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Julia Timoschenko hat den von ihr geforderten deutschen Arzt bekommen. Der Druck aus Brüssel, wo der Prozess gegen die Ex-Premierministerin als politisch motiviert gilt, hat gewirkt: Nachdem die Ukraine bereits den Jalta-Gipfel wegen des Boykotts der europäischen Staatschefs absagen musste, fürchtet Staatschef Wiktor Janukowitsch weiteren diplomatischen Flurschaden bei der Fußball-Europameisterschaft und hat eingelenkt. Die Behandlung Timoschenkos in der Ukraine durch einen ausländischen Spezialisten ist sicher als Entgegenkommen Kiews zu würdigen. Weiter gehen konnte Janukowitsch allerdings nicht, ohne das Gesicht zu verlieren.
Für die EU-Staaten ist dieses kleine Friedensangebot noch kein Grund, ihren Boykott zu beenden und Vertreter zur EURO in die Ukraine zu senden. Denn weder die Haftbedingungen Timoschenkos noch der Prozess gegen sie sind Janukowitschs größte Sünden: Viel schwerer wiegt, dass die ohnehin grassierende Korruption im Land unter diesem Präsidenten weiter zugenommen hat.
Janukowitsch umgibt eine Clique von Oligarchen, die auf politische Entscheidungen und Gerichte Einfluss nehmen und damit den Rechtsstaat unterminieren. Es ist eine Günstlingswirtschaft, von der nur wenige profitieren, die meisten aber Schaden nehmen. Dagegen ein Zeichen zu setzen wäre noch viel wichtiger als eines gegen die Verfolgung Timoschenkos. (André Ballin, DER STANDARD, 10.5.2012)
Die Kremlpartei versucht sich mit Macht von ihrem schlechten Image als Ansammlung von "Gaunern und Dieben" zu befreien
Ich Frage mich bei solchen Aufrufen nach öffentlicher Ächtung immer wem hier geholfen und wem geschadet werden will?
Als ich vor einigen Tagen zum ersten Mal in Kiev war, durfte ich feststellen, dass viele Leute regelrecht auf die EM hinfiebern. Immer wieder wurde mir gesagt, wie sehr man sich darauf freue endlich einmal die Gelegenheit zu haben, Menschen aus dem Westen Kiev näher zu bringen und das Land von seinen schönen Seiten zu zeigen.
Die EM wäre eine Möglichkeit für viele Westler sich ein eigenes Bild über die Ukraine zu machen und durch eine stärkere Vernetzung der Menschen mit dem Rest Europas durch Aufklärung mehr Druck auf das repressive Regime zu erzeugen.
Ein Boykott nutzt nur Janukowitsch, die EM aber den Menschen!
Man sollte bei diesen Maßnahmen nur aufpassen, daß "Schönheit" bei PolitikerInnen nicht automatisch heisst, daß sie auch rechtlich oder moralisch unschuldiger sind als andere. Es wirkt natürlich viel bewegender, wenn ein schöne Tochter die Unschuld ihrere Mutter beteuert oder emails von Fans meinen, daß jemand der so schön ist nicht schuldig sein kann. Recht muß Recht bleiben - ob schön oder nicht. Auch das Argument, "die anderen tuns ja auch" sollte nicht strafbefreiend wirken.
Eines ist auch komisch: nach der orangenen Revolution in der Ukraine wurden die Wahlen unkritisch als demokratisch dargestellt, die jetzige gewählte politische Konstellation wird plötzlich vom "Westen" in Frage gestellt.
Frau Julia Timoschenko bald wieder gesundet und dann dem ukranischen Volk erklärt, wie sie in ihren Jahren als Premier-Ministerin zumindest 5,000,000,000 (fünf Milliarden) US-Dollar "erwirtschaftet" hat.
Dagegen ist der Grasser ein Lercherl, ein Lehrbua....
Sie hat Milliarden unterschlagen und reklamiert jetzt für sich den Status einer politischen Gefangenen.
Den haben nicht einmal die RAF erhalten, nicht die Leute von der Eta und der IRA.
Ganz zu schweigen von den ca. 5.000 Palästinensern in israelischer Hand.
Für die Haftbedingungen ist weitgehend Timoschenko selbst zu verantworten. Schließlich war sie lang genug Chefin.
Warum diese Mitleids- und Solidaritätswelle mit einer Frau, die nachweislich Milliarden unterschlagen hat?
Wollen uns die Merkels Co damit sagen: "wir sind auch von dieser sorte!"?
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