Der Presseclub Concordia kehrt heim

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Nach knapp zwei Jahren hat der Presseclub Concordia sein altes Quartier im ersten Bezirk bezogen. Am Mittwoch wurden die generalsanierten Räumlichkeiten präsentiert. Die Umbauarbeiten haben knapp fünf Millionen Euro gekostet, wie die Bundes Immobilien Gesellschaft (BIG) als Eigentümerin bekannt gab. Der Presseclub residiert in dem denkmalgeschützten Gebäude in der Bankgasse 8/Schenkenstraße 5 erstmals in einer eigenen Etage. Der Bereich umfasst 400 der insgesamt 1.700 Quadratmeter. Das Concordia-Haus zählt zu den ältesten Immobilien Wiens, die Bausubstanz reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Der Presseclub wurde im Jahr 1859 gegründet.

Der Presseclub ist als gemeinnütziger Verein konstituiert und fungiert als Watch Dog über Presse- und Meinungsfreiheit, wie Astrid Zimmermann, Generalsekretärin der Concordia, bei einer Pressekonferenz betonte. Neben der Förderung von journalistischer Qualität und Ethik will der Verein seinen Fokus vermehrt auf die Unterstützung des Nachwuchses legen. "Wenn nur mehr der Mammon regiert", sagt Elisabeth Horvath, Vizepräsidentin des Vereins, "dann ist die Qualität in Gefahr". Um gegenzusteuern werden heuer erstmals Recherchestipendien vergeben, benannt nach dem Journalisten Egon Erwin Kisch (1885 - 1948).

20.000 Euro pro Jahr

Mit diesen Egon-Erwin-Kisch-Stipendien soll investigativer Journalismus finanziell und ideell gefördert werden, heißt es. Gespeist werden die Stipendien aus einem Fonds, der jährlich mit 20.000 Euro dotiert ist und sich zur Hälfte aus Mitteln der Concordia und externen Geldgebern zusammensetzt. "Pro Reportage gibt es zwischen 3.000 und 10.000 Euro", so Horvath zu den Modalitäten.

Potenzielle Stipendiaten sind angestellte Journalisten bis zum Alter von 35 Jahren und freie Redakteure. Für sie gilt kein Alterslimit. Thematische Einschränkungen soll es keine geben, die Auswahl trifft ein eigener Fachbeirat, der aus Vertretern von Online-, Print- und elektronischen Medien gebildet wird. Diese arrivierten Journalisten sollen auch die Funktion von Mentoren übernehmen. Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein ausführliches Themen-Exposé und ein genauer Recherche-, Kosten- und Zeitplan.

Barrierefreiheit

Bei der Sanierung wurde auf Barrierefreiheit geachtet, wie Manfed Wehdorn, federführender Architekt des Umbaus, erläuterte. Etwa bei den WCs und dem Aufzug, der neue errichtet wurde. "Die Herausforderung war der Denkmalschutz", so Wehdorn, der von einer "bodenständigen, sympathischen" Instandsetzung sprach. "Nichts Spektakuläres, das ist gut." Neben der Erneuerung der Fassaden, der Räumlichkeiten und des Innenhofes wurde auch das Dachgeschoß aufgestockt und revitalisiert. Diese neuen Büroflächen sind zum Großteil bereits vermietet. (om, derStandard.at, 9.5.2012)

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www.concordia.at

foto: derstandard.at/mark

Der Presseclub Concordia residiert in der Bankgasse 8 im ersten Bezirk.

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Am Mittwoch wurden die Räumlichkeiten bei einer Pressekonferenz präsentiert.

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V.l.n.r.: Astrid Zimmermann (Generalsekretärin des Presseclub Concordia), Manfred Wehdorn (Architekt), Peter Bochskanl (Präsident des Presseclub Concordia), Hans-Peter Weiss (Bundesimmobiliengesellschaft Geschäftsführung) und Elisabeth Horvath (Vizepräsidentin des Presseclub Concordia).

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Gustav Peichl ist mit seinen Karikaturen sehr präsent.

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Der sanierte Hauptraum für Pressekonferenzen.

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Neu ist ein kleiner Raum, der sich für Pressefrühstücke oder Präsentationen im kleineren Rahmen eignet.

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Über der Bar im Eingangsbereich.

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Garderobe.

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Aufgang zum Presseclub.

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Das ausgebaute Dachgeschoß.

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Der Innenhof des Hauses.

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