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vergrößern 800x660Schädel eines Schimpansen (links), des Taung-Kindes (Australopithecus africanus, Mitte) und eines modernen Menschen (rechts), alle etwa 4 Jahre alt.
Die typischen Merkmale der menschlichen Hirnentwicklung sind ein großes Neugeborenengehirn, rasches Hirnwachstum und große Stirnlappen. Ein internationales Team von Anthropologen hat die fossilen Schädelnähte des Taung-Kindes, eines vier Millionen Jahre alten Australopithecus africanus, neu untersucht und mit anderen fossilen Schädeln verglichen. Dabei konnten die Forscher nachweisen, dass die typisch menschliche Gehirnentwicklung viel früher im Hominiden-Stammbaum auftaucht als bisher angenommen.
Der 1924 in Taung entdeckte Australopithecus-Kinderschädel ist eine Ikone der menschlichen Evolutionsgeschichte. Vom Hirnschädel ist die versteinerte Sedimentfüllung erhalten. Die Abdrücke der ehemaligen Hirnwindungen auf diesem Steinkern haben die Paläoanthropologen seit Beginn fasziniert und zu heftigen Diskussionen über die Evolution des Australopithecus-Gehirnes geführt.
Verräterische Schädelnähte
Ein wenig in Vergessenheit geraten sind die Abdrücke der Schädelnähte, so genannte Suturen, die auf dem Steinkern ebenfalls gut sichtbar sind. Deren Bedeutung für das Hirnwachstum des Taung-Kindes haben nun Anthropologen der Universität Zürich zusammen mit Forschern der Florida State University untersucht. Suturen sind jene Stellen des Knochenwachstums, an denen sich der Hirnschädel entsprechend dem wachsenden Gehirn ausdehnen kann. Nach Abschluss des Gehirnwachstums verknöchern die Suturen. Eine Besonderheit zeigt sich beim Taung-Kind, das im Alter von etwa vier Jahren verstorben ist. Es weist eine Sutur zwischen den beiden Hälften des Stirnschädels auf. Gemäß Analysen des Forscherteams ist diese sogenannte metopische Sutur bei den allermeisten Schimpansenkindern im Alter des Taung-Kindes bereits verknöchert, bei Menschenkindern gleichen Alters aber oft nicht.
Wie die Forscher mittels computertomografischer Vergleiche von fossilen Schädeln jetzt zeigen, ist der späte Verschluss der metopischen Sutur beim Taung-Kind kein fossiles Unikum. Er findet sich auch bei vielen anderen Vertretern der Art Australopithecus africanus und ebenso bei den frühesten Vertreter unserer eigenen Gattung Homo. Demnach ist das typisch menschliche Dreigestirn der Hirnentwicklung - großes Neugeborenengehirn, rasches Hirnwachstum und große Stirnlappen - viel früher im Hominiden-Stammbaum erschienen, als man bisher gedacht hat.
Rasches Gehirnwachstum
"Der späte Verschluss der metopischen Sutur beim Menschen hat mit unserem speziellen Gehirnwachstum zu tun", erklärt Marcia Ponce de León, Senior Lecturer am Anthropologischen Institut der Universität Zürich. Das Gehirn eines menschlichen Neugeborenen ist so groß wie das eines erwachsenen Schimpansen. Entsprechend groß ist der Hirnschädel, der bei der Passage durch den Engpass des mütterlichen Beckens stark verformt wird. Dies ist nur deshalb möglich, weil alle Schädelnähte noch weit offen sind. Nach der Geburt wächst das menschliche Gehirn extrem rasch, besonders die großen Stirnlappen.
"Der späte Verschluss der metopischen Sutur steht wohl in direktem Zusammenhang damit", fügt Ponce de León an. Bei Schimpansen existieren diese Probleme nicht. Der Kopf deren Neugeborenen ist vergleichsweise klein, das Hirnwachstum verlangsamt sich kurz nach der Geburt, und die Stirnlappen sind nicht so ausgeprägt. Entsprechend früh verknöchert die metopische Sutur. (red, derstandard.at, 8.5.2012)
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Nö, steht nicht da.
Hirngröße hängt eigentlich bei unsereins oft mit der zu bewegenden muskelmasse zusammen, weniger mit schulischer ausbildung und luminosity-spielen.
In grossen köpfen muss nicht unbedingt mehr drin sein.
Und abschätzen, nachdenken und entscheiden, wie's unten steht, tun affen auch schon.
Das tun die meissten tiere, die bis heute überlebt haben.
Furchtbar, ihr elenden spezizisten ;)
Und da vorne, in den extra großen und schnell wachsenden Hirnlappen, da spielt sich vor allem das ab, was uns über die Affen erhebt: abschätzen, nachdenken, entscheiden.
Da bekommts ja gleich einen anderen Klang, wenn sich jemand etwas "durch die Lappen gehen" läßt...
Man kann den Affen aus dem Urwald nehmen, aber nicht den Urwald aus dem Affen - Frans de Waal
Unser Verhalten mag sich durch die Vergößerung der Lobus frontalis geändert haben. Doch die von ihnen aufgezählten Eigenschaften sind bei Menschenaffen ebenso vorhanden. Folgende Eigenschaften sind den Frontallappen zuzurechnen und werden im Falle ihrer Schädigung beeinträchtigt, bleiben aber, wie auch die Intelligenz, dennoch erhalten (ich hoffe ich habe nichts vergessen):
- Regelkonformität
- Aufmerksamkeit
- schlussfolgerndes Denken
- Einsicht in die Kosequenzen des Handelns
- Antrieb
Sinn für's Wesentliche
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