Spielräume für neue Klänge

8. Mai 2012, 16:57
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Das Festival feiert heuer sein 35-jähriges Bestehen

"Die Musik Anton Weberns zu hören ist ein tiefgreifendes Erlebnis. Daher sollte jeder diese Musik hörend erleben dürfen, die Magie ihrer sinnlich streng gestalteten Klanglandschaften, ihre konzentriert emotionalen Ausbrüche, gepaart mit erschreckender Kühle, ihre beinahe exzentrische Klarheit und riskante Zartheit."

Mit diesen Worten lockt der künstlerische Leiter der Aspekte, Ludwig Nussbichler, das Publikum zu seinem Festival, das heuer sein 35-jähriges Bestehen begeht. Inspiration Webern lautet das Motto, das in Erinnerung ruft, dass diese Zentralfigur der Wiener Schule bis heute eine prägende Gestalt für viele Komponistinnen und Komponisten geblieben ist.

Ebenso wie auch Arnold Schönberg und Alban Berg, dessen Oper Wozzeck das Salzburger Landestheater heuer im Rahmen des Neue-Musik-Festivals aufführen wird (Premiere: 11. 5.; weitere Aufführung bei den Aspekten: 13. 5., jeweils 19.00).

Solche Rückblicke auf den bereits historischen Kern der Moderne heißen allerdings keineswegs, dass sich die Aspekte insgesamt an der Vergangenheit orientieren würden.

Das Gegenteil ist der Fall: Ganze 19 Uraufführungen sind für das diesjährige, jubiläumsgemäß besonders opulente Programm zwischen dem 9. und 13. 5 angekündigt. Kein Geringerer als Friedrich Cerha hat ein neues Streichtrio beigesteuert, Aspekte-Gründer Klaus Ager und Johannes Kalitzke haben neue Ensemblewerke geschrieben.

Besonders wichtig ist es dem Festival, Kindern und Jugendlichen bei den " Spielräumen" ein Podium zu bieten: Finale und Preisträgerkonzert des Wettbewerbs "Jugend komponiert" werden hier abgehalten. Daneben vergibt das Festival auch einen Sonderpreis beim Wettbewerb Prima la Musica.

Geplant ist außerdem, durch die vermehrte Vergabe von Kompositionsaufträgen dem österreichischen Musikleben weitere Impulse zu geben. Außerdem wird kräftig an ästhetischen Gartenzäunen gerüttelt, diesmal mit schrägen Wienerliedern von Georg Breinschmid, die der Komponist und Kontrabassist mit Benjamin Schmid und anderen musizieren wird (10. 5., 20.30). (daen, DER STANDARD, 9.5.2012)

Universität Mozarteum, Tel.: 0699/10 84 11 88

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