Faschismus im Funkhaus

8. Mai 2012, 17:07
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Wrabetz erinnert an Baugeschichte, Publikumsrat Tötschinger will um Funkhaus kämpfen

Wien - ORF-Publikumsrat Gerhard Tötschinger hält es für "glatten Wahnsinn", das Wiener Funkhaus aufzugeben. ORF-Chef Alexander Wrabetz will künftig einen Standort in Wien, er ließ im Publikumsrat zart Sympathie für einen Neubau in St. Marx durchklingen.

Tötschinger kündigte einen "Kampf" für das Funkhaus an. Wrabetz erinnerte daran, dieses sei als "Ausdruck des Austrofaschismus" geplant und gebaut worden, die Nazis hätten es in Betrieb genommen. Aber "natürlich weht seit Jahrzehnten ein anderer Geist dort".

Der heutige ORF-Standort Küniglberg sei als Standort der Fliegerabwehrdivision Hermann Göring vorgesehen gewesen, sagte Wrabetz.

Auskenner aus dem Funkhaus ergänzen Wrabetz' architekturhistorische Ausführungen um weitere Farben. An der Planung des Funkhauses seien neben Clemens Holzmeister auch zwei maßgebenden Architekten des Roten Wien beteiligt gewesen: Hermann Aichinger und Heinrich Schmid beteiligt, die laut Werkliste auf Wikipedia einen Schippel Wohnhausanlagen, darunter den Rabenhof, geplant haben, aber auch das Verkehrsbüro an der Wienzeile. (fid, DER STANDARD, 9.5.2012, online ergänzt)

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    Kulturhaus-Ohr vor Clemens Holzmeisters Funkhaus.

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