Mobile-Trend macht Facebook Probleme

10. Mai 2012, 09:30

Werbung greift bisher nur auf klassischen PC - Trend zu Smartphones und Tablets

Facebook hat kurz vor dem Milliarden-Börsengang eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Multimedia-Handys und Tablet Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen wenig Umsatz. Und inzwischen nutzen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus, wie das Unternehmen in einem aktualisierten Börsenprospekt am Mittwoch bekanntgab. Zugleich kündigte der Online-Netzwerk den Start einer neuen App-Plattform an, auf der Programme für alle Arten von Geräten vertrieben werden sollen.

Börsengang

Facebook will bei der für Ende kommender Woche erwarteten Aktienplatzierung 11,8 Mrd. Dollar (9,11 Mrd. Euro) einnehmen. Damit wäre es der mit Abstand größte Börsengang eines Internet-Unternehmens und einer der gewichtigsten insgesamt. Der Wert der gesamten Firma wird bei 96 Mrd. Dollar gesehen - fast 100 Mal so viel wie der vergangene Jahresgewinn. Entsprechend groß ist das Interesse der Investoren am Geschäftsmodell. Zuletzt fiel ihnen auf, dass sich das Wachstum bei Umsatz und Gewinn deutlich verlangsamt hat.

Das Unternehmen räumte in dem Börsenprospekt ein, dass der Trend zur mobilen Nutzung die Geschäftszahlen auch weiter belasten könnte. Die Facebook-Nutzer bekam auf Smartphones und Tablets bisher keine Werbung zu sehen. Das Unternehmen kündigte zwar entsprechende Pläne an - aber die Tarife bei Werbeanzeigen auf mobilen Geräten sind auch grundsätzlich niedriger.

Weniger Werbung

Zugleich erklärte Facebook, dass für die verhaltene Umsatzentwicklung auch die Entscheidung gesorgt habe, auf einigen Seiten weniger Werbung anzuzeigen und man die Nutzer nicht mit Anzeigen überhäufen werde, um kurzfristig die Einnahmen zu steigern.

Die angekündigte App-Plattform könnte für Facebook zu einem wichtigen Standbein auch im mobilen Geschäft werden. Das "App Center" soll eine zentrale Anlaufstelle zum Herunterladen von Programmen zur Facebook-Ergänzung sein - egal ob für PC oder Smartphones und Tablets. Über große Pläne von Facebook im App-Bereich war schon seit Monaten spekuliert worden. (APA, 10.5.2012)

Share if you care
5 Postings

ja bitte.. werbung.. Am besten so wie bei youtube, unmöglich viele werbungen in den Clips einbauen, damit es einen so sehr nervt das er zu anderen anbietern geht.

Die sollten lieber mal schauen, dass die momentane App stabil läuft. Bei mir lies sie sich mal ein Monat lang schlicht nicht öffnen...

Darum beziffert Facebook in seiner Roadshow-Präsentation den mobilen Anteil am Global Adv.ing Markets mit "nur" $1.5B - bei einem globalen Volumen von ~600B (Online $68B).

Die angegebenen $1.5B stelle ich sehr stark in Frage. Unbestritten ist jedoch, dass die Wachstumsraten im mobile advertising sector überdurchschnittlich sind (mind. +20%/Jahr).

"Die Facebook-Nutzer bekam auf Smartphones und Tablets bisher keine Werbung zu sehen."

Jetzt ist Zuckerberg bei Investoren noch der gefeierte Star. Wenn die Renditen ausbleiben, wird er bzw. Facebook (und dessen Aktienkurs) schneller fallen als ein Stein.

Eine weitere Risiko stellt bspw. Zynga dar, welches FB Umsatz und Gewinn bringt. Zynga nabelt sich zunehmend von Facebook ab (wie Crowdstar).

CEO Peter Relan (CrowdStar) erklärte vor kurzem in einem Interview: "Vergangenes Jahr kamen 90 Prozent des Umsatzes von Facebook, dieses Jahr werden 90 Prozent aus dem Mobilbereich kommen."

Jene Spielehersteller (wie CrowdStar und zunehmend auch Zynga) also, die zu einem relativ großen Teil für Umsatz und Gewinn von FB gesorgt haben, wenden sich vermehrt - wie überraschend - dem mobilen Sektor zu. Ein Sektor wo Facebook "Die Facebook-Nutzer bekam auf Smartphones und Tablets bisher keine Werbung zu sehen." eher weniger Erfolg hat, um es milde auszudrücken.

Video-Sharing ist in, Spiele sind out. Facebook übernimmt einen Video-App-Sharing-Anbieter und alles ist gut.

Irgendwie beruhigend und schön zu lesen, dass auch bei Facebook nicht ALLES nach deren Plan läuft.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.