Monatsgehalt sparen mit effizienteren Autos

10. Mai 2012, 11:21
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Wie viele Spritkosten kann man sich sparen? Würde die EU der Industrie effizientere Fahrzeuge vorschreiben, eine ganze Menge

Wien/Brüssel - Wie viele Spritkosten könnte sich der durchschnittliche Autofahrer sparen? Wenn die EU der Autoindustrie effizientere Fahrzeuge vorschreiben würde, eine ganze Menge behauptet Greenpeace.

Abhängig von der Ölpreisentwicklung und politischen Ambitionen könne die Einsparung schon 2015 mindestens 100 Euro im Jahr betragen und bis 2030 auf 1349 Euro ansteigen, heißt es in einer Aussendung. "Durchschnittliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können ein ganzes Monatsgehalt einsparen, wenn die EU die Autoindustrie zu 2-Liter-Autos verpflichtet", erklärt Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Höherer Verdienst mit Spritfressern

Die Autoindustrie wehre sich vehement gegen diese Vorschriften, denn die PKW-Hersteller verdienten mit großen Spritfressern mehr Geld als mit sparsameren Fahrzeugen. Folglich würden sie eben lieber einen SUV als ein Drei-Liter-Auto verkaufen. Letzteres sei technisch bereits umsetzbar, auch Zwei-Liter-Autos rücken allmählich in erreichbare Nähe.

Vor allem Europas führenden Autohersteller, Volkswagen, stellt die NGO an den Pranger. Der Autobauer lobbyiere intensiv gegen strengere Effizienznormen. "Zu lange hat die Autoindustrie ihre Entwicklungsabteilungen beispielsweise mit elektrisch verstellbaren Rücksitz-Armlehnen beschäftigt. Jetzt ist es ernsthaft an der Zeit, dass die Ingenieure mal wieder zeigen, was sie wirklich können", so Westerhof.

Die EU hat 2008 Effizienznormen für PKW festgelegt, die vorschreiben, wie hoch die CO2-Emissionen in Gramm pro Kilometer sein dürfen. 2015 sind im Schnitt nur noch 130 g/km zulässig (ca. 5 l/100 km), aber es gibt bisher keine Ziele die darüber hinausgehen. Die Gefahr sei akut, dass damit der Druck auf die Autohersteller, sparsamere Fahrzeuge zu entwickeln, ins Stocken gerate, moniert Greenpeace und fordert von der EU-Kommission, strengere Ziele für 2020 und 2025 zu beschließen. (red, derStandard.at 10.5.2012)

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    Die Größe der Autos: Derzeit eine oft etwas umstrittene Angelegenheit.

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