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Charkiw/Warschau - Nach fast drei Wochen hat die inhaftierte ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko am Mittwoch ihren Hungerstreik beendet. Jetzt werde mit der Umstellung auf eine normale Ernährung begonnen, sagte der Berliner Neurologe Lutz Harms, der Timoschenko wenige Stunden zuvor ins Eisenbahnerkrankenhaus von Charkiw begleitet hatte. Die 51-Jährige hatte nach langem Ringen ihrer Einlieferung in das Krankenhaus zugestimmt.
Der Neurologe Harms von der Berliner Charité hatte die Politikerin am Vormittag ins Krankenhaus begleitet. Dort soll sie sich nun von den Strapazen ihrer Protestaktion erholen, bevor ihr Rückenleiden behandelt wird. "Julia Timoschenko wurde von der Strafkolonie Katschaniwska in das Krankenhaus verlegt", bestätigten die Gefängnisbehörden. Die Ex-Regierungschefin habe während des Transports "keinerlei Beschwerde" vorgebracht und auch keine Erklärung abgegeben. "Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Tagen nicht verschlechtert", hieß es in der Mitteilung.
Den Angaben zufolge muss sich Timoschenko ihr Krankenzimmer mit einer weiteren Gefangenen teilen. Laut Vize-Gesundheitsministerin Raissa Moisejenko wurde ihr deutscher Arzt ebenfalls im Krankenhaus untergebracht, damit er sich rund um die Uhr um seine Patientin kümmern kann. Er werde bei der Behandlung von einem ukrainischen Team unterstützt.
Timoschenko will deutschen Arzt
Timoschenko leidet Angaben ihrer Angehörigen zufolge an mehreren Bandscheibenvorfällen und kann sich wegen der starken Schmerzen kaum noch bewegen. Sie hat sich lange gegen eine Behandlung in einem ukrainischen Krankenhaus gewehrt, da sie eine absichtliche Infektion mit einem Virus fürchtet. Sie stimmte deshalb nur unter der Auflage, dass ein deutscher Arzt ihre Behandlung überwache, ihrer Verlegung zu.
Wegen Machtmissbrauchs verurteilt
Die Ex-Regierungschefin verbüßt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs während ihrer Amtszeit als Regierungschefin. Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen befand sie sich fast drei Wochen in einem Hungerstreik. Diesen beendete Timoschenko im Krankenhaus, wie Harms mitteilte.
Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bezeichnete die Verlegung Timoschenkos in die Klinik als "Fortschritt". Abseits der Diskussion um einen politischen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine gehe es nun vorrangig darum, "dass Timoschenko eine angemessene medizinische Behandlung bekommt", sagte er in Brüssel. Westerwelle erinnerte zudem daran, dass noch weitere ehemalige Regierungsmitglieder inhaftiert sind.
Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski startete unterdessen eine Initiative zur Unterstützung Timoschenkos. In einem Appell forderte er am Mittwoch die Führung in Kiew dazu auf, "so schnell wie möglich diejenigen Regelungen aus der ukrainischen Gesetzgebung zu eliminieren", die zur Verurteilung von Timoschenko geführt hätten.
Die Passagen des Strafgesetzbuches, auf deren Grundlage die Ex-Ministerpräsidentin angeklagt worden war, seien "anachronistisch und im Widerspruch zu europäischen Standards", heißt in dem auf der Internetseite des Präsidenten veröffentlichten Appell. Sie erlaubten, ehemalige Regierungsmitglieder wegen politischer Entscheidungen zu verurteilen. Komorowski hatte nach Informationen von Experten schon am Rande des EU-Gipfels in Warschau im September 2011 mit Janukowitsch über eine mögliche Änderung des ukrainischen Strafrechts gesprochen. Eine in die Wege geleitete Gesetzesänderung wurde jedoch von der Regierungskoalition im ukrainischen Parlament, die Präsident Viktor Janukowitsch unterstützt, verworfen. (APA/red, 9.5.2012)
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Früher hats für solche Fälle eine saftige Tachtel gegeben und der Fall war erledigt.
Heutzutage wird daraus eine europäische Krise herbeigeschrieben. Dass die Frau zu Recht verurteilt wurde steht ja schließlich ausser Zweifel, wenn sie nun meint deswegen nix mehr essen zu müssen so ist das ihr Privatvergnügen.
Gibt es eigentlich auch schon einen Termin, wann alle anderen ukrainischen Gefangenen, die unter den gleichen Haftbedingungen wie Timoschenko leiden, in Spitäler und unter Aufsicht von deutschen Ärzten gebracht werden.
Manche von denen sitzen schon seit Timoschenkos Regierungszeiten ein - unter zumindest genauso dubiosen Umständen, wie sie jetzt.
wieso macht die presse allg. so an wirbel um diese frau?
sie ist mir sowas von egal.
ob sie an bandscheibenvorfall hat oder nicht, ob sie nujr mehr 40 kg hat oder nicht, ob sie für immer im gefängnis bleibt oder nicht, das interessiert mich nur insofern, als ich davon nichts mitbekommen muß!
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