Occupy Wall Street: Twitter verweigert Userdaten-Freigabe

9. Mai 2012, 10:25

Steht die Verweigerung der Informationen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von 55.000 Account-Passwörter?

Wenn es um Nutzerdaten geht, scheint Twitter seinen Mitgliedern den Rücken frei zu halten, wie ein aktueller Fall in den USA zeigt. Ein US-Gericht hatte von dem Mikroblog die Herausgabe der Konto- und Kommunikationsdaten eines Users gefordert. 

Keine Auslieferung der Informationen

Kurz nachdem das Unternehmen bekannt gab, die Daten nicht herauszugeben, wurden 35.000 Passwörter von Twitter-Konten auf einer Pastebin-Seite veröffentlicht - der WebStandard berichtete. Malcolm Harris, der unter @destructuremal twittert, hatte selbst die Auslieferung seiner Daten vor Gericht verhindern wollen - ohne Twitters Unterstützung vergeblich. Ein New Yorker Staatsanwalt hatte die Informationen verlangt, da Harris' Tweets in Zusammenhang mit den "Occupy Wall Street"-Protesten stünden. 

Wem gehören Tweets?

Ein Richter hatte vor Gericht erklärt, dass Harris seine eigenen Tweets besitze. Mit Hinweis auf die Nutzungsbedingungen argumentierte Twitter, den NutzerInnen die Rechte über ihre veröffentlichten Inhalte zu überlassen. Es sei also nicht Twitter, der die geposteten Tweets herausgeben könne.

Lob für Twitter

Die American Civil Liberties Union (ACLU) lobte indes die Vorgehensweise des Mikroblog-Unternehmens: "Das ist eine große Sache. Behörden werden bei ihren Versuchen Informationen darüber zu erhalten, was Personen im Internet tun, immer aggressiver", heißt es in einem ACLU-Blogeintrag. Wenn einzelne Personen ihre Rechte nicht verteidigen könnten, bleibe die Hoffnung, Internetfirmen würden das für sie tun. 

Prüfung

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass von den 55.000 vermeintlich gehackten Konten etwa 20.000 Spam-Konten zuzuordnen sind. Nun muss geklärt werden, ob die veröffentlichten Passwörter in Verbindung mit Malcolm Harris stehen. Laut einer Twitter-Sprecherin bemühe man sich um eine Aufklärung der "Leaks", da in der Vergangenheit mehrere Konten gehackt worden waren. (red, derStandard.at, 9.5.2012)

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19 Postings
die Daten hat sich der Geheimdienst beim Ausfall letzte Nacht ...

ohnehin schon besorgt ... da kann Twitter hupfen wie´s will ...

Das traurige ist...

...dass aggressive Behörden - wenn sie nicht bekommen was sie fordern - eben Unternehmen schließen lassen oder diese auf eine Blacklist setzen und den Zugang zu ihren Services blockieren. Ist ja nicht so, daß das die USA nicht tun. Spätestens DANN wird Twitter - so wie alle anderen - das tun, was man von ihm verlangt.

Außer natürlich sie sagen sich "ach, was solls", lassen das Werkl zusperren und starten mit dem bisherigen Kapitel und/oder über Kickstarter ein neues, ähnliches Projekt. :'D

Das wäre interessant.

Seltsam. Irgenwie seltsam. Finde nur ich es bedenklich wenn eine Regierung so offen Daten von einem Protestler fordert? Was soll das? Bei uns werden auch Daten von Protestmärschen gesammelt aber heimlich.

Das Recht auf Protest. Kann sich noch wer erinnern?

Das Recht gab es immer, aber der moderne Konzernfaschismus möchte dieses Recht unterwandern.

schaut euch die Passwörter mal an:
http://pastebin.com/Kc9ng18h

die sind alle 8 Stellig und zufällig generiert.. irgendwas stinkt da ;)

du hast recht, irgendwas passt da gar nicht.

imho schaut's nicht nach einer "natürlich vorkommenden" passwortliste aus. wie viele verwenden schon solche passwörter? die wenigsten.

Und das Passwort 315475 kommt extrem häufig vor.

Unbezahlbare PR für Twitter! :)

??

Twitter gibt keine Daten raus und als Dank leakt irgendjemand 55k Passwörter?

Diese Logik versteh ich auch nicht ...

nicht als dank, sondern als drohung oder rache.

Druckmittel von Behördenseite??

die behörden haben den skill für sowas?

nope - but the money, honey! :D

das nenne ich mal

vorbildlich für ein unternehmen in der größe von twitter. wären doch nur alle so!

Ich fand Twitter schon immer sympathischer - auch durch die offene API die Twitter freigibt - so dass jeder leicht twitterbasierende Programme und Dienste programmieren kann. Den Vergleich zu Facebook braucht man da gar nicht zu ziehen...

warum?

auch facebook stellt schnittstellen zur verfügung für die verwendung in jedweden programmen?

da kann man sich auf keinen fall beschweren als entwickler.

Ich hätte bis jetzt allerdings nicht gehört, dass Twitter Accounts aufgrund "unwahrer" persönlicher Angaben gesperrt hätte und ähnliche Sachen, die bei Facebook nicht in Ordnung sind. :')

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