Grüne wollen Forschungsreaktor abdrehen

Lisa Nimmervoll, 8. Mai 2012, 21:06
  • Die meisten der 83 Brennelemente arbeiten seit März 1962, als der Reaktor in 
Betrieb ging.
    foto: standard/corn

    Die meisten der 83 Brennelemente arbeiten seit März 1962, als der Reaktor in Betrieb ging.

Ministerium verteidigt neue Brennstäbe aus den USA für Atominstitut der TU Wien

Nicht unterschreiben und gleich ganz abschalten: So lauten die aktuellen Forderungen der Grünen an Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. Es geht um den Forschungsreaktor der Technischen Uni (TU) Wien im Prater. Im Zusammenhang damit vermuten die Grünen einen "26 Millionen Euro schweren Geheimdeal mit den USA", den Töchterle morgen, Donnerstag, unterzeichnen soll. Das hätten die Grünen "aus Kreisen im Wissenschaftsministerium erfahren" - und das wollten sie durch eine politische Vollbremsung in letzter Minute verhindern.

Der "Deal" klingt aus grüner Sicht so: "Die USA liefern neue Brennstäbe für den Wiener Atomforschungsreaktor und nehmen im Gegenzug die alten Brennstäbe zurück. Der Praterreaktor soll also nicht wie ursprünglich geplant 2016 stillgelegt, sondern noch Jahrzehnte weiterbetrieben werden." Angesichts von 20 Millionen Euro Schulden der TU Wien sei die " Investition in einen Atomdeal ohne jede Relevanz unverantwortlich", meinen die Grünen. Töchterle solle als zuständiger Minister den Vertrag zwischen TU und US-Energieministerium nicht unterschreiben.

"Die Regierung spart bei der Bildung und kann es sich gleichzeitig leisten, 26 Millionen für den Betrieb eines Atomforschungsreaktors auszugeben, den niemand mehr wirklich braucht. Das passt nicht zusammen" , sagt Parteichefin Eva Glawischnig. Der Reaktor solle abgedreht werden, " er bringt keinen relevanten Nutzen mehr".

Aus Sicht des Ministeriums sieht die Sache anders aus: Was jetzt anstehe, sei der "reguläre Austausch der Brennstäbe", und im übrigen werde der Vertrag nicht vom Minister unterzeichnet, sondern von der TU Wien.

Das "Rücknahmeprogramm" der USA endet 2019. Bis dahin nehmen sie die großteils noch von 1962 stammenden Brennstäbe des Forschungsreaktors des Atominstituts - seit damals ist es im Prater angesiedelt - zurück und entsorgen die Elemente.

"Unseriöse Darstellung"

Das Ministerium wollte "aufgrund der noch laufenden Gespräche keine Summe nennen, es handle sich aber jedenfalls um einen Bruchteil des von den Grünen genannten Betrags". Man weise die "unseriöse Darstellung seitens der Grünen auf das Schärfste zurück", sie würden mit "falschen Informationen bewusst verunsichern und die Arbeit der exzellenten Forscher verunglimpfen". Das Ministerium sei "klar dagegen, einzelne Forschungsbereiche gegeneinander auszuspielen".

Was den von den Grünen bezweifelten Nutzen anlangt, erinnerten Ministerium und TU Wien daran, dass es sich bei der Neutronenquelle, die nun bis 2025 weiterlaufen soll, um ein Grundlagenforschungsinstrument handelt, aber auch Sicherheitsforschung und die Ausbildung der Atominspektoren der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO werden geleistet. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 9.5.2012)

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Hören Atom - und sehen Rot

Wobei Rot sehen bei unseren Grünen eine biologische Tatsache geworden ist. Die können gar nicht mehr anders, weil sie wahrscheinlich auf Rot-Grün bei der nächsten Regierungsbildung spekulieren. Ist dieses plötzliche Rotsehen nun Evolution oder Mutation? Jedenfalls ist es biologisch, und daher muss es gut sein, richtig?

Ich bin auch gegen Atome!

Gehts der Frau noch gut? Grüne quo vadis? :-(

Damit haben die Grünen nun endgültig meine Stimme verloren.

Hab von den Grünen schon länger nicht mehr viel gehalten, aber das ist ja noch tiefer als ich ihnen zugetraut hätte...

"eine Geheimdeal mit den USA",
eine Summe, die irgendwer anonym daherfantasiert... gehts noch, liebe Grüne???

Grundlagenforschung

ist anscheinend für die grünen uninteressant...

total unseriös

Alle Zahnärzte in Wien zusammen haben locker wesentlich mehr radioaktives Material als im Forschungsreaktor ist.

was allerdings sicher stimmt:
durch die zahnärzte wiens entsteht wesentlich mehr strahlungsbelastung als durch den reaktor.

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Ich habe gerade recherchiert und scheine einer Falschinformation aufgesessen zu sein. Das kommt davon, wenn man seine Quellen nicht immer überprüft und kritisch hinterfragt. Ich bedauere diesen Fehler und werde in Zukunft besser aufpassen.

Ich dachte die Radioaktive Quelle beim Zahnarzt ist eine Röntgenröhre und kein "Material" im Sinne eines Isotops. Und selbst, darum geht es nicht.

Ich vermute

der Forschungsreaktor Triga Mark II enthält insgesamt weniger radioaktives Material als nach Tschernobyl alleine über Österreich niedergegangen ist.

Für Cäsium-137?

Nicht ganz, sofern man bei unterschiedliche Isotopen man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht:

Österreich hatte einen Niederschlag von 18,7 * 10^3 Bq/m^2 *
Fläche Österreichs, 83.879 * 10^6 m² ~= 1.6 * 10^15 Bq das dividiert für die spezifische Aktivität von CS-137 3,3 * 10^9 Bq/mg = 0.4 * 10^6 mg = 0.4 * 10^3 g = 0.4kg Cäsium-137 das auf Österreich verteilt wurde.

Radioaktives Cäsium

war nur für ca. 1.8% der freigesetzten Radioaktivität verantwortlich, 98.2% waren andere Isotope.

In Tschernobyl wurden 2/3 des Kern eines kommerziellen Reaktor durch eine Nuklearexplosion und den anschliessenden Graphitbrand in die Atmosphäre geschleudert. Zum Vergleich: Der Praterreaktor enthält 3.6kg spaltbares Material, der Reaktor in Tschernobyl 114.7kg.

Eh, aber mit den meisten Isotopen ists halt so, entweder sie sind schwer und kommen daher durch die Gravitation nicht weit oder sie sind leicht, aber zerfallen dafür rasch und kommen somit auch nicht weit.

Daher war für Österreich im wesentlichen nur das Cäsium von Relevanz, das ungünstigerweise genau in der Mitte liegt.

Fr. Glawischnig, sie bringen schon lange keinen "relevanten Nutzen mehr".

"Keinen relevanten Nutzen mehr bringen" passt übrigens gut zu "sozial und ökologisch dumm" (Sparpaket) und "völlig verrückt" (Kritik an der Photovoltaikförderung) - alles Schlagwörter, die in der kollektiven Erinnerung langsam aber sicher auf die Person dahinter abfärben.

Man könnte auch sagen, das Evas Halbwertszeit abgelaufen ist.

Oder auch, dass ihr geistiger Zerfallsprozeß exponentiell abläuft ;-)

Um es mit Obelix zu sagen: Die spinnen die Grünen!

Die wenige Forschung die wir in Österreich haben auch noch kaputt zu machen ist das Dümmste das mir seit langem untergekommen ist. Unsere Zukunft als schuhplattelnde Biobauern?

Wenn sich die Republik endlich der atombombenfähigen Brennelemente entledigt, so hat das schon was Gutes! Für diese Menge ein Endlager für 1 Mio Jahre in Österreich suchen zu müssen, käme schon sehr sehr teuer, so sich überhaupt ein Platz finden würde. Zwei negative Seiten hat die Geschichte allemal: Was machen die USA mit den Brennelementen aus dem Prater: neue Atombomben?! Endlager haben die USA keines. Ob ein 1962 inmitten einer Millionenstadt errichteter Forschungsreaktor einfach weiterbetrieben werden soll, ob dieser überhaupt noch sicherheitstechnisch vertretbar ist, über Kosten und Nutzen und wie die Anlage und all ihr Inventar wann, wo und wie entsorgt werden kann, ist eine öffentlich zu diskutierende Frage.

Das schaut für mich sehr nach Endlager aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Yucca_Mountain

das Projekt ist aber inzwischen tot - somit haben die USA kein Endlager

was Wikipedia so alles schreibt, muss dennoch nicht richtig sein.
Obama hat das Yucca Montain Projekt jedenfalls eingestellt. Auch wenn es einigen Bundesstaaten nicht gefällt und diese via Gerichte das Loch wieder flott bekommen wollen - eine bewilligte funktionsfähige Endlagerlokaltät ist Yucca Montain schon lange nicht mehr..

http://www.huffingtonpost.com/2012/01/2... 34537.html

Zwar Finnland, aber doch.

Natürlich kompletter Schwachsinn

Die Brennstäbe des Reaktors enthalten 3,6kg Uran. Mit dem Abfall daraus kann man zwar ein wenig Böses anstellen, aber eine schmutzige Bombe geht sich damit nicht aus.

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