Europas Leitbörsen schließen überwiegend mit Gewinnen

10. Mai 2012, 19:48
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Griechenland-Sorgen bleiben im Fokus

Wien - Nach mehrmaligem Vorzeichenwechsel im Tagesverlauf haben die europäischen Leitbörsen die Sitzung am Donnerstag schließlich überwiegend im grünen Bereich beendet. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich bis Handelsschluss um 21,75 Einheiten oder 0,98 Prozent auf 2.247,38 Zähler.

Impulse lieferten zahlreiche Quartalsergebnisse. Zudem blieben die Sorgen um Griechenland ein wichtiges Thema am Markt, hieß es. Das Ringen um eine Regierungsbildung in Griechenland ist nach wie vor im Gange. Am Nachmittag kamen jedoch Gerüchte über eine Einigung auf eine Koalition auf und sorgten zwischenzeitlich für etwas Auftrieb an den Aktienmärkten.

Bankia-Titel im Minus

Besonders stark zeigten sich am Berichtstag Bank- und Telekom-Werte. Dementsprechend waren unter den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 unter anderem Banco Santander (plus 5,99 Prozent auf 4,92 Euro), BBVA (plus 5,99 Prozent auf 5,31 Euro) und Intesa Sanopaolo (plus 6,26 Prozent auf 1,087 Euro) zu finden.

Auch UniCredit zogen nach Vorlage von Quartalszahlen um deutliche 6,76 Prozent auf 2,842 Euro an. Das italienische Kreditinstitut überraschte die Anleger mit einem unerwarteten Gewinnsprung im ersten Quartal. Dieser belief sich auf 914 Mio. Euro, das entspricht einem Zuwachs um 12,8 Prozent gegenüber dem ersten Vorjahresquartal.

Hingegen fiel die spanische Bankia bis Sitzungsschluss um 1,17 Prozent auf 2,105 Euro. Die dortige Regierung übernimmt die Kontrolle über die kriselnde Großbank, wie am Mittwochabend bekanntwurde. Danach wird die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein und über 45 Prozent des Kapitals der Bank verfügen.

Repsol stark, Versorger Iberdrola auch

In der Telekom-Branche beherrschten indessen Unternehmensergebnisse die Nachrichtenlage. Nach einem überraschend gut verlaufenen ersten Quartal hat die Telecom Italia ihre Jahresprognose bestätigt. Unter dem Strich wies der Konzern einen höher als von Experten erwarteten Gewinn von 606 Mio. Euro aus. Die Titel legten leicht um 0,53 Prozent auf 0,842 Euro zu. Daneben notierten Deutsche Telekom mit plus 3,01 Prozent auf 8,80 Euro in der Gewinnzone. Operativ habe die Telekom besser abgeschnitten als erwartet, so Börsianer.

An die Spitze des Euro-Stoxx-50 konnten sich indessen die Papiere von Repsol setzen, welche um 8,23 Prozent auf 14,21 Euro nach oben sprangen. Dank gestiegener Ölpreise und wachsender Erträge im Flüssiggasgeschäft ist der spanische Ölkonzern mit mehr Gewinn in das neue Geschäftsjahr gestartet. Auch die Normalisierung des Konflikts in Libyen habe zu dem positiven Ergebnis beigetragen.

Auch die Zahlen des spanischen Versorger Iberdrola konnten die Investoren überzeugen. Die Anteilsscheine schlossen mit einem Kursgewinn von 3,34 Prozent auf 3,529 Euro. Im ersten Quartal stieg der Überschuss des Energieriesen - wie vom Markt erwartet - um 0,7 Prozent auf eine Mrd. Euro, operativ legte der Gewinn um 4,1 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro zu. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von Zuwächsen im boomenden Schwellenland Brasilien.

Schließlich gewannen ArcelorMittal 2,38 Prozent auf 12,70 Euro, nachdem der weltgrößte Stahlkonzern mit seiner Erstquartalsbilanz die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. (APA, 10.5.2012)

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 2.042,03 + 12,23 +0,60

Frankfurt DAX 6.518,00 + 42,69 +0,66

London FT-SE-100 5.543,95 + 13,90 +0,25

Paris CAC-40 3.130,17 + 11,52 +0,37

Zürich SPI 5.546,97 - 4,41 -0,08

Mailand FTSE MIB 14.004,94 + 233,12 +1,69

Madrid IBEX-35 7.045,70 + 233,00 +3,42

Amsterdam AEX 302,94 + 2,87 +0,96

Brüssel BEL-20 2.187,25 + 27,26 +1,26

Stockholm SX Gesamt 1.026,50 + 7,97 +0,78

Europa Euro-Stoxx-50 2.247,38 + 21,75 +0,98

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