Reichel hofft auf Lizenz

9. Mai 2012, 17:12
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LASK-Boss reicht am Donnerstag neue Unterlagen beim Protest­komitee ein - Reichel: "Budget 2012/13 völlig ausfinanziert"

Linz - Aus sportlicher Sicht hätte es für den LASK in den vergangenen Tagen kaum besser laufen können. Vor Wochen schon abgeschrieben, haben die Oberösterreicher nach der 1:4-Heimniederlage von WAC/St. Andrä gegen Hartberg den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga wieder in der eigenen Hand. Zur Rückkehr ins Oberhaus fehlen den Linzern aber mehr als nur die zwei Punkte auf den WAC, schließlich stehen sie nach der ersten Instanz noch ohne Lizenz da.

Clubpräsident Peter-Michael Reichel glaubt dennoch daran, die Spielgenehmigung für 2012/13 in zweiter Instanz durch das Protestkomitee (Entscheidung bis 15. Mai) zu erhalten. "Wir haben ein vorsichtiges Budget abgegeben, das völlig ausfinanziert ist. Und es werden Klarstellungen und weitere Dokumente nachgeliefert", sagte Reichel. Sein Verein werde die neuen Unterlagen fristgerecht bis zum Ablauf der Protestfrist am Donnerstag einbringen.

Dass es mit der Lizenz in erster Instanz nicht geklappt hat, erklärte der 59-Jährige mit der Nicht-Erfüllung von Auflagen, die dem LASK im Vorjahr bei der Erteilung der Spielgenehmigung auferlegt wurden. "Da sind Sachen nicht so dokumentiert worden wie verlangt. Aber wirtschaftlich geht es uns wesentlich besser als 2011. Wir werden diese Saison mit einem Gewinn abschließen."

Allerdings beträgt das "negative Eigenkapital" laut Reichel noch immer 1,6 Millionen Euro. "Das schleppen wir seit den 1990er-Jahren mit", betonte der Oberösterreicher, der in der Vergangenheit selbst Geld in den LASK steckte und sich daher als "größter Gläubiger des Vereins" bezeichnet.

Seit zwölf Jahren führt Reichel die Geschicke des Clubs - nicht immer zur Freude von Verantwortungsträgern in Linz. Gerüchte über Investorengruppen, die beim LASK einsteigen könnten, machen regelmäßig die Runde, doch der Oberösterreicher schenkt ihnen keinen Glauben. "Ich erfahre davon immer nur aus den Medien, mit mir hat noch keiner gesprochen. Ich habe aber schon immer die Kräfte bündeln wollen nach dem Grundsatz: Je mehr einer zahlt, desto mehr hat er beim Club zu reden."

Im Moment hat Reichel das alleinige Sagen über jenen Club, der laut seinem Präsident nach Rapid, Austria und Sturm Graz (und vor Red Bull Salzburg) der viertgrößte des Landes ist, was Fan-Potenzial und Bekanntheit betrifft. "Das haben wir von einem Institut erheben lassen", meinte Reichel.

Nicht nur wegen dieser Zahlen will der 59-Jährige den LASK so schnell wie möglich wieder in der höchsten Spielklasse sehen. "Das wäre aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht großartig. Als Aufsteiger ist es ganz einfach. Man bekommt wesentlich höhere Einnahmen und hat noch die schlankeren Strukturen aus der Ersten Liga." (APA, 9.5.2012)

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