Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Eine leckgeschlagene Schlauchboot-Titanic: Das Kunstfestival Soho in Ottakring führt auf "Unsicheres Terrain".
Ein Ausblick auf das diesjährige Programm.
Wien - Hochsaison am Ferienort, alle Hotels voll. So was kann schon einmal zu einer Nacht im Auto oder auf der Bank im Park führen. Wer allerdings in Wien auf einer Parkbank nächtigt, hat ganz andere Probleme als ein überbuchtes Gästehaus. Wie fühlt sich das an, mitten im Häusermeer sein Nachtlager aufzuschlagen?
Prekäre Erfahrungen dieser Art vermittelt das Projekt Die sichere Bank von Sylvia Winkler und Stephan Köperl für Soho in Ottakring. Unsicheres Terrain betreten Interessierte dabei nur bedingt: ein Sicherheitsdienst überwacht die Schläfer. Kunstprojekte sind zwar geschützte Zellen, öffnen aber Reflexionsräume, etwa zum Nachdenken über den Verlust öffentlichen und privaten Wohlstands, vermitteln unmittelbare Erlebnisse, finden Bilder für schnöde politische Theorien.
Auf "Unsicheres Terrain" führt auch das nunmehr biennal stattfindende Wiener Kunstfestival Soho in Ottakring. Mit gewohnt gesellschaftspolitischem Fokus und vor dem Hintergrund von Finanz- und Umweltkatastrophen sowie "kläglich versandenden Revolutionen" zielt man auf das Ende gewohnter Sicherheiten ab. Wohin geht unsere Reise? Abwärts - das symbolisiert die klägliche Schiffshavarie am Festivalplakat, eine Art leckgeschlagene Schlauchboot-Titanic.
"Ein unsicheres Terrain hat auch Vorteile", sagt Wolfgang Schneider, neben Beatrix Zobl und Ula Schneider einer der Festivalleiter von Soho. Die dem Umbruch vorausgehende Endphase sei eben auch eine irrsinnig spannende Zeit, selbst wenn man noch nicht wisse, wohin es gehe. Selbst die Politik stehe an. "Mehr als bewahren und die Rezepte des 20. Jahrhunderts neu aufzulegen, hört man politisch nicht.
Wieder einmal ist die Kunst der Ort, wo man der Lethargie trotzt, wo mögliche Antworten auf gegenwärtige Krisen durchgespielt werden. Zum Beispiel in der Neuen (schönen) Steinzeit von Götz Bury, in dessen Szenario etwa Überproduktion mittels Einweg-Mischbrotschuhen abgetragen wird und in Seminaren und Shops das Rüstzeug für die Endzeit wartet. Leere Lokale - lokale Leere diskutiert die Folgen der Marktliberalisierung vor Ort, also dort, wo sie sich auch auswirken. Den Umbruchshorizont öffnet die Filmreihe Post-Apocalypse Non-Stop im Admiralkino.
Trotzdem, so Beatrix Zobl, sei die Politik für Veränderung zuständig und kann das nicht an Kunstaktionen auslagern. "Kunst kann anregen, begleiten, kritisieren, notfalls verhindern. Sie ist aber nicht zur Auflösung aller Antagonismen da. So war das nicht gemeint mit Kunst im sozialen Raum."
Trotz Ottakringer Basis ist Soho ein Kunst- und kein Stadtteilprojekt. Bereits im diskursiven Zwischenjahr hat man die Bezirksgrenzen verlassen. Die Soho-Festivalsatelliten kreisen in Hernals, Neubau und Fünfhaus. Soho wurde in den vergangen Jahren allzu gerne als positives Beispiel für Stadtentwicklungspolitik herangezogen. Freilich hat sich Soho positiv auf das Brunnenviertel ausgewirkt, hat mitgeholfen, Sichtweisen auf das als "Slum" verunglimpfte Viertel zu ändern.
"Unsicheres Terrain" benennt leider auch die Situation von Soho selbst. Schneider: "Im eigenen Krisenhandling kennen wir uns mittlerweile gut aus." Mit 120.000 Euro (97.000 Euro öffentliche Förderungen) schupft man das Festival. "Vergleichbare Festivals haben ein Budget von 500.000 Euro zur Verfügung." Das tatsächliche Leistungsvolumen (Sachleistung und unbezahlte Arbeit eingerechnet) beträgt rund 390.000 Euro, also mehr als dreimal so viel. "Man muss nicht viel Ahnung von Betriebswirtschaft haben, um zu verstehen, dass sich das - bei aller Liebe und allem Engagement - auf Dauer nicht ausgehen kann." (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 11.5.2012)
12. bis 26. Mai
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!
Delogierung mal anders: Architekt Édouard François stapelte für den Bauträger Paris Habitat verschiedene Wohnhäuser zu einer urbanen Collage
Karlsruhe: Juristisches "Neuland" zu Urheberrecht bei Fotos
Die Bewegungsstudie von 1925 ist Rudolf Koppitz' wohl bekanntestes Foto. Faktisch ist sein Œuvre umfangreicher, wie eine Ausstellung in Brünn und der Kunstmarkt belegen
Eine Ausstellung im Palazzo Strozzi beschäftigt sich umfassend mit dem Ursprung der Renaissance. "Die Ausbreitung der Schönheit" lässt sich dort konzentrierter und ruhiger nachvollziehen als im umgebenden Florenz
Helmut Draxler beschäftigte sich am Beispiel der Generali Foundation mit dem Prinzip Sammeln
Die Berliner Künstler Janina Janke und Maurice de Martin beforschten die UN-Sitze in Wien, Nairobi und New York City als "unbekannte Räume"
Ars-Electronica-Jury hatte aus über 4.000 Einreichungen zu wählen - Preisverleihung am 6. September
René Block tauchte ab in die Tiefen des Depots von Sammler-Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl und fühlte eine Ohnmacht. Aus etwas ihm vertraut Unvertrautem - der österreichischen Avantgarde der 1960er-Jahre - wurde die Schau "Eine kleine Machtmusik"
Ernst Logar hinterfragt in Graz "Orte der Unruhe", wo NS-Opfern gedacht wird
Studienjahr 2013/2014: Internationale Jury kürte je vier Projekte aus den Bereichen Architektur und bildende Kunst sowie jeweils zwei Ersatzprojekte
Jakob Lena Knebls Mahnmal "Schwule Sau" am Morzinplatz in Wien erinnert an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgender-Personen
Kreditvergaben an Kunststiftung zu gering besichert: Anklage gegen acht Personen
Der öffentliche Raum und die Erinnerung sind Kernthemen in Marko Lulics künstlerischer Arbeit: In der Ausstellung "Psychogeography" folgt er sehr persönlichen Wegen durch Wien
Große Bandbreite, Vielschichtigkeit und Komplexität der bildhauerischen und fotografischen Arbeit des Künstlers wird gewürdigt
Geometrische Kompositionen, die sich nur auf den ersten Blick ähneln: Bilder von Ingo Nussbaumer und Florentina Pakosta
Aufnahme in Liste der "World's 50 Greatest Galleries"
Künstler Martin Walde gestaltet den Kunstraum Dornbirn: Die Ausstellung "Von Moment zu Moment" lädt Betrachter zur Kommunikation ein
Inhalte können geteilt und nach Hause geschickt werden
Sabine Marte stellt die Welt auf den Kopf: In der Galerie allerArt in Bludenz sind derzeit ihre Videoarbeiten zu sehen
Eröffnung Mitte September
Bis 20. Juli ist in der Leica Galerie Wien eine Auswahl an Porträts und Reportagefotografien der aus Graz stammenden Magnum-Fotografin zu sehen
Vergeben werden auch je ein Atelier in Indonesien und im Prater
Macht, Liebe, Erotik: Galerist Hilger zeigt Christian Ludwig Attersee in der BrotKunsthalle
Kritik am "hohen Anteil von Besuchern aus sozioökonomisch wohlhabenden Gruppen" - Künstler Petro Wodkins kettete sich an Absperrungen
Hybride aus Skulptur und Malerei, aufgeladen mit Referenzen zu Kunstgeschichte und Alltagskultur, kennzeichnen das Oeuvre von Rachel Harrison, das die Nähe zum Readymade nicht verhehlen kann
Diese Rechnung würde ich gerne aufgeschlüsselt sehen.
Sach- und Eigenleistungen (Personal) von 390.000.-
Klingt nicht sehr effizient in der Projektumsetzung. Wie viel man power da rein geht, hängt auch von Euch ab.
Jammern können wir alle, aber: ES WIRD IN DEN NÄCHSTEN JAHREN NICHT MEHR!
Daher eher gesundschrumpfen als selbstausbeuten.
Wien ist ein unsicheres Terrain.
http://wp.me/ppWn1-11
gratulation, liebe soho-organisatoren.
nachdem ihr euch jahrelang indirekt vor den karren der immobilien-entwickler habt spannen lassen, wundert ihr euch, dass auf einmal alles ein wenig "unsicher" wird.
glückwunsch zu soviel scharfsinn und voraussicht.
aber natürlich machts ja sicher spass mal alle paar jahre irrelevanten krams aufzuhängen. ein paar tage ein paar leuten erzählen zu können man ist künstler und hat grad ein urspannendes projekt. und mit einem körberlgeld bis zum nächsten förderungspool über die runden kommen. nur nicht zu kritisch.
wie traurig!
ihr sägt am ast auf dem ihr sitzt. und alle anderen fallen mit herunter. aber danach könnt ihr dann ja in den 17ten weiterziehen. sehr gesellschaftsrelevant. danke aus ottakring!
ich wohne seit 10 jahren im 16. und habe so eine zeitlang die entwicklung miterleben können.
und: nein - ich bin in nicht in der "kunstszene" tätig und bin und wohne zufrieden. ebrenfalls habe ich einblick in qualitativere bereiche. (>angewandte etc.)
es ist nicht von der hand zu weisen, dass das soho zwar nette aspekte hat bzgl. temporärer anrainer-projekte und die "leute mal auf die strasse bringen" etc.
aber es ist deutlich, dass vieles den geruch hat von "hauptsache wir bekommen eine leute zusammen, die irgendwas machen". und das in zusammenhang mit der gezielten "aufwertung" des viertels als "künstlerbezirk" und "hipp".
somit führen die "netten diversity-projekte" indirekt zur gentrifizierung und den einschlägigen folgen daraus.
leben, was Phänomene wie "Gentrifizierung" betrifft, in einer - gemessen an Städten wie London oder New York - komplett schaumgebremsten Zone. In Ottakring von "Gentrifzierung" zu sprechen, hat an sich schon etwas Absurdes.
Außerdem sollte man sich irgendwann den Reflex abgewöhnen, immer auf Künstler hinzuhauen. Sie sind - unabhängig vom Niveau ihrer Arbeiten - meist das schwächste Glied in der Kette (finanziell, sozial). Gerade jemand, dem es um "Gentrifizierung" geht, sollte das berücksichtigen.
1. "haue ich nicht auf künstler hin",
sondern sage ich finde es absurd, dass sich da ein grüppchen vereint, das sich angeblich reflektiert und kritisch mit "lebenswelten" beschäftigt..
was das soho aber inhaltlich durch partiellen dilettantismus, durch "nettigkeit" und eine gewisse belanglosigkeit sehr unrelevant erscheinen lässt.
eine perspektive von aussen und meinung = "hinhauen"...?
2. hat man nach 10 jahren schon ein gutes gefühl wie sich ein grätzel entwickelt. auch in vergleich mit anderen stadtvierteln.
vergleiche mit ny & london sind lächerlich.
da könnt ich ja auch sagen in st.pölten ist es nicht schlimmer als in wien.
soho ist für mich nichts als marketing-gag und immo-anlockerei. ansonsten passiert hier nicht viel.
ich bin ottakringer- echter ottakringer, aber was heißt des heute schon im globalen mischmasch- derf ma heut no irgendwas sein, was man als echt bezeichnen kann, um nur ja niemand zu störren. ottakring hat sich definitiv verändert, aber ich kann ihnen sagen, nicht im positiven, wer ottakring so kennt, wie es einmal war(und da mein ich nicht die 60er) und heute den zustand sieht und welche AKTIONEN gestarte werden, von den verursachern, kann des einfach nicht ernst nehmen, soho bringt keine geschäfte zurück, soho renoviert keine häuser und denkmalgeschützten bauten wenn es not tut und nicht zeiten später wo alles schon abgerissen werden muss ist, soho ist überflüssig und peinlich! soho ist politik e. genauso peinlichen roten stadtregierung
einige Wendungen ihres Ausgangspostings hören sich definitiv nicht nach einer sachlichen "Perspektive von aussen" an.
Ausserdem macht ein "Grätzel" noch lange keine Gentrifizierung; und in vielem lässt sich Wien tatsächlich eher mit St. Pölten als mit NY vergleichen. ;)
wer fördert dieses soho eigentlich?, ist es nicht die spö , die "partei der arbeiter" und "sozialisten"?
insofern blablabla , gesponsert von?
künstler die von problemen der menschen in ö keine ahnung haben, aber es passt halt so schön ins gesamtkonzept und die beziehungen ham ma ja, also wieso ned a bisl revolutser spielen und sich wichtig machen.......speib.
ich red da nicht von den wirklich krativen köpfen und engierten die gute EIGENE ideen haben, sondern vom tross der zukünftig bezahlten staatskünstler und kopisten für soziale themen.......rüüüülpppssss
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.