"Impfstoff" gegen Brustkrebs wird erprobt

9. Mai 2012, 16:35
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Neuartige Immuntherapie mit Stimuvax soll Ansprechen der neoadjuvanten Tumortherapie verbessern

Wien - Eine neuartige Immuntherapie zur Behandlung des Mammakarzinoms wird von ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) in ihrer Studie-34 weltweit erstmals getestet. Nach einem internationalen Auswahlprozess kann nun diese Impfstudie in Angriff genommen werden. Die erste Patientin wurde bereits in die Studie eingeschlossen, so eine Aussendung.

Trial Chair der Studie, Michael Gnant: "Nur der hohe Standard der ABCSG-Zentren ermöglicht uns die erfolgreiche Durchführung. Vor allem im Interesse der teilnehmenden Patientinnen muss ein reibungsloser Ablauf dieser hochinnovativen Behandlung gewährleistet werden." Dazu gehören die Universitätskliniken für Chirurgie, Gynäkologie und Innere Medizin an der MedUni Wien, die Universitätsklinik für Gynäkologie in Innsbruck sowie die Chirurgische und Interne Abteilung des Krankenhauses Feldkirch.

Neues therapeutisches Konzept

ABCSG-34 wird insgesamt 400 prä- und postmenopausale Patientinnen mit primärem Mammakarzinom einschließen. Die Studienteilnehmerinnen werden eine moderne präoperative Standardtherapie erhalten, die entweder eine endokrine Behandlung mit Letrozol oder eine Chemotherapie mit EC+T in reverser oder normaler Sequenz beinhaltet. Zusätzlich erhält die Hälfte der Patientinnen den Wirkstoff L-BLP25 (Stimuvax). "Diese Vakzinierung im neoadjuvanten Setting stellt ein völlig neues therapeutisches Konzept dar", so Christian Singer von der MedUni Wien.

L-BLP25 besteht aus einem MUC1 Glykoprotein, einem künstlich hergestellten Peptid. Die Impfung ruft im Idealfall eine Immunantwort auf MUC1-exprimierende Tumorzellen hervor. MUC1 wird zu über 90 Prozent auf Mammatumoren exprimiert. Das Protein wird vor der Verabreichung in ein Liposom verkapselt. Diese Hülle fördert die Erkennungsrate des Antigens durch das menschliche Immunsystem. Bisherige Studien mit L-BLP25 an Patientinnen mit Lungenkrebs konnten nachweisen, dass das Peptid das Anbinden zytotoxischer T-Lymphozyten an Tumorzellen mit überexprimiertem MUC1 auslösen und damit das Tumorwachstum hemmen kann. Die Impfung soll also nicht nur die Wirkung der neoadjuvanten Therapie verstärken, sondern auch direkt zur Hemmung des Tumorwachstums beitragen.

"Dieses neuartige Therapieverfahren wird in Österreich und weltweit zum ersten Mal im Rahmen einer neoadjuvanten Brustkrebsstudie angewendet - der langjährige Traum von einer 'Brustkrebsimpfung' könnte damit greifbar werden", betonte ABCSG-Präsident Michael Gnant. Mit ersten Ergebnissen der Studie wird bis Ende 2014 gerechnet.  (APA, 9.5.2012)

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