Ölgeschäfte in chinesischer Währung

8. Mai 2012, 17:53
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Discount-Preise für asiatische Großabnehme

London - Um Umsatzeinbußen durch westliche Embargos auszugleichen, lässt sich die iranische Regierung offenbar einiges einfallen: Nach Discount-Preisen für asiatische Großabnehmer akzeptiert das Land laut einem Bericht der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT) vom Dienstag bei Geschäften mit China nun auch den Renminbi als Zahlungsmittel. Dabei beruft sich die Zeitung auf industrielle Kreise in Peking und Kuwait sowie auf Banker in Dubai.

Der Iran, einer der größten Ölproduzenten weltweit, wird international wegen seines Atomprogramms kritisiert und von den USA und der EU sanktioniert. Bis zuletzt konnte das Land den Verdacht nicht entkräften, sein Forschungsprogramm für militärische Zwecke zu nutzen.

Bei dem Renminbi-Deal mit China soll es sich laut "FT" um ein klassisches Gegengeschäft handeln: Die eingenommenen Devisen fließen demnach im Gegenzug für importierte Waren und Dienstleistungen zurück in die Volksrepublik. Die chinesische Währung ist bisher ohnehin nicht frei handelbar, so dass der Nutzen für den Iran im internationalen Handel begrenzt wäre.

Das vereinbarte Geschäftsvolumen soll sich dem Bericht zufolge auf 20 bis 30 Milliarden Dollar (15,3 bis 23,0 Mrd. Euro) pro Jahr belaufen. Die Transaktionen sollen größtenteils über Sinopec, die zweitgrößte chinesische Ölgesellschaft, und Zhuhai Zhenrong, eine weitere Handelsfirma, abgewickelt werden. (APA, 8.5.2012)

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