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Sorgfältig manikürte Finger- und Zehennägel sind zudem die Voraussetzung dafür, dass der Lack auch wirklich gut zur Geltung kommt.
>>>Zum Interview mit Nagellack-Queen Essie Weingarte: "Spaß mit den Zehen haben"
Gepflegtheit braucht Aufwand und Planung. Viele Fashionistas traf der heurige Sommereinbruch unvorbereitet. Die zehenfreien Peep-Toes wurden hervorgekramt, ohne dass Zehennägel für den großen Auftritt bereit, sprich lackiert waren. Überall dort, wo "Nägel gemacht werden", liefen deshalb die Leitungen heiß, so auch in Nicole Bavirs Salon Body & Soul in Grein an der Donau. "Die meisten Kundinnen, die im Frühjahr zur Pediküre kommen, wollen die neuesten Farb-Trends kennenlernen", erzählt die Kosmetikerin und im Frühjahr ginge es darum, Neues auszuprobieren. "Gerade bei Nagellack entdecken viele ihren Mut," kann sie aus der Praxis berichten. Aktuell sind es die Blau- und knallige Orangetöne, die besonders nachgefragt werden, diese Saison gingen die Blau- und Türkistöne fast schon ins Pastellige und Koralle sei überhaupt der letzte Schrei.
Hält Nagellack nach einer Maniküre bei Spezialisten eigentlich besser als Farben, die man sich selbst auf Finger- und Zehennägel lackiert? Die Antwort von Bavir ist wenig überraschend: "Ja natürlich." Ihre Begründung: Die Nägel werden besser präpariert und zwar mit sogenannten Nail-Buffern, feinporigen Feilen, die jegliche Fettschicht minutiös abribbeln und die Hornschicht an der Oberfläche glätten. Das lässt den Lack dann auch besonders gut haften.
Farbloser Unterlack
Sorgfältig manikürte Finger- und Zehennägel sind zudem die Voraussetzung dafür, dass der Lack auch wirklich gut zur Geltung kommt. Niemals sollte jemand es wagen, die Nagelhaut mit der Schere zu schneiden, nur zurückschieben ist die absolute Devise der Professionisten. Ebenfalls an Herz gelegt werde farbloser Unterlack, damit sich die Nägel durch die in Lack enthaltenen Pigmente nicht gelblich verfärben.
"Viele Frauen tragen zu dicke Schichten auf", kann Bavir aus Erfahrung berichten, "je dicker die Lackschicht, umso leichter splittert sie ab", sagt sie. Hauchdünn sei deshalb das Gebot der Stunde: Unterlack, zwei Schichten Farblack und dann Überlack ist das optimale Procedere - und sich vor allem genügend Zeit zum Trocknen der Nägel nehmen. Was schnell erledigen müssen (und sei es ein Telefonat), hat dann unschönen "Pletzer". Was professionelle Kosmetikerinnen bei Pedi- und Maniküre noch besser können: Sie schaffen es, auch die äußersten Nagel-Enden mit Lack zu ummanteln und dann mit Gel-Überlack zu versiegeln: Das sichert Makellosigkeit zumindest für ein paar Tage.
Nagellack-Queen Essie Weingarten empfiehlt Frauen, den Nagellack stets auch auf den Hautton abzustimmen: "Blonde mit blasser Haut können bläuliche Pink-Töne extrem gut tragen, Brünette sind mit starken Rot-Tönen sehr gut bedient", sagt die als "New Yorker Queen der Farben" gelobte Weingarten. Ungerecht, aber wahr: Dunkelhaarige könnten ihrer Meinung so gut wie alles tragen. Für alle, die farbunsicher sind, sei ein kräftiges Rot immer ein Statement für Selbstbewusstsein. Perfektionistinnen sollten ihre Lacke aber auch auf die Kleidung abstimmen. Wer diesem Ratschlag folgen will, muss genug Zeit und die nötige Muße haben, um sich und seine Finger- und Fußnägel jeden Tag neu erfinden zu können. (Karin Pollack, Rondo, DER STANDARD, 11.5.2012)
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Die erste Bürgerpflicht lautet: Schneidet die Fußnägel und entfernt die Hornhaut! Es gibt Leute, deren Zehen Kartoffeln mit Krallen ähneln. Gelbe Nägel sind ebenfalls streng verboten (bei Zähnen hat sich das ja schon weitgehend herumgesprochen.) und lange schwarze Haare auf den Zehen gelten auch nicht als Zierde.
Ich entstamme einer Familie professionell-bedingter Kartoffel-Füßler. Meine Mutter und mein Vater trugen in ihrer Kindheit zu kleine Schuhe und später sogenannte Arbeitsschuhe, die zwar Sicherheitsvorschriften entsprachen, aber keinen Tragekomfort boten. Um uns Kindern assoziierte Leiden zu ersparen, bekamen wir „gute Schuhe“ und wurden in der hohen Kunst der Fußpflege unterwiesen. Mindestens zweimal in der Woche saßen wir mit unseren Eltern auf dem Badewannenrand und haben Zehennägel mit Wasser und Seife gebürstet, geschnitten, gefeilt sowie unser Füße eingekremt. Meine Eltern haben sich zusätzlich die Hornhaut entfernt. Nein, ich missachte niemanden, der keine schönen Füße hat, aber ich erkenne durchaus ignorante Käsefüßler.
Meine Zechen dienen nicht anderer Leut' aesthetischer Fetisch-Befriedigung.
Also werd ich weiterhin alle paar Wochen mal die Nägel schneiden und das reicht an Pflege vollkommen. Was da an Hornhaut etc. drauf ist, na, da wird sich Mutter Natur schon was gedacht haben (bzw. die Evolution was "erfunden"), was physischen Sinn macht.
Wenn man den ganzen Tag in Sicherheitsschuhen mit Stahlkappe, Durchtritt- und Schnittschutz steckt, dann ist man eher froh wenn man endlich soviel Hornhaut hat daß der Tscherfel nimmer drückt. Da kann man nur bedingt Rücksicht auf das ästhetische Empfinden der Halbschuhträger nehmen.
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