Auktionsrekorde mit Gemälden von Rothko und Lichtenstein

9. Mai 2012, 14:40
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Rothkos "Orange, Red, Yellow" erzielte über 86 Millionen Dollar - und ist damit das teuerste jemals versteigerte Zeitgenossen-Werk

New York  - Wenige Tage nach der Versteigerung des Edvard-Munch-Gemäldes "Der Schrei" hat der Kunstmarkt einen neuen Rekord: Das Auktionshaus Christie's versteigerte am Dienstagabend in New York  das Ölbild "Orange, Red, Yellow" von Mark Rothko für 86,9 Millionen Dollar (66,4 Millionen Euro). Das zuvor auf 35 bis 45 Mio. Dollar geschätzte großflächige  abstrakte Gemälde ist damit laut Christie's das teuerste zeitgenössische Kunstwerk, das je bei einer Auktion unter den Hammer kam.

Am Mittwoch ist dann bei der Abendauktion von Sotheby's das 1964 entstandene Bild "Sleeping Girl" des Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein zum Rekordpreis von für 44,8 Millionen Dollar (34,7 Mio. Euro) Dollar verkauft worden. Der Erlös für "Sleeping Girl" lag etwas über dem Schätzwert von  30 bis 40 Millionen  - und  knapp über dem bisherigen Lichtenstein-Rekord vom  November (43,2 Millionen Dollar). 

Auch für  Cy Twombly gab es einen Rekord, sein "Untitled (New York City)" ging für gut 17,4 Millionen weg. Für keine Sensation sorgte Andy Warhols "Double Elvis". Geschätzt war es auf 30 bis 50 Millionen Dollar, der Zuschlag fiel bei 33 Millionen, mit dem üblichen Aufgeld sind es 37 Millionen.  "Abstraktes Bild", eines von vielen Bildern gleichen Namens von Gerhard Richter, ging für fast 16,9 Millionen weg, geschätzt war es auf die Hälfte.

Unmittelbar nach dem Lichtenstein wurde "Figure Writing Reflected In Mirror" von Francis Bacon um ebenfalls 44,8 Millionen Dollar versteigert. Bacons  "Triptiych" von 1976, das 2008 für 86,3 Millionen Dollar versteigert worden war, galt vier Jahre als teuerster Zeitgenosse. Dass Rothkos  "Orange, Red, Yellow"  gerade einmal 300.000 Dollar mehr einbrachte, ist weiteres deutliches Indiz dafür, wie sehr das Etikett "Rekord" die Preisbildung beeinflusst.

Gesamtumsätze

Insgesamt wurden bei der Christie's-Auktion am Dienstag Werke für 388,5 Millionen Dollar verkauft, der höchste Erlös bei einer Versteigerung zeitgenössischer Kunst seit 2007. Zu den spektakulärsten Werken zählte "FC1" von Yves Klein, das für 36,5 Millionen Dollar unter den Hammer kam. Ein Bietergefecht entspann sich auch um ein  "Abstraktes Bild" von Gerhard Richter, das für 21,8 Millionen Dollar den Besitzer wechselte. Zu den originellsten Werken zählte eine überlebensgroße Wachsskulptur des Kunstsammlers Peter Brant, die wie eine Kerze angezündet werden kann. Im Preis von 1,3 Millionen Dollar inbegriffen ist das Recht, weitere Riesen-Kerzen aus derselben Gussform zu ordern, wenn die Skulptur niedergebrannt ist. (APA, 9./10.5.2012)

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    Roy Lichtenstein: "Sleeping Girl", 1964

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    Mark Rothko:  'Orange, Red, Yellow',  1961

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