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Der Arbeitsplatz - steril wie eine Haltestelle - kann zur Demotivation beitragen.
Der größte Feind des Desasters ist der an seinem Arbeitsplatz begeisterte Mitarbeiter. Diese Begeisterung kann fürchterliche Auswirkungen auf die allgemeine Demotivation haben.
Also Vorsicht: Lassen Sie unter keinen Umständen jemals einen Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz eigenständig gestalten. Es besteht die Gefahr, dass er diesen so aufmöbeln könnte, dass er sich wohlfühlt. Je wohler sich ein Mitarbeiter fühlt, desto unwahrscheinlicher ist seine Frustration zu erreichen. Verbieten Sie daher auf jeden Fall, dass es am Arbeitsplatz zu Auswüchsen individueller Gestaltung kommt.
Gleicht dieser einer Gefängniszelle oder vermittelt er Sterilität wie ein Operationssaal, lässt sich davon ausgehen, dass eine angenehme Atmosphäre gar nicht erst entstehen kann. Vereinheitlichen und reduzieren Sie nach Leibeskräften, bis der Arbeitsplatz Ähnlichkeit mit einem Buswartehäuschen oder einer Bahnhofshalle hat. Stehen Sie dazu, dass Sie ausgefallene Lieblingsfarben haben, und überraschen Sie alle Mitarbeiter mit der einheitlichen Gestaltung des gesamten Interieurs in exzentrischen Farbtönen. Folgen Sie ausschließlich Ihren eigenen Vorstellungen von Ästhetik, Schönheit und Zweckmäßigkeit und lassen Sie die anderen daran teilhaben.
Diese Überlegungen bringen uns zur Hierarchie als mächtigstem Werkzeug der Demotivation. Lesen Sie darüber nächste Woche mehr. (Christian A. Pongratz, derStandard.at, 10.5.2012)
Christian A. Pongratz, geboren 1973 in Klagenfurt, studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre und war Gastprofessor an der Università Commerciale Luigi Bocconi in Mailand. Er ist als Lektor an der Donau-Uni Krems tätig und unterrichtet an der FH Villach. Pongratz ist als Unternehmensberater (durchdacht.cc) und Wirtschaftskabarettist (betriebsdesaster.cc) in Österreich, Deutschland und Italien zugange.
Buchtipp
Christian Pongratz: Betriebsdesaster. Die Anleitung zum Untergang. Verlag durchdacht.cc, 159 Seiten, 24,50 Euro.
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