Google: Die Cloud hat ein psychologisches Problem

Iwona Wisniewska, 9. Mai 2012, 16:06
  • Jonathan Rochelle während der Keynote
    foto: derstandard.at

    Jonathan Rochelle während der Keynote

  • Android-Versionsfiguren als Innovationsanalogie
    foto: derstandard.at

    Android-Versionsfiguren als Innovationsanalogie

  • "Attachments sind böse", so der Userglaube
    foto: derstandard.at

    "Attachments sind böse", so der Userglaube

Googles Jonathan Rochelle über die Entwicklung von Google Docs zu Google Drive

In einer Keynote am Dienstag in Las Vegas erklärte der Produktmanager von Google, warum man zumindest einmal scheitern muss, um ans Ziel zu gelangen und sagt in einem Nebensatz, warum die Cloud ein psychologisches Problem hat.

Google will die Welt verändern

Die Last der IT-Welt ist es, neue Plattformen dem Konsumenten gegenüber zu rechtfertigen und Glaubwürdigkeit aufzubauen, so Rochelle. Die social und mobile Cloud sei dabei schon an einen Punkt gelangt, bei der es jetzt heißt zum nächsten Level zu gelangen. Innovation ist somit etwas, das bei Google im Vordergrund steht und das "nächste, bessere Ding" vorantreibt und ein kleines Stück die Welt verändert. Ein großer Teil davon ist bloßes Experimentieren. Dafür muss man Risiken in Kauf nehmen und auch scheitern. Denn wer niemals scheitert, wird niemals vorankommen.

Desktop goes Web

2005 begann Rochelle bei Google mit Spreadsheets zu experimentieren. Dabei ging es nur darum zu testen, was passieren würde, wenn man ein Spreadsheet online stellt. Es sollte beweisen, dass Desktop-Anwendungen von hoher Qualität ins Web verlagert werden können. Damals waren Browser noch zu unreif für diese Entwicklung, sagt Rochelle. Während der "dogfood"-Phase, so nennt Google die erste Testphase in der Öffentlichkeit, hat Google gemerkt, welches Problem sie hier angefangen haben zu lösen, nämlich Teamwork.

Google Drive und Google Apps

Das Spreadsheet kam nicht so gut an wie erwünscht und so hat Google weitere Dokumentarten eingeführt, Google Docs war geboren. Doch sehr bald kam man drauf, dass der Upload von anderem Content, über diese Dokumente hinaus, erwünscht war und dass dieser geteilt werden wollte. Und dies ist das heutige Google Drive, welches aber nicht nur als Plattform zum Speichern gedacht ist, sondern auch als Produktivitätstool in Kombination mit Google Apps. So nennt er als Beispiel Firmen wie den Pharmariesen Roche oder die Hotelkette Delta Hotels, die durch Google Apps teilweise bis zu 30% Zeit einsparen konnten.

Psychologisches Problem

Nach der Keynote sagt Jonathan Rochelle in einem kleineren Kreis in einem Nebensatz, dass die Cloud ein sehr großes Problem hat und dies sei ein Psychologisches. Die Menschen sehen die Cloud nämlich noch nicht als Arbeitserleichterung, sondern als zusätzlichen Arbeitsaufwand und dass dies im Moment das größte Anliegen ist: Dieses Problem versuchen aus der Welt zu schaffen. (iw aus Las Vegas, derStandard.at, 8.5.2012)

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mit der integration von web-services macht die cloud erst sinn

zum thema scheitern:
chromebooks scheitern im moment. in 1-2 jahren, haben sich weit mehr leute mit den online-office angefreundet. dann heißts "brauch ja gar kein ms office mehr" und die chromebooks wären wieder ein heißes thema.

denke, dass das gar nicht so unrealistisch wäre

Das einzige Problem das die Cloud hat nennt sich Patriot Act!

Das psychologische Problem...

...der Cloud ist schlichtweg die Cloud selbst. Die Daten verlassen nun mal den eigenen Rechner.

Der Irrglaube ist der, zu Glauben dass die Daten am eigenen Rechner sicherer sind....

es ist trotzdem ein unterschied, ob ich mich bei zuhaus im bad ausziehe, wo sicher auch wer einbrechen und unbemerkt hinterm vorhang stehen könnte, oder am hauptplatz, wo mich definitiv jeder sehen kann und sieht (aber ich glaub eigentlich nicht dass wer hinschaut, also kein problem)

kenne mittlerweile viele leute

die haben einen rechner wo sie online sind und im internet surfen und einen zweiten rechner wo die daten liegen (natürlich verschlüsselt).

Richtig.

Die "Workstation" mit hoher Power für die kreative Arbeit und sensible Daten. Und den Internetrechner, der nicht viel können muss, der zwar gesichert ist, aber sensible Daten kommen nicht drauf.

Nachteil ist nur, dasss man halt keine aktuellen Spiele mehr spielen kann, weil halt die Hochleistungsmaschine offline ist unnd der I-Rechner zu schwach für die hohen Ansprüche. Ärgerlich, wenn man sowieso nie Multiplayer nutzt.

Aber Leute die bissi denken sind halt keine Kunden die man berücksichtigen muss.

Und befinden sich somit in einer hoch gesicherten Umgebung auf die man immer Zugriff hat.... Wie viele normal-user machen ein tägliches Backup ihrer Daten??

und

was, wenn die Gegenseite den Verbindungsstecker zieht?

"auf die man immer Zugriff hat" ...echt? wirklich immer, zu 100%, in alle Zukunft? So ein Zugang ist schnell abgedreht. Und wer hat noch Zugriff? FBI, CIA, Facebook, Zukunfts-Stasi?

schwarzmalerei... man kann alles schlecht reden wenn man will.

Schwarzmalerei?

Haben die Leute ihre Daten von Megaupload schon wieder erhalten?

Beweisen nicht Länder wie Syrien und co, dass man das Inet durchaus "beschränkem" kann?

Wir haben die VDS, stehen vor ACTA, IPRED,.... die Staaten und Executiven hacken mittlerweile politisch aktive Seiten wie Avaaz.

Also "schwarzmalerei" kann man das nur nennen, wenn man naiv oder uninformiert ist.

Es herrscht Krieg im Internet. Man baut ja auch nicht sein Haus am Schlachtfeld.

Das sind stichhaltige Einwände

Diese argumentationsfrei als "schwarzmalerei" herunterzumachen ist jämmerlich.

Wer sagt ...

... daß dort täglich ein Back Up gemacht wird. Ohne die Geschäftsbedingungen gelesen zu haben bin ich zu 100% sicher, dass Google keinerlei Haftung über die Daten in der Cloud übernimmt. D.h. selber sichern ist unbedingt notwendig.

es ist ja auch kein technisches, sondern ein psychologisches problem - gerade in einer zeit gegen die 1984 zunehmend wie eine gute nacht geschichte für kinder wirkt.

Und befinden sich in fremden Händen. Besonders bei Firmendaten reiner Wahnsinn. Den Admin der solches empfiehlt muss sofort gefeuert werden.

Kaum ein Admin wird solches empfehlen

Er will sich ja nicht selbst abschaffen! Der richtige Weg zu Cloud-Services führt über den Controller!

?

@auf die man immer Zugriff hat.

dafür gibts keine garantie...

Dropbox ist zum beispiel offlinesynchronisiert.. und das Google mal down ist, das habe ich noch nie erlebt. Aber ja, alles kann mal offline sein... Da bevorzuge ich Dropbox.

ihre eigene maschine könnte mal offline sein.

und wenn sie sich die google drive applikation installiert haben, haben sie die google docs auch am gerät.

Ja, und ich bin mir sogar sicher das bei einem großteil der privatPC's der fehler am eigenen PC liegt anstatt am cloudsystem.. Das Cloudsystem hat sicher eine bessere zuverlässigkeit als der Heim-PC.. ;) .. und wie gesagt, Dropbox - da sind daten auch offline verfügbar.

ja es gibt ein psychologisches problem aber nicht das, das hier benannt wird.

sondern, daß es genügend leute gibt, die ihre informationen nicht gratis irgendeinem profitorientierten konzern zur verfügung stellen wollen.

Cloud, Cloud, Cloud.
Mein Problem mit Google ist: Bei denen muss ich mich ja fürchten, dass sie meine Dokumente anschauen. Ich mag die Backups von meinen Schreibereien nicht bei denen hochladen. Da hab ich sie lieber am Server meines Providers liegen (Stichwort E-Mail Postfach).
Google Docs würd ich wohl verwenden, wenn ich den Aufwand betreiben würde alles vorher in passwortgeschützte Archivdateien zu packen. Aber das Problem ist ja, dass man neue Google-Accounts (zumindest Gmail, wie mir scheint) per Telefon aktivieren muss und ich mag nicht, dass Google auch nur eine Telefonnummer von mir hat.

Für Telefonaktivierungen aller Art hole ich mir - wenn ich mir so einen Dienst schon unvermeidbar antun muss - eine neue Simkarte, die ich nur für dieses eine Mal verwende und gut ist es. Meine echte Nummer bleibt bei mir und die Investition der 10 Euro sehe ich als eine Art "Eintrittsgebühr".

Sie müssen nicht per Telefon aktivieren. Von mir bekommt keiner private Daten.

Icht verwende sogar bei den Begrüßungsformel in Emails andere Namen! Meine Leute wissen das und es ist ok. Wenn echt Daten erforderlich werden, bin ich dort weg.

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