Wiener Börse schließt am Mittwoch tiefrot

9. Mai 2012, 18:16
1 Posting

Griechenland belastet - Ergebnisse von OMV, Wienerberger und Polytec im Fokus

Wien - Tiefrot hat die Wiener Börse die Sitzung am Mittwoch bei gutem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Die Unsicherheiten rund um Griechenland sowie die steigenden Renditen am spanischen Anleihemärkten haben europaweit für deutliche Kursverluste gesorgt, hieß es aus Händlerkreisen.

Der ATX fiel 53,94 Punkte oder 2,59 Prozent auf 2.029,80 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 70 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.100 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,50 Prozent, DAX/Frankfurt +0,47 Prozent, FTSE/London -0,44 Prozent und CAC-40/Paris -0,19 Prozent.

Die politische Situation in Griechenland sorgte für Verunsicherung. Die Aussichten auf eine handlungsfähige Regierung stehen schlecht, indessen wird an den Märkten verstärkt über Neuwahlen und sogar einen Austritt des Landes aus der Eurozone spekuliert, so Händler. Zudem geriet spanischen Rentenmarkt zur Wochenmitte unter Druck. Die Rendite für zehnjährige, spanische Staatspapiere näherte sich wieder der kritischen Marke von sechs Prozent an.

Unter dem negativen Marktsentiment litten unter anderem Bankwerte. So waren in Erste Group (minus 4,45 Prozent auf 16,10 Euro) und Raiffeisen (minus 2,47 Prozent auf 24,50 Euro) starke Kursverluste zu beobachten. Aber auch Telekom Austria (minus 2,41 Prozent auf 8,10 Euro), voestalpine (minus 3,22 Prozent auf 22,99 Euro) und Schoeller-Bleckmann (minus 3,79 Prozent auf 63,49 Euro) sackten tief in den roten Bereich ab, wobei bei letzteren zu berücksichtigen ist, dass die Titel ex-Dividende gehandelt wurden.

Daneben belasteten die Abschläge in OMV (minus 4,55 auf 24,00 Euro) den ATX. Auch die soliden Quartalsergebnisse konnten keine Zuversicht unter den Anlegern schüren. Die Erlöse des Öl- und Gaskonzerns stiegen um 28 Prozent auf 10,4 Mrd. Euro und das operative Ergebnis (Ebit) zog dank hoher Ölpreise sowie eines Anstiegs im Gasabsatz um zwölf Prozent auf 912 Mio. Euro an. Auch die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) werteten das Ergebnis als positiv und bestätigten dementsprechend ihre Kaufempfehlung.

Mit einem klaren Minus schlossen auch die Titel der Wienerberger, welche 2,38 Prozent auf 8,23 verloren. Wegen Mengenrückgängen ging der Konzernumsatz um drei Prozent auf 382,4 Mio. Euro zurück, das operative Ergebnis (Ebit) verschlechterte sich um 32 Prozent auf minus 47,8 Mio. Euro. Nach Meinung der RCB-Experten blieben die Ergebnisse damit hinter den durchschnittlichen Erwartungen zurück.

Zudem legte in der Früh der Autozulieferer Polytec seine Bilanz für die ersten drei Monate 2012 vor. Das Periodenergebnis sank um fünf Prozent auf 7,6 Mio. Euro, der Umsatz fiel um 38,5 Prozent auf 123,5 Mio. Euro. Bereinigt um die Effekte aus dem Verkauf der Interior-Sparte des Unternehmens habe es jedoch ein leichtes Umsatzplus von drei Prozent gegeben. Bis zur Schlussglocke ermäßigten sich die Papiere um 0,22 Prozent auf 6,90 Euro. (APA, 9.5.2012)

Die neun größten Kursgewinner von Mittwoch:


      1. LINZ TEXTIL HOLDING AG            +5,49 Prozent
      2. WOLFORD AG                        +2,57 Prozent
      3. UNIQA VERSICHERUNGEN AG           +2,34 Prozent
      4. SEMPERIT AG HOLDING               +2,24 Prozent
      5. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH.    +0,66 Prozent
      6. S&T SYSTEM INT.&TECH. DISTR.AG    +0,50 Prozent
      7. OBERBANK AG ST                    +0,42 Prozent
      8. STRABAG SE                        +0,34 Prozent
      9. OESTERR. POST AG                  +0,04 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Mittwoch:


      1. CENTURY CASINOS INC               -4,96 Prozent
      2. OMV AG                            -4,55 Prozent
      3. ERSTE GROUP BANK AG               -4,45 Prozent
      4. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG          -3,99 Prozent
      5. RHI AG                            -3,87 Prozent
      6. SCHOELLER-BLECKMANN AG            -3,79 Prozent
      7. MAYR-MELNHOF KARTON AG            -3,49 Prozent
      8. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD         -3,35 Prozent
      9. VOESTALPINE AG                    -3,22 Prozent
     10. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG       -3,10 Prozent
Share if you care.