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Schaar (li.) klagt die Nada. Nada-Chef Schwab (re.) bekommt einen Prokuristen beigestellt.
Wien - Kärnten ist seit Dienstag mit im Boot. Sofern Vorarlberg als letzter ausständiger Gesellschafter der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) dem Beschluss zustimmt, wird am Mittwoch ein Neuanfang gewagt. Die Nada, seit dem Rücktritt von Geschäftsführer Andreas Schwab und der Enthebung der Rechtskommission seit 30. März also praktisch inexistent, wird mit Peter Domschitz einen Prokuristen bekommen. Domschitz, Abteilungsleiter im Sportministerium, wird als Interimslösung mit dem noch amtierenden Nada-Chef Schwab eine neue Rechtskommission bestellen und die Ausschreibung des neuen Geschäftsführers einleiten. Der Wahl des neuen Chefs müssen wiederum der Bund als Nada-Hauptgesellschafter (53 Prozent), die Länder, das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) und die Bundes-Sportorganisation (BSO) zustimmen.
Es wird also ein Weilchen dauern, bis die Nada nach dem Skandal um den Dopingfall Christian Hoffmann wieder handlungsfähig wird. Seit 30. März können Sportler zwar positiv getestet, aber mangels Rechtskommission nicht sanktioniert werden. Den Zustand kritisieren Experten gerade vor den Olympischen Spielen als untragbar. Mit Stand Dienstag gab es laut Sportministerium keine aktuellen positiven Tests.
Die Interimslösung mit Domschitz wirft auch Fragen auf. Als Abgesandter des Ministeriums und Vorsitzender des Nada-Kuratoriums war er nach der Veröffentlichung von Tonprotokollen im Fall Hoffmann mit den Ermittlungen beauftragt worden. Jetzt ist er selbst Prokurist. Domschitz' frühere Funktion übernimmt Samo Kobenter, Sektionschef im Ministerium, interimistisch, bis ein neuer Geschäftsführer bestellt ist.
Sportminister Norbert Darabos (SP) weist den Vorwurf der Einflussnahme durch seinen Sprecher zurück. Der Wille des Ministers, bestätigen indes in die Sache involvierte Personen aus dem Umfeld der Nada, sei schon sehr deutlich zu spüren.
Schaar kontra Darabos
Gernot Schaar, Exleiter der Rechtskommission, berichtet dem Standard von zwei Telefonaten mit Mitarbeitern aus dem Ministerium vor seiner Enthebung. "Ich wurde ersucht, wegen der Vorwürfe gegen uns die am 29. März angesetzte Verhandlung gegen Susanne Pumper zu verschieben", sagt der Jurist. Er habe entgegnet, die Kommission sei unabhängig, könne dem Wunsch nicht entsprechen. "Einen Tag später waren wir unsere Jobs los."
Das ist insofern bemerkenswert, als Nada-Geschäftsführer Schwab der Kommission noch am Nachmittag des 29. März angeblich den Rücken stärkte. " Schwab hat uns das Vertrauen ausgesprochen und erklärt, unseren im August auslaufenden Vertrag zu verlängern", sagt Schaar. Wenige Stunden später trat Schwab unter Druck zurück - und nahm gleich die Kommission mit.
Inkompetenz und Sexismus wurden den Rechtskommissionsmitgliedern vorgeworfen, nachdem Teile der geheimen Dopingverhandlung im Fall Hoffmann veröffentlicht worden waren. Der zu sechs Jahren Sperre verurteilte Exlangläufer hatte die Verhandlung mittels Handy in der Aktentasche illegal mitgeschnitten.
Wegen Missbrauchs von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten, übler Nachrede, schweren Betrugs, Urkundenfälschung und Fälschung eines Beweismittels wurde Klage gegen Hoffmann und andere eingereicht. Schaar ficht zudem seine Abberufung an und klagt die Nada auf 31.000 Euro - ein Streitwert, der den Weg bis zum Obersten Gerichtshof erlaubt. Beide Schriftstücke liegen dem Standard vor.
Bekommt Schaar Recht, könnten alle Entscheidungen, die die neue Kommission bis 11. August fällt, nichtig sein. Der Jurist fordert bei der Staatsanwaltschaft die vollständige Abschrift des Tonmitschnitts. Schaar: "Noch hat niemand die Authentizität des Protokolls bestätigt. Ich will die Aufnahme hören." (David Krutzler, DER STANDARD, 9.5.2012)
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Das, was Hoffmann damit erreichen wollte, hat er erreicht. Daher sollte man im Interesse aller Beteiligten auch ab jetzt die Persönlichkeitsrechte wahren und von einer Gesamtveröffentlichung absehen. Auch wenns sicher eine tolle Show und damit recht kurzweilig wäre. Man muss nicht jede Sau durchs Dorf treiben ;)
Eine Privatperson kann niemanden wegen Missbrauchs von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten, schwerem Betrug, Urkundenfälschung oder Fälschung eines Beweismittels klagen.
Auch nicht der verschwitzte Lindsey Vonn Fan Gernot Schaar.
Der Artikel enthält mutmaßlich falsche Informationen.
Ich bin ja ganz bei Ihnen - der Herr Schaar versucht, das Beste für sich herauszuholen, ist keine Frage.
Ich finde nur, dass an der Inkompetenz und dem peinlichen Verhalten des Herrn Schaar weder Dopingsünder Christian Hoffmann (bei dem ich eine Sperre befürworte) noch Minister Darabos (von dem ich generell nicht überzeugt bin) schuld sind, sondern lediglich der Herr Schaar selbst.
Finde es immer wieder traurig, wenn die Leute zu keinerlei Selbstreflexion fähig sind und die Schuld stets bei anderen suchen.
Sie haben vergessen, dass hier die Wahrheit unerwünscht ist. Jetzt haben Sie dafür rote Stricherl geerntet (nicht von mir )
Viele glauben halt immer noch daran, dass Spitzensport lediglich mit hartem Training zu tun hat und sonst nix.
In einer supersauberen Welt voller Leistungsträger gibts halt nix Pöses.
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