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Villach/Linz - "Er hat sich bei mir entschuldigt", sagt Schuldirektor Gerfried Pirker. Wegen seines auffälligen Haarschnitts - längeres Deckhaar und kurzgeschnittene Seitenpartien - war der Schüler vorübergehend vom Unterricht an den Kärntner Tourismusschulen in Warmbad Villach freigestellt worden. Diese irokesenähnliche Frisur, auch bekannt als Boxerschnitt, darf nämlich an der Schule nicht getragen werden. Nach einem "Krisengipfel" wurde die Unterrichtsfreistellung rückgängig gemacht.
Die Hausordnung der Kärntner Schule schreibt vor, dass die Burschen " einem eleganten Outfit entsprechend einen Kurzhaarschnitt zu tragen" hätten. "Wir bilden hier für die gehobene Gastronomie aus", da werde auf ein gepflegtes Äußeres Wert gelegt, verteidigt der Direktor den anfänglichen Schulausschluss.
Am Dienstagabend wurde bei einer eilig einberufenen Sitzung mit Vertretern der Schule, des Landesschulrats und den Eltern des Schülers dann vereinbart, dass der 16-Jährige den Haarschnitt herauswachsen lassen muss, dafür darf er - nach zwei Tagen Freistellung - wieder den Unterricht besuchen. Um in Zukunft solche Fälle zu vermeiden, plant Pirker eine Präzisierung des entsprechenden Abschnitts in der Hausordnung. Zwei ähnliche Streitfälle habe es laut dem Direktor vor Jahren einmal an der Schule gegeben: Einmal wollte sich ein Schüler aus Griechenland, ein anderes Mal einer aus Indien nicht von den langen Haaren trennen. "Die Hausordnung ist jedem bei Eintritt bekannt", so Pirker. In ganz Österreich gebe es 28 Tourismusschulen - alle mit ähnlichem Bildungsauftrag.
Liberalere Haltung
In der oberösterreichischen Tourismusschule Bad Leonfelden verzichtet man auf eine Haarschnittvorgabe in der Hausordnung. "Wir haben zu dem Thema eher eine liberale Haltung", erklärt Direktor Herbert Panholzer. Wenn es wegen des äußeren Erscheinungsbilds eines Schülers oder einer Schülerin ein Problem gebe, werde dies in einem direkten Gespräch individuell gelöst. Grundsätzlich müsse den Jugendlichen aber schon klargemacht werden, wofür sie sich ausbilden lassen. Von einer Servicekraft in der gehobenen Gastronomie werde nun einmal kein auffälliges, extravagantes Äußeres erwartet. Da schließt sich Panholzer seinem Kärntner Kollegen an. Ein Irokesenhaarschnitt sei genauso deplatziert wie etwa grün oder blau gefärbte Haare, meint er. Ein entsprechend angepasstes, gepflegtes Auftreten werde von den Schülern in Bad Leonfelden akzeptiert, in den vergangen Jahren sei dies kein Thema gewesen.
Genauso verhält es sich an den Tourismusschulen Salzkammergut mit Sitz in Bad Ischl. Allerdings müssen hier die Jugendlichen bei Schulantritt eine Verhaltensvereinbarung unterschreiben, in der sehr wohl Haarlänge, -schnitt und -farbe geregelt sind. "Auch Piercings und sichtbare Tattoos sind verboten", erläutert Direktor Klaus Enengl. In den "letzten zehn Jahren" habe gegen diese Hausordnung niemand verstoßen.
Diese sogenannten Verhaltensvereinbarungen seien gesetzlich gedeckt, heißt es aus dem Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Sie seien "sachlich begründbar", da ein angemessenes Äußeres für die an den Tourismusschulen gelehrten Berufe in Gastronomie und Hotelbetrieben vorausgesetzt werde. Nach Paragraf 44 Schulunterrichtsgesetz "kann das Schulforum bzw. der Schulgemeinschaftsausschuss, soweit es die besonderen Verhältnisse erfordern, eine Hausordnung erlassen; sie ist der Schulbehörde erster Instanz zur Kenntnis zu bringen und durch Anschlag in der Schule kundzumachen."( Jutta Kalian/Kerstin Scheller, DER STANDARD, 10.5.2012)
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Warum probiert's denn beim Bundesheer keiner mit einem individuellen Haarschnitt? DAS wäre doch immerhin ein bisserl ein Revoluzionerl. Oder stellt man dort sein Bedürfnis nach Individualität und Andersalsalleandern-Sein in vorauseilendem Gehorsam gleich selber auf Null?
wenn ich diese schule besuche, dann akzeptiere ich die hausordnung. und für's leben lernen heißt eben auch zu lernen sich an abmachungen zu halten und sich selbst auch mal zurückzunehmen und sich nicht für wichtiger halten als man ist.
Was ist geschehen?
Ein Pubertierender lotet Grenzen aus.
Wie weit kann er gehen, bis jemand etwas sagt?
Das hat mit Selbstbestimmung zunächst nichts zu tun. Auch nichts mit persönlicher Freiheit und was da so alles ins Spiel gebracht wird.
Der Direktor sagt "nein". Damit wäre das Spielchen - wie viele ähnliche Spielchen von Jugendlichen - normalerweise aus.
Aber vom Landesschulratspräsidenten quer runter entdecken nun in der Aktion eine neue Kulturform und schleimen sich beim Buben ein und geben der Aktion ein Gewicht, das dieser Luftballon einfach nicht hat.
Anschließend wird dann wieder davon geschwafelt werden, dass Jugendlichen Grenzen zu setzen sind, damit sie an diesen Grenzen ihre Persönlichkeit entwickeln können.
Wie gesagt: schräg!
bewusst eine falsche Darstellung schildert. Ich frage mich welche Motivation dahinter steckt so irreführend zu publizieren..
hier die tatsächliche Frisur des Jungen: http://kaernten.orf.at/news/stor... s/2532131/
...nicht nur in der gehobenen, sondern der absoluten Spitzengastro arbeiten, da ist extravagantes Auftreten zum Glück gefragt. Diese klassische gehobene Gastronomie interessiert eben außerhalb bürgerlicher Kreise und einiger fader Geschäftsesser zum Glück niemanden mehr, wie man an den vielen spannenden neueröffneten Lokalen der letzten Jahre bemerkt.
Die Volksschulen stecken in der Krise.
Die LehrerInnen reiben sich und die Kinder zu oft im Spannungsfeld zwischen tradiierten Lerntraditionen und neuen pädogogischen Herausforderungen auf. Das Ergebnis sind Kinder, die nicht einmal 10 Jahre alt sind und mit Migräneattaken und Stressysmptomen zu kämpfen haben und denen die Freued an Lernen und Schule ausgetrieben wird.
O-Ton:"Was ist dein liebster Gegenstand?" "Die Pause."
Eine Mittelstuife, bei der die NMS ein Rückgriff auf den A- und B-Zug vor mehr als 40 Jahren ist, eine Oberstufe, in der derzeit ein geordnetes Arbeiten kaum möglich ist, weil sich die Strukturen gerade auflösen und alle wie die Kaninchen auf die Schlange auf die Zentralmatura starren.
Also: wo ist Schule gesund?
kann jemand Frau Schmied und ihren Experten bitte sagen das wir standardisierte Frisuren brauchen.
Natürlich mit denn je nach Leistungspotenzial, individualisierten Farben. Einser Schüler mit grünen Haaren bis zu den Fünfer Schülern mit blauen Haaren.
Von der Frisur her würde ihre ganz gut passen. die steht sicher Männern und Frauen.
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