Ein Jahr und neun Monate Haft für Neonazi Wiese

9. Mai 2012, 16:44
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Rechtsextremist drohte Journalisten Todesurteil durch "Volksgerichtshof" an - Video widerlegt Aussage

Gemünden  - Der einschlägig vorbestrafte deutsche Neonazi Martin Wiese muss erneut ins Gefängnis. Das Amtsgericht Gemünden (Bayern) verurteilte den 36-Jährigen am Mittwoch unter anderem wegen Volksverhetzung und Bedrohung zu einem Jahr und neun Monaten Haft.

Wiese hatte im Sommer 2011 auf einer Kundgebung in der Region Unterfranken mehrere Journalisten massiv bedroht und ihnen das Todesurteil durch einen "Volksgerichtshof" angekündigt.

Wiese selbst stritt die Vorwürfe ab. "Das habe ich so nicht gesagt", sagte er vor Gericht. Eine Videoaufnahme bewies jedoch das Gegenteil. Der Prozess wurde von einem großen Medieninteresse und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Im Prozess sagten zwei Polizisten und vier Journalisten aus, die entweder bei der Kundgebung anwesend waren oder deswegen ermittelt hatten.

2005 verurteilt

Im Jahr 2005 waren Wiese und drei weitere  Führungsmitglieder der rechtsextremen "Kameradschaft Süd" zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie nach Auffassung der Gerichts eine blutige Revolution geplant hatten. Dazu hätten sie auch Mord und Totschlag als Mitteln in Kauf genommen. Ziel des Führungszirkels sei die Errichtung einer Nazi-Diktatur gewesen.

Die Gruppe habe sich für ihre Umsturzpläne Waffen und Sprengstoff besorgt. Sie habe auch einen Bomben-Anschlag bei der Grundstein-Legung für das Jüdische Zentrum am 9. November 2003 erörtert. Die Pläne wurden durch den Einsatz eines Verfassungsschutz-Spitzels und durch eine Abhör-Aktion vorab bekannt, die Neonazis wurden verhaftet. (red/APA, 9.5.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Martin Wiese bei einem Noenazi-Aufmarsch im deutschen Hof, 1. Mai 2012

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