Schlecker-Tochter wechselt den Besitzer

9. Mai 2012, 20:20
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Die Gewerkschaft ver.di bietet unter anderem einen Sanierungsbeitrag der Schlecker-Belegschaft an

Düsseldorf - Der Insolvenzverwalter hat für die Schlecker-Tochter Ihr Platz einem Bericht zufolge einen neuen Besitzer gefunden. Die Drogeriekette gehe an die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft Dubag, berichtete am Mittwoch die Online-Ausgabe der "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf an den Vorgängen Beteiligte. Für die Sanierung von Schlecker legte die Gewerkschaft ver.di derweil ein Angebot zur Mitarbeiter-Beteiligung vor.

Die Verhandlungen zwischen Ihr-Platz-Insolvenzverwalter Werner Schneider und Dubag stünden kurz vor dem Abschluss, berichtet die "Wirtschaftswoche" weiter. Dubag werde die Osnabrücker Drogeriemarktkette komplett übernehmen. In einem Brief vom Dienstag habe Schneider bereits die Lieferanten darüber informiert, dass er nach "langwierigen Verhandlungen" mit dem Investor handelseinig sei. Er habe die Lieferanten darum gebeten, Ihr Platz unter dem künftigen Besitzer die gleichen Einkaufkonditionen zu gewähren wie bisher.

Mitarbeiter sollen sich an Sanierung beteiligen

Laut dem Bericht will Dubag alle 480 noch bestehenden Filialen von Ihr Platz erhalten und die auf 4700 Mitarbeiter geschrumpfte Belegschaft nicht weiter zusammenstreichen. Auch das Management aus Schlecker-Zeiten werde nicht ausgetauscht, sondern solle lediglich durch weitere Führungskräfte unterstützt werden. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters konnte den Bericht am Mittwoch zunächst nicht bestätigen.

Im Ringen um das Überleben der bisherigen Ihr-Platz-Mutter Schlecker legte die Gewerkschaft ver.di indes ein Angebot vor, wie sich die Mitarbeiter an einer Sanierung beteiligen könnten. Die Gewerkschaft habe der Insolvenzverwaltung vorgeschlagen, die Personalkosten über drei Jahre um 10,5 Prozent zu senken, sagte ein ver.di-Sprecherin in Frankfurt am Main. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte zuletzt beim Personal Einsparungen von 15 Prozent über drei Jahre gefordert. ver.di hatte dies stets als zu hoch abgelehnt.

98 Millionen Euro Einsparungen

Mit ihrem Angebot komme die Gewerkschaft dem Insolvenzverwalter nun "enorm entgegen", sagte die ver.di-Sprecherin. Nach dem Modell der Gewerkschaft würde Schlecker 98 Millionen Euro einsparen. Zu schaffen sei dies, indem etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ausgesetzt oder bereits vereinbarte tarifliche Lohnerhöhungen für die rund 13.000 verbliebenen Beschäftigten verschoben würden.

Um Schlecker im Wettbewerb mit anderen Drogeriemarktketten besser zu positionieren, schlug ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke außerdem eine Sortimentserweiterung nach dem Vorbild von Tankstellen-Läden vor. Schlecker werde "noch mehr Produkte des täglichen Bedarfs anbieten müssen", sagte Franke den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochsausgabe). Mit den Wettbewerbern allein über den Preis konkurrieren zu wollen, werde nicht gelingen. Die Drogeriemarktkette sei im Kernsortiment derzeit bis zu 15 Prozent teurer als ihre Konkurrenten. (APA, 9.5.2012)

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