Justiz entscheidet über YLine-Anklage

9. Mai 2012, 10:13
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Vor zehn Jahren rutschte der ehemalige Shootingstar des New-Economy-Hypes in die Pleite, der Fall ist bis heute nicht abgeschlossen

Wien - Vor über zehn Jahren hat die von Werner Böhm gegründete Dotcom-Firma YLine eine spektakuläre Pleite hingelegt, das rechtliche Nachspiel dauert aber immer noch an. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Verdacht der Untreue und Bilanzfälschung. In Kürze dürfte nun die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft darüber entscheiden, ob in dem Fall Anklage erhoben wird. "Wir sind vor der Enderledigung", zitiert die "Wiener Zeitung"  Behördensprecher Martin Ulrich. Die WKStA werde einen Vorhabensbericht an die Oberstaatsanwaltschaft und das Ministerium verfassen.

Zuvor hatte es Einwände gegen den Sachverständigen Thomas Keppert gegeben, dessen Gutachten seit sieben Jahren vorliegt. Kürzlich schmetterte jedoch das Oberlandesgericht (OLG) Wien die Beschwerde endgültig ab. Ursprünglich wurde in der Causa YLine gegen 25 Personen ermittelt, wegen Verjährungen ist die Zahl der Verdächtigen aber geschrumpft.

Die einst börsenotierte Internetfirma YLine war der Shootingstar des New-Economy-Hypes um die Jahrtausendwende, 2001 rutschte das Unternehmen dann mit mehr als 22 Mio. Euro Schulden in die Pleite. Die YLine-Tochter FirstInEx machte damals in anderem Zusammenhang von sich reden - sie hatte die Homepage des Finanzministeriums unter Karl-Heinz Grasser (ÖVP) gestaltet sowie dessen umstrittene, von der Industriellenvereinigung (IV) mitfinanzierte Website des "Vereins zur Förderung der New Economy". Einer der Anteilseigner von FirstInEx war Grassers Vater. Grasser selbst besaß nach eigenen Angaben 285 YLine-Aktien. Die Opposition vermutete damals, dass er auch an der FirstInEx beteiligt war, was Grasser stets vehement bestritt. (APA, 9.5.2012)

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    Nach zehn Jahren wird über eine Anklage entschieden.

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