Absperren und verbieten, der Weisheit letzter Schluss?

Leserkommentar10. Mai 2012, 11:30
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Der öffentliche Raum wird den Grazern weiter entzogen

Die Grazer Alkoholverbotszone zeigt wieder einmal, dass der Grazer Bürgermeister nicht in der Lage ist, mit dem Problem der Alkoholkranken in der Öffentlichkeit umzugehen.

Wie schon im Grazer Stadtpark, in dem der Pavillon nun für alle vergittert wurde (derStandard.at hat berichtet), schafft es die Stadtregierung weiterhin nicht, eine Lösung zu finden, die den Bürgern dieser Stadt öffentlichen Raum zur Verfügung stellt, nein, dieser wird den Menschen sukzessive entzogen.

Zusperren als Lösung?

Der Pavillon im Stadtpark war den Menschen auch vor dieser Zusperr-Aktion nicht zugänglich, da sich Bügermeister Nagls "Problem" dort häuslich eingerichtet hatte. Anstatt eine wirkliche, langfristige Lösung zu suchen, ist der Pavillon nun für niemanden mehr zu gebrauchen. Ist das der Weisheit letzter Schluss? Wenn es Probleme gibt, einfach zusperren? Man sperrt ja auch nicht alle Straßen, auf denen zu schnell gefahren wird ...

Alkoholkonsum als Lokalkonsument ist nicht verboten

Besonders übel stößt mir auf, dass Alkoholkonsum nur dann sanktioniert wird, wenn man nicht den Aufpreis des Gastgartens bzw. des Lokals zahlt. Ist die Idee der Gleichheit vor dem Gesetz und der Nichtdiskriminierung in Graz völlig abhandengekommen?

Es scheint zumindest so, da diese Regeln negativer Freiheit vor allem (junge) Menschen mit anderen Konsummustern und einem anderen Freizeitverhalten betreffen: Der Pavillon war bis dato jedenfalls nicht der Stammtisch der ÖVP-FPÖ-Klientel ... (Leserkommentar, Daniel Paierl, derStandard.at, 10.5.2012)

Autor

Daniel Paierl studiert Volkswirtschaft und Soziologie in Graz und verbringt seine Freizeit mit Freuden im Stadtpark.

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