor allem im Grenzgebiet. Die 300 Mann starke Truppe ist  direkt dem Innenministerium unterstellt und hat Anweisung, auf militante Palästinenser zu schießen, wenn sich diese der Festnahme widersetzen. Granaten und Raketen werden von der Hamas-Einheit beschlagnahmt.

Kaum Einsätze im März

Als der Gaza-Konflikt im März eskalierte und bei 40 gezielten israelischen Luftangriffen im Gazastreifen insgesamt 23 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt wurden, blieb die "Raketenpolizei" allerdings in ihren Stationen: 195 Raketen und Granaten wurden damals auf Südisrael abgeschossen.

Anlass der Gewalt war in diesem Fall nämlich laut "Haaretz" die gezielte Tötung Zuheir al-Qessis, des Vorsitzenden des "Volkswiderstandskomitees" - und wenn Israel zuerst angreife, werde nichts gegen Raketenabschüsse unternommen.

Israel betreibt im Grenzgebiet seit mehr als einem Jahr das Raketenabwehrsystem "Iron Dome", das viele Geschoße im Flug getroffen hat. (red, derStandard.at, 10.5.2012)

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    2009 gab sich die Hamas noch kämpferisch: auf dem Wandgemälde steht arabisch und hebräisch  "Hamas ist der Tod Israels"

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