Noch einmal grüßt der Turin-Skandal

8. Mai 2012, 18:23
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2006 gab's die Razzia, seit 2009 wird prozessiert, im Mai 2012 könnte ein Urteil fallen

Susa - Der seit 2009 in Italien laufende Prozess gegen zehn aktuelle und ehemalige Angehörige des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) wegen des Dopingskandals bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin tritt in die Endphase. Am Freitag ist in der piemontesischen Kleinstadt Susa das Schlussplädoyer der Staatsanwaltschaft geplant. Keiner der österreichischen Angeklagten dürfte an der Gerichtsverhandlung teilnehmen. Das Schlussplädoyer der Verteidigung ist am 18. Mai und am 25. Mai vorgesehen.

Richterin Alessandra Danieli wird am 25. Mai urteilen oder einen weiteren Termin ansetzen müssen. Der Südtiroler Rechtsanwalt Wolfgang Burchia, Verteidiger von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, dem Begünstigung von Doping vorgeworfen wird, rechnet mit einem Freispruch seines Mandanten und der anderen Angeklagten, unter ihnen ehemalige ÖSV-Trainer, -Sportler sowie ein Sportmediziner. Burchia bemängelte, dass prozessrelevante Dokumente bis jetzt noch nicht auf Deutsch übersetzt worden seien.

Bei den Winterspielen 2006 hatten italienische Carabinieri auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Turin die Privatquartiere der ÖSV-Langläufer und -Biathleten durchsucht und belastende Gegenstände und Substanzen gefunden. Nicht involviert war Christian Hoffmann, der sich in der Heimat auf den abschließenden 50-km-Langlauf vorbereitet hatte, aber für diesen schließlich absagte, weil er laut Langlauf-Sportdirektor Markus Gandler durch Krankheit geschwächt war und sogar Verdacht auf eine Lungenentzündung bestand.

2002 hatte Hoffmann nachträglich über 30 Kilometer Massenstart die Goldmedaille erhalten, nachdem der für Spanien laufende Deutsche Johann Mühlegg wegen Dopings gesperrt worden war. (APA, red, DER STANDARD, 9.5.2012)

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