Lärm an der A8: Ohropax-Politik

Kommentar8. Mai 2012, 19:14
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Die Innkreisautobahn wird zur verkehrspolitischen Sackgasse im Hausruckviertel

Das Protestplakat an der Innkreisautobahn macht das Problem deutlich: "Moses teilte das Meer, die A8 teilt Weibern". Doch während sich dank göttlicher Fügung den Israeliten ein Fluchtweg vor den Ägyptern eröffnete, ist die "Teilung" im Hausruckviertel eine verkehrspolitische Sackgasse. Derzeit täglich 35.000 Fahrzeuge, davon ein Viertel Lkws. Nach oben hin sind die Grenzen offen: 51.000 Fahrzeuge, davon 40 bis 45 Prozent Lkws, werden - laut Prognosen - bis 2020 über die A8 donnern.

Und während bei den Anrainern die Ohrwascheln brennen, stellt sich die Politik seit Jahrzehnten taub. Der Bund verweigert das Gespräch über einen aufwändigeren Lärmschutz an der A8, die Asfinag saniert gesetzeskonform.

Und betreibt Realitätsverweigerung: Die Berechnungsgrundlage für die neuen Lärmschutzwände - etwa in Weibern - ist die gesetzlich verordnete Geschwindigkeit von 60 km/h für Lkws bei Nacht. Tatsächlich sind die Brummer durchschnittlich fast mit Tempo 90 unterwegs. Damit muss man rechnen, sagen die Demonstranten und verlangen besseren Schutz entlang der ganzen Strecke.

Im Land stoßen die Anrainer bei der ressortzuständigen VP auf taube Ohren. Wobei: Als Verkehrsministerin Doris Bures (SP) im Vorjahr drohte, den Bau des Linzer Westrings zu stoppen, gingen die Wogen hoch. Vom Landeshauptmann abwärts wurde gemeutert, gedroht und geschimpft. Lärmschutzwände fallen leichter als politische Denkmäler. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 9.5.2012)

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