Künstler rufen zur Verteidigung des Urheberrechts auf

10. Mai 2012, 12:44
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Von Daniel Kehlmann bis Mario Adorf: "Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums" - Berliner Piraten wollen "Handreichung"

Mit einem Aufruf prominenter Autoren und Künstler zur Verteidigung des Urheberrechts ist die Debatte über den Umgang mit kreativen Werken im Internet in eine neue Runde gegangen. Der Appell "Wir sind die Urheber. Gegen den Diebstahl geistigen Eigentums" wurde am Donnerstag im Internet und in der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlicht. Die 100 Erstunterzeichner wenden sich indirekt gegen Initiativen aus mehreren Parteien, das Urheberrecht an die veränderten Bedingungen im Netz anzupassen.

Urheberrecht als "historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit"

Die Erklärung bezeichnet das Urheberrecht als "historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit" und als "materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen". Sie richtet sich gegen das Argument, dass es einen Interessengegensatz zwischen den eigentlichen Urhebern kreativer Werke und den sogenannten Verwertern gibt, also etwa Verlage, Plattenfirmen und Verwertungsgesellschaften wie die deutsche Gema. Einige Netzaktivisten haben erklärt, dass sich die Urheber im Internet direkt an ihr Publikum wenden und an den Verwertern vorbei Geld verdienen könnten.

Daniel Kehlmann, Charlotte Roche, Julia Franck, Uwe Tellkamp, Martin Walser und Günter Wallraff

Zu den Erstunterzeichnern gehören die Schriftsteller Daniel Kehlmann, Charlotte Roche, Julia Franck, Uwe Tellkamp, Martin Walser und Günter Wallraff sowie Künstler wie der Schauspieler Mario Adorf. Auch der Musiker und Schriftsteller Sven Regener unterschrieb - er hatte die Debatte im März mit einer heftigen Polemik in Fahrt gebracht. Danach wandten sich 51 Drehbuch-Autoren der Krimi-Reihe "Tatort" an die "liebe Netzgemeinde" und warfen dieser vor, die "Umsonstkultur" im Internet in den Rang eines Grundrechts erheben zu wollen. Die Kritik richtete sich insbesondere auch gegen die Piratenpartei, die bei den letzten Wahlen wiederholt erfolgreich war.

"Egal wie viel Unverständnis man für die Aktion in der Zeit hat: Wir müssen das ernst nehmen. Es bedarf einer Handreichung."

Der Urheberrechtsexperte bei den Berliner Piraten, Christopher Lauer, erklärte zu der neuen Künstler-Initiative auf Twitter: "Egal wie viel Unverständnis man für die Aktion in der Zeit hat: Wir müssen das ernst nehmen. Es bedarf einer Handreichung." Jan Engelmann vom Wikimedia-Verein schrieb ebenfalls auf Twitter: "Verwerter denken Urheberrecht als Verbotsrecht, wir suchen Anreize für kreatives Schaffen, rege Nutzung und Beteiligung." Im Blog "netzpolitik.org" schrieb Leonhard Dobusch, der Aufruf in der "Zeit" versuche, "eine Einheitsfront zwischen Urhebern und Verwertern zu suggerieren", beweise aber nur, "dass ebendiese Front am Bröckeln ist". (APA, 10.05. 2012)

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Die Zeit

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