Anderer Leute Geld

9. Mai 2012, 19:52

Diese Mentalität ist nicht nur auf Griechenland beschränkt und nicht unbedingt nur linkspopulistisch

Alexis Tsipras macht sich keine Sorgen. Der jugendliche Führer des "Bündnisses der radikalen Linken" (Syriza), das es bei den Wahlen in Griechenland mit 16,8 Prozent zur zweitstärksten Partei gebracht hat, will die Sparauflagen der EU sofort abschütteln, hat aber keine Angst vor den Folgen.

"Es ist ein Mythos, dass unsere Zukunft im Euro in Gefahr ist", sagte Tsipras. Griechenland werde weiter im Euro bleiben können und Kredite erhalten, auch wenn es die Sparauflagen nicht erfülle, denn die EU könne sich eine Ansteckung von Spanien oder Italien nicht leisten: "Die Kosten für die Eurozone, für Deutschland, würden riesig sein", teilte der smarte Linkspopulist seinen Landsleuten mit.

Das ist die klassische Mentalität "anderer Leute Geld". Sie ist nicht nur auf Griechenland beschränkt und nicht unbedingt nur linkspopulistisch - auch die Rechtspopulisten sind gerne bereit, mit dem Geld anderer Leute die eigene Anhängerschaft oder "den kleinen Mann" oder überhaupt "das Volk" zu alimentieren. Es ist richtig, dass in Griechenland die Reichen Unsummen an der Steuer vorbei ins Ausland geschafft haben. Es ist aber genauso richtig, dass ein sehr beträchtlicher Teil der "normalen" Griechen einen Wohlstand auf Kredit lebte.

Herrschaften wie Tsipras wollen das seelenruhig so weiter betreiben - mit dem Geld anderer Leute aus der EU. Und die Griechen haben sie gewählt. (DER STANDARD, 10.5.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 217
1 2 3 4 5
Ist das bei uns nicht genauso?

Oder wer fordert die Mindestsicherung? Ist ja auch "anderer Leute Geld".
Jetzt sollen diejenigen, die derartige Ideoloien vertreten, auch mal freiwillig für andere Zahlen. Das finde ich gut, denn genau die innerösterreichischen Nehmer regen sich über die EU-Nehmer am meisten auf.

Es ist richtig, dass in Griechenland die Reichen Unsummen an der Steuer vorbei ins Ausland

Das ist das einzige was im Artikel richtig ist. Dieser Tatsache wird viel zuwenig Aufmerksamkeit geschenkt. In Wirklichkeit hätte GR niemals in die Eurozone aufgenommen werden dürfen. Es war doch bekannt, dass die Zahlen und Wirtschaftsdaten falsch waren. Aber es war halt im Interesse Deutschlands und anderer Länder.

Werter Herr Rauscher !

Ich schätze meistens Ihre Kommentare über den ideologischen "Überbau" (HC, Frauen, Europa, ...). Ich bin allerdings über Ihren - pardon - einfältigen Neoliberalismus in Sachen Ökonomie entsetzt. Sie werden doch hoffentlich mit Stronach nicht der Meinung sein, dass eine Volkwirtschaft oder gar die EU-Ökonomie mit dem Hauverstand eines Haushaltes zu verstehen ist ?!?! Bitte lesen Sie doch einmal auch alternative Autoren wie z.B. Colin Crouch: "Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus".
Es wird die allermeisten Ihrer LeserInnen erfreuen. Womit ich nicht meine, dass Ihre Kommentare primär zu unserer Erbauung beitragen müßten; eher schon zur Aufklärung und zum kritischen Nachdenken.
Mit besten Grüßen
Ihr (fast) täglicher Leser Demokrit.

klingt ganz nach strache.. sehr simpler kommentar. bin grad froh über die kündigung meines standard-abos.

Wie langweilig muss es eigentlich sein, immer so oberflächliche Analysen zu produzieren.

Irgendwie kommt mir das schon so vor wie eine tibetanische Gebetsmühle bei den Neoliberalen. Mal ein bisschen tiefer blicken könnte nicht schaden.

was ist das für ein staat, der nicht einmal fähig ist, seine steuern einzutreiben?

ich war damals noch maturant und ich hab mich bei der euroeinführung schon gefragt, wie das mit griechenland funktionieren soll? ich war oft in griechenland und mir war die schwäche griechenlands klar, man sah es ja! ich hab studenten gefragt, wie das im euroraum mit einer währung funtionieren soll. ich hab eine komplizierte antwort bekommen ... ich hab es nicht verstanden.
aber wie konnte man auch als geldgeber immer mehr geld nach griechenland pumpen? wie konnte man überhaupt den euro in griechenland einführen?

den euro in griechenland einführen?

Fragen Sie die "Superminds" der Eu ;-) Es war hauptsächlich im Interesse Deutschlands. Die ja weiterhin Ihre milliardenschweren Rüstungsgeschäfte mit GR abwickeln wollten... Klar hat man auf EU Ebene gewusst, dass GR NICHT die EU-Kriterien erfüllt...
Heute tut man überrascht. Das ist verlogen und hilflos

Geld ist doch immer das der anderen, es bekommt ja erst im Austausch seinen Wert. Ganz allein im Wald haben Sie keins und bekommen auch keins.
Und reich wird man auch nur mit dem Geld der anderen: dem nicht ausbezahlten Teil des Lohns in der "realen" Wirtschaft, den Kreditzinsen in der Finanzwelt - solange die zurückbezahlt werden, wenn nicht mehr, werden die Bilanzen mit dem Geld der Steuerzahler ausgeglichen.

vielleicht steht hier drin der hauch einer erklärung?

http://maebrussell.com/Forces%20... Power.html

ist ja nur ein buch. aber kapitel 15 ganz unten handelt von onassis. und der war nicht der einzige, der was für das wohl des landes hätte tun können.
aber die frage wirft sich auf - hätte man ihn gelassen?

wieviele mitarbeiter in Ihrem teilalimentierten medium (presseförderung für private, profitorientierte unternehmen) werden denn eigentlich mit dem geld anderer leute (=steuerzahler) entlohnt?

oder anders gefragt: wieviel prozent Ihrer gage beispielsweise muss ich mitbezahlen?

Praktisch nichts

die Presseförderung macht 2 Prozent des Gesamtaufwandes des Standard (print) aus ( Online , wo Sie ja lesen, kriegt derzeit keine Presseförderung). Die Presseförderung ist zum Teil Vertriebsförderung (damit der Standard auch dort hin abgelegeneren Gegenden zu lesen ist), zum Teil Qualitätsförderung (Ausbildung von Aspiranten etc., Zuschuß zu Auslandskorrespondenten). Sie erreicht mich also praktisch nicht. Wenn Sie noch dazu den Betrag auf Ihre Steuerleistung umlegen, kommt praktisch nichts heraus. Ich lade Sie aber trotzdem gerne auf einen Kaffee ein.

lieb von Ihnen, aber die anreise zum kaffee wäre ein bisschen weit für mich. trotzdem danke.

2% sind ja wirklich nicht viel, sicherlich aber doch um einiges mehr, als ein griechischer pensionist erhält, der bekannlich auch kein profitorientiertes unternehmen ist.

und Ihre online ausgabe wird selbstverständlich über umwege mitgefördert, denn sie enthält ja zum grossen teil die gleichen inhalte wie Ihre printausgabe.

danke für die auskunft.

Entsolidarität und Hetze: DerStandard vorne mit dabei…

Über die Kommentare von Hans Rauscher im derStandard habe ich schon öfters gewettert. Heute ist es wieder Zeit. Denn im derStandard ist nach der Griechenland Wahl klar angesagt: Ja nicht zulassen dass sich ÖsterreicherInnen mit GriechInnen solidarisieren.

http://wutimbauch.wordpress.com/2012/05/1... mit-dabei/

Herrschaften wie Tsipras wollen das seelenruhig

und unsere Politiker, die schon Unsummen hart erarbeiteten Steuergelds leichtfertig nach Athen überwiesen haben, arbeiten dem Linkspopulisten zu.

Wie er richtig sagt, Österreich, Deutschland, Holland, etc, können nicht mehr zurück und müssen immer mehr und mehr geben. Warum? Die Politeliten haben sich gewaltig verrannt und fürchten die Abwahl, sollten all die geborten Milliarden plötzlich uneinbringlich sein. Uns wurde nämlich weisgemacht, das Griechenlandhilfspaket sei ein tolles Geschäft.

Eigentlich...

sollte man dem Herrn Tsipras dankbar sein.

Was wird passieren, wenn GR sich weigert den Sparplan zu befolgen?

1. Es wird ein Plan fallengelassen, der bewiesenermassen nicht funktioniert.
2. Es wird kein weiteres Geld nach Griechenland mehr ueberwiesen. Somit wird kein Steuergeld mehr pulverisiert.
3. Der griechische Staat wird gezwungen werden mit seinen einnahmen auszokommen.
4. Es wird in GR zu einem abstieg der "lebensqualitaet" geben.
5. Es wird ein politischen druck entstehen, die verantwortlichen vor gericht zu bringen, da keinen "auslaendischen maechten" was vorgeworfen werden kann
6. usw. usw.

sorry aber alles was der tsipras sagt, ist im sinne Europas und Griechenlands.

where is the problem?

hat was...hmmmm

Und wegen Pkt 5. wird man auch dem Herrn Tsipras dankbar unser Steuergeld zu Füßen legen.

Unsere Politklasse hat schwer abgewirtschaftet, weshalb es für sie kein Zurück mehr gibt. Nach uns die Sintflut, lautet die Devise.

"Es wird ein politischen druck entstehen, die verantwortlichen vor gericht zu bringen, da keinen "auslaendischen maechten" was vorgeworfen werden kann "

Geh bitte.

Man kann sich IMMER und ÜBERALL auf ausländische Mächte rausreden.

stattgegeben ;)

es wird schwieriger.

solange W. Schaeuble maul haelt.

debtocracy

es sei jedem der film "debtocracy" empfohlen: http://www.youtube.com/watch?v=qKpxPo-lInk

ich möchte nicht wissen, was der österreichische "normalo" sagen würde, wenn als "dank" für die falsche regierungspolitik plötzlich die gehälter und pensionen querbeet um 25% oder mehr gekürzt würden. geschieht so in griechenland.

wenn's um schulden geht, sollte rau mal einen blick auf japan oder die USA werfen. verglichen damit sind die griechischen schulden "niedlich", schreibt n24: http://www.n24.de/news/news... 23613.html

den usa und auch japan wird aber dank reserven und industrie

wesentlich höhere kreditsicherheit zugetraut als GR. 2 flugzeugträger weniger fürs militär und die schulden stürzen in den keller wie wasser bei den yosemite falls.

Die USA und Japan produzieren aber auch etwas

ist das das fpö-argument vom "faulen griechen" in der hängematte? selbst das handelsblatt ist da anderer einschätzung: http://blog.handelsblatt.com/global-re... riechen-2/

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 217
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.