Land Salzburg finanziert Sportstunden für Nachmittagsbetreuung

10. Mai 2012, 12:25
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Pilotprojekt vorerst an 20 Volksschulen

Salzburg  - Mit einem Pilotprojekt will das Land Salzburg Kinder zum Sport bringen: Es übernimmt die Kosten, wenn Volksschulen im Rahmen der Nachmittagsbetreuung zwei Stunden Sport pro Woche zusätzlich anbieten. Die Nachfrage scheint gegeben: Montagnachmittag wurden die 75 infrage kommenden Schulen angeschrieben, Mittwochabend sind bereits neun Anmeldungen eingelangt, informierte heute, Donnerstag, Projektleiter Walter Dungl bei einem Pressegespräch.

20 bis 25 Prozent der schulpflichtigen Kinder haben bereits Übergewicht. "Mit zwölf Jahren haben sie den Gipfel der körperlichen Leistungsfähigkeit erreicht, von da an geht's bergab", sprach Sport-Referent LHStv. David Brenner (SPÖ) von "erschreckenden und alarmierenden" Ergebnissen derartiger Studien. In relativ kurzer Zeit habe sich die körperliche Leistungsfähigkeit drastisch verschlechtert. Mit dem Projekt sollen vor allem bewegungsarme Kinder Freude an Sport und körperlicher Betätigung finden.

20 Schulen nehmen Teil

Gestartet wird im kommenden Schuljahr einmal an 20 der rund 75 Schulen, die in Salzburg zurzeit Nachmittagsbetreuung anbieten. Jede Gruppe erhält 1.900 Euro Förderung. Damit stehen für die 38 Schulwochen je 50 Euro zur Verfügung, mit denen ein Sportbetreuer für die Doppelstunde finanziert werden kann. Rekrutiert werden sollen diese Betreuer von den Schulen gemeinsam mit dem Landessportbüro, den Dachverbänden und der Arge Schule und Sport. Gedacht ist etwa an Trainer, Sportwarte oder auch Studierende, die aber ein bestimmtes Anforderungsprofil erfüllen müssen.

Ziel des Projektes ist es, dass die Kinder viele verschiedene Sportarten kennenlernen. "Es geht nicht um Leistungssport, sondern ist ganz niederschwellig. Die Kinder sollen Freude an der Bewegung finden, der Sport soll Spaß machen", so Dungl. Nur so könnten Menschen langfristig für den Sport gewonnen werden. Robert Tschaut vom Landesschulrat wies aber auch auf die soziale Bedeutung hin: Studien hätten gezeigt, dass ausreichend Bewegung das Aggressionspotenzial verringere.

Für Brenner ist das Projekt - seinen Angaben zufolge übrigens das erste dieser Art in ganz Österreich - "erst der Anfang". Er möchte es mit der Zunahme der Nachmittagsbetreuung mitwachsen lassen, "bis irgendwann jedes Volksschulkind eine Stunde Bewegung pro Tag an der Schule hat". Dann aber müssten sich freilich auch andere Ressorts an den Kosten beteiligen.(APA, 10.5.2012)

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